Dienstag, 29. Januar 2013

Ach, was sind wir doch so tolerant: Kein Schweinefleisch mehr in Schule und Kindergarten

Ein erboster Leser, der in einer Kleinstadt lebt und Angst um seine Familie hat, bat mich dringend, seinen Namen nicht zu nennen. In fast allen Kindergärten und Schulen des Ortes werde generell für alle Kinder kein Schweinefleisch mehr angeboten. Auf Nachfragen habe man ihm erklärt, es habe - offensichtlich intern koordiniert - eine ganze Reihe von Beschwerden von Moslems gegeben, die befürchteten, ihr Kind müsse unfreiwillig auch Schweinefleisch essen.
Um die Diskussion zu beenden, hätten die Träger der Einrichtungen beschlossen, ein Signal zu setzen und grundsätzlich nichts mehr vom Schwein auf den Tisch zu bringen. "Wenn ich Wurst esse, komme ich in die Hölle", hatte ein verunsichertes Kind erklärt.
Wie ich inzwischen recherchiert habe, wird in vielen Städten Deutschlands tatsächlich ganz rigoros verfahren, um "Irritationen bei den Eltern" zu vermeiden. Schnitzel, Braten oder Currywurst sind absolut tabu, mit Rücksicht auf moslemische Mitbürger und ihre Kinder. Eine Lehrerin wurde sogar beurlaubt, weil sie versehentlich aus einer Schüssel außer Hühnerfleisch auch Schweinefleisch ausgeteilt hatte, und eine Kollegin soll eine Abmahnung bekommen haben, weil sie Gummibärchen (mit Gelatine vom Schwein) verteilt hätte, erklärte ein Frankfurter Stadtverordneter.
Ist das wirklich im Sinne von Toleranz und gutem Miteinander die richtige Lösung, dass wegen der berechtigten Bedürfnisse einer Minderheit nun alle gezwungenermaßen auf Schweinefleisch verzichten müssen, ob sie wollen oder nicht? - Ob man wegen einigen Vegetariern auch generell kein Fleisch mehr anbieten würde?
Ich meine: Toleranz ja, unbedingt! Das erwarten wir Christen schließlich auch von anderen. Aber es müsste doch organisatorisch möglich sein, allen etwas mehr gerecht zu werden, statt politisch überkorrekt einseitig zu handeln.
Letztlich könnte es sogar gewisse Vorbehalte gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund oder mit anderem Glauben nur noch schüren, wenn die Verantwortlichen so radikal und rücksichtslos gegen die Mehrheit vorgehen. Also bitte etwas mehr organisatorisches Geschick und mehr Willen zu wirklich fairen Miteinander!


 

Kommentare:

  1. Wir haben auch einen schweinefleischfreien Kindergarten. Mich triggern Diskussionen, ob man Salami (also Schwein) auf dem Pausenbrot nicht auch verbieten sollte weil die Kinder ja Brote tauschen könnten und vegetarisch eh "gesünder" sei.
    Erstens halte ich die Entscheidung, vegetarisch zu leben, für etwas, ws keine Institution für einen treffen darf. Es ist zwar durchaus "zumutbar", im Krankenhaus (die ersten Tage kann man ja nur selten aussuchen,was man haben will) oder eben beim Kindergartenmittagessen auch mal was fleischloses zu essen, aber das sollte keine generelle Politik sein, das wäre extrem bevormundend.

    Der nächste Punkt sind die Kosten: Kindergarten- und Schulverpflegung soll bitte nichts bis 0,50 Cent pro Tag kosten. Da ist dann an Fleisch wahrscheinlich nur industriell gezogenes Geflügel drin, und das sorgt regelmäßig für SChlagzeilen mit Antibiotikabelastung. Das ist nichts, was ich regelmäßig in Kindermägen sehen möchte.

    Der nächste Topf hängt da dicht dran: man ist offiziell religionsneutral, weshalb es keine Weihnachtsfeier, sondern ein Winterfest gibt, weshalb man nicht Ostern, sonder ein Frühlingsfest feiert (man will ja niemandem was aufdrücken) und Kidner aus christlichen Familien sollen möglichst nicht erwähnen, daß man zu Hause vor dem Essen betet, aber dann bekomt man als Christ die Ernährungsvorschriften einer anderen Religion aufgedrückt.

