Dienstag, 16. April 2013

Kirche in Hamm: Bänke raus, Stuhlkreis rein? -- "Eine Oase der Leere" als "innovatives Projekt"

Klar, Jesus hat nirgendwo gesagt, man müsse unbedingt in Kirchenbänken sitzend an der Heiligen Messe teilnehmen. Und in der orthodoxen Kirche, habe ich mir sagen lassen, nehmen alle, die das durchhalten können, aus Ehrfurcht vor dem Leiden Christi stehend am Gottesdienst teil.
Und neu ist die "innovative" Idee im Erzbistum Paderborn auch nicht, denn Stuhlkreise in der Kirche gibt es bereits an einigen anderen Stellen, z.B. nach der "gründlichen" Renovierung in der Würzburger Augustiner-
kirche. Da ging man sogar noch einen Schritt weiter als im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten, denn die Würzburger Augustinermönche haben Altar und Ambo gleich auch frei beweglich rollend umgebaut. Ein Foto davon gibt's z.B. --- > HIER !

In Hamm testet man nun also auch die Kirche ohne Bänke und stattdessen mit Stühlen im Kreis. In der Agneskirche wird z.B. einmal im Monat eine "Moonlightmass" angeboten, wie man das heute so formuliert. Pfarrer Bernd Mönkebüscher versteht Kirche als "Kundschafter des Neuen", wie er in einem Zeitungsinterview betont. Durch die neue Sitzordnung werden ganz neue Blick-Erfahrungen möglich: Man muss z.B. nicht mehr auf den Tabernakel schauen, sondern kann das Gesicht des gegenüber sitzenden Gottesdienstteilnehmers studieren. Nicht mehr die gemeinsame Blick-
richtung auf das Allerheiligste, sondern die Gemeinschaft scheint im Mittelpunkt zu stehen, wenn ich das so richtig deute. - Innovativ? Nun ja, wenn ich da so an die zahlreichen Sitzungen im Stuhlkreis denke...

Der Vorteil einer Stadt wie Hamm ist natürlich, dass es dort genügend andere Kirchen gibt, so dass jeder, der mobil genug ist, sich den Kirchen-
raum aussuchen kann, der ihm gefällt. Und sicher werden durch dieses Konzept auch ein paar neue Leute angesprochen, während allerdings auch welche wegbleiben werden, die sich dabei unwohl fühlen.

Da gäbe es freilich noch eine weitere Alternative, die man anbietet: den "Gottesdienst zu Hause", den man beim Pfarrer bestellen kann. Mit solchen privaten Gottesdiensten im Wohnzimmer, im Partykeller oder im Garten-
häuschen will das zuständige Pastoralteam eine "besondere Erfahrung der Eucharistiefeier ermöglichen", wie es heißt. Dabei darf der jeweilige "Gast-
geber" z.B. entscheiden, wen er bei der Heiligen Messe dabeihaben möchte und wen nicht, denn es "ist ja keine öffentliche Feier wie in der Kirche", erklärt Pfarrer Mönkebüscher. Die einladende Familie kann sich auch Lieder, Fürbitten und den äußeren Rahmen aussuchen.

Zeitungsartikel mit Foto von Pfarrer u. Kirche --- > KLICKEN !
Das Erzbistum lobt das "innovative Projekt" --- > KLICKEN !
 
"Werbevideo" der Kirchengemeinde:

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Kommentare:

  1. Ordinariatsgeschädigter16. April 2013 um 16:08

    Zusätzlich noch Privatmessen im Partykeller?
    Ich kenne zwar die Situation in Hamm nicht, aber bei uns ist es so, dass unsere Priester kaum die Versorgung der Gemeinden mit Hl. Messen bewerkstelligen können und "ersatzweise" Pensionäre anreisen bzw. Wortgottesdienste stattfinden. In Hamm scheint man dagegen üppig versorgt zu sein?!

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  2. Es würde mich nicht wundern, wenn das eines von jenen Projekten ist, von denen Mons. Dr. Bredeck im katholisch.de Interview sprach und für die im Rahmen von "Perspektive 2014" das Erzbistum sogar Geld zur Verfügung stellt.

    http://www.katholisch.de/de/katholisch/video/video_details.php?id=10652

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  3. Hurra, bei mir wirkt es schon:
    Beim Betrachten der Kirche bekomme ich ein Gefühl der Leere!

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  4. Helmut Schneider16. April 2013 um 17:37

    Klingt alles ganz nett: Erweiterung des Gottesdienstangebotes durch private Eucharistiefeiern wer weiß wo und wer weiß wie.
    Ist das aber gut für die Pfarr- und Gottesdienstgemeinde?
    So wird Eucharistie privatisiert.
    Eingeladen wird nur noch, wer in der Gunst des Hausherrn steht.
    Ein exklusiver Zirkel?!
    Das hat einen faden Beigeschmack. Schade!

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  5. Sabine Otterbach16. April 2013 um 19:33

    Der von Ihnen am Ende des Artikels verlinkte Zeitungsbericht ist sehr aufschlussreich: Wenn man schon mal dabei ist, kann man gleich auch das Ende des Zölibats fordern und Frauen als Priesterinnen.
    Und wenn man Zeitung und Pfr. Mönkebüscher Glauben schenken darf, dann ist der neue Papst auch dafür oder wie?!

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  6. Gottesdienst zu