    Natürlich soll kein Moslem, Jude oder Adventist gezwungenw erden, Schwein zu essen. Da Vorsorge zu treffen ist im Sinne der Religionsfreiheit wichtig. Ob das im Kindergarten machbar ist, daß moslemische Kinder extra gekocht kriegen, bezweifle ich.

    ich hatte auch Moslems in der Schulklasse. Auf Klassnefahrt waren sie genervt vom Billigst-Käse in der Jugendherberge und eine wohlmeinende Lehrerin fand eine Kalbsleberwurst. Sie nahm an, daß Kalbsleberwurst aus Kalb hergestellt sei und sagte, daß sie schweinefleischfrei sei. Oh, das kannten sie noch gar nicht und war lecker. Nach dem essen nahm ein Mädchen sich die leere Wurstpelle zur Hand und guckte nach, ds wollte sie unbedingt auch zu Hause einführen- und bekam den Schrecken schlechthin: Kalbsleberwurst besteht größtenteils aus Schwein... geschockte Lehrerin, das hatte sie nicht gewußt.
    Anruf bei den Eltern. Die waren zuerst gar nicht amüsiert, aber als sie hörten, daß es wirklich nur ein Versehen war, daß weder die Lehrerin noch ihre Kinder ahnten, daß wo Kalb draufsteht, Schwein drinne ist, war die Sache (im wahrsten Sinne des Wortes) gegessen.

    Ich würde, wenn der moslemische Nachbarsjunge vorbeikommt, nicht grad Salamischeiben zum Knabbern hinstellen.
    Aber: Finger weg von meinem Pausenbrot!

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  2. Am meisten ärgert mich, dass durch solche diktatorischen Maßnahmen von Stadtverwaltungen und Kindergartenträgern das Klima unter den Eltern regelrecht vergiftet wird. Als Christ (und Schweinefleischesser) fühlt man sich diskriminiert.
    Wo bleibt da eigentlich der "aufschrei" bei twitter???
    Wo sind die Frauen, die hier laut protestieren???

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    1. Unglaublich irgendwann reichts.
      Toleranz heisst nich seine eigenen Werte zu verkaufen. Ich fühle mich in meinem Land nicht mehr gewollt. Ein Land in der mein Kind nichtmal ein Schnitzel in der kita essen darf unglaublich.
      Und nein ich bin kein Ausländerfeind ganz im Gegenteil . Aber alles hat seine Grenzen.

      S.

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  3. Ich protestiere doch dauernd... Absolut politically incorrect!

    Sehr, Sehr brav!

    (wenn Sie nicht gerade gegen den Vatikan/die Kirche protestieren; das wäre politically correct, aber wer will das schon)?

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  4. Ich führe mit Hilfe von selbstgebackenen Muffins einen erbitterten, wenn auch etwas albernen Guerilla-Krieg gegen die Wohlmeinende Ernährungsdikatur in Schule und Kindergarten.

    Jedes Supermaktbrot mit Gummiwurst gilt als gesund, ein selbstgebackener Vollkorn-Muffin ist automatisch ungesund. Obst steht schon unter beobachtung, da es ja Zucker enthält, man soll lieber rohes Gemüse mitgeben.
    Die Salami verbieten zu wollen ist dann der nächste Schritt.

    Das ist albern, kein Kind verhungert wenn es vormittags weder Salami noch Banane isst. Aber Fruchtzucker an sich ist nichts dämonisches, vor dem man sich fürchten muß, und Kinderhirne verbrauchen beim Lernen Energie, die kann man ruhig zuführen.
    Nicht jedes Kind ist übergewichtig, sie alle auf Diät zu setzen ist falsch. Ich schicke ja auch nicht jeden Erwachsenen zum Führerscheiauffrischungstraining oder in die Drogenberatung weil einige Autofahrer rasen und einige Menschen ein Drogenproblem haben.

    Ein bißchen Rücksichtnahme, ein bißchen Entspannung und wir kommen alle heile durch den Tag.

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  5. Ich finde es auch übertrieben, bevormundend und absolut drüber, wenn wir Deutschen jetzt vor lauter Toleranz unsere eigene Kultur umkrempeln. Wenn wir in unserem eigenen Land nicht mehr "deutsch" essen dürfen, wo kommen wir denn da hin??? Das geht hier noch so weit, dass wir uns in unserem eigenen Land nicht mehr kleiden dürfen, wie wir möchten.
    Auch im Kindergarten hat es mich schon geärgert, wenn man "Frikadellen" ebenso wie alle Beiträge fürs Sommerfest auf jeden Fall ohne Schweinefleisch machen sollte. Ich habe grundsätzlich mit Schinken-Spargel-Röllchen gegen die "Null-Schwein-Kampagne" protestiert!
    Man kann durchaus entsprechende Gerichte anbieten und Gerichte mit Schweinefleisch entsprechend kennzeichnen. Aber generell Schweinefleisch außen vor zu lassen, damit niemand "aus Versehen" davon isst, finde ich - ehrlich gesagt - das Hinterletzte, denn nun fühle ich mich als Deutscher in Deutschland diskriminiert, weil meine Essgewohnheiten hier offenbar nicht mehr akzeptabel sind. Würden die Türken und Griechen für uns den Knoblauch verbieten????
    Auch wenn ich andere absolut toleriere und bei der Wahl meiner Freunde auch keinen Unterschied nach Nationalität mache, in MEINER Wohnung gehe ich MEINEN Gewohnheiten nach. Auf Besucher nehme ich Rücksicht, aber wer mit mir wohnen möchte, muss damit klarkommen.
    Wo soll dass denn alles noch hinführen, wenn sich die Einheimischen nach der Minderheit richten sollen?
    Da ich mich schon über so etwas ärgere, bin ich überzeugt, dass damit bei den Meisten genau das Gegenteil dessen erreicht wird, was erreicht werden soll: Akzeptanz und Toleranz
    Gibt es soviel "Rücksicht" eigentlich auch in anderen Ländern oder müssen wir uns nur für unsere Hitler-Vergangenheit solange zurücknehmen, bis unser "Deutschsein" sich ins Nichts zurückgezogen hat?

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    1. Darauf wird es hinauslaufen. Ich sehe das genau so . Ich bin die 3 Generation und habe keine Lust mehr mich zu verantworten für etwas was ich nie getan habe.seit der Schulzeit wurde uns eingeredet wie böse wir Deutschen waren und sind . Ganz ehrlich ich bin 40 hab mit all dem nichts zu tun und auch so langsam keine Lust mehr drauf .Ich kanns nicht mehr hören .Und nun sollen meine Kinder in der kita auch noch auf ein Schnitzel verzichten auf das bißchen deutsche Kultur das wir noch haben ? Traurig .

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    2. Auch ich sehe es nicht mehr ein, dass wir ständig Rücksicht nehmen sollen. Warum kann man unsere Kultur denn nicht einfach akzeptieren, wenn man hier leben möchte? In keinem anderen Land wird soviel Rücksicht genommen, wie in Deutschland. Aber irgendwann ist wirklich mal schluss. Viele Ausländer die ich kenne, lachen schon darüber wie wir uns verhalten und ständig aufgefordert werden, an die anderen Kulturen zu denken. Nur unsere eigene wird hier wohl nicht mehr akzeptiert.

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  6. toleranz nur in einer richtung ist keine toleranz :in islam staaten dürfen keine kirchen gebaut werden google:islam : hitler hoch verehrt

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  7. Auch wir in einem Münchner Kindergarten haben ein SchweinefleischVerbot aus den bekannten Gründen. Im überwiegend katholischen Bayern ist an Fasttagen Fleisch aus religiösen Gründen Fleisch nicht gestattet. Morgen ist Aschermittwoch und es gibt Rind zu Mittag. So weit geht unsere Toleranz, wir verraten unsere eigene Religion zu Gunsten der Muslime. Armes Deutschland, wir haben uns abgeschafft!

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  10. An dem katholischen Kindergarten meines Sohnes in Bremen gibt es ein Schweinefleischverbot und natürlich auch Gelatineverbot. Alle meine muslimischen Freunde empfinden dieses als Quatsch und sogar gefährlich. Den Eltern der 4 muslimischen Kindern ist es nicht wichtig dass ihre Kinder so ernährt werden. ("Ihr sollt euren Kindern das Gebet beibringen, wenn sie das 7. Lebensjahr vollendet haben. Mit 10 sollt ihr sie deswegen schlagen (tadeln). In diesem Alter sollt ihr sie voneinander beim Schlafen trennen." (Abu Dawud)) Es ist nur eine Entscheidung des Kindergartens.

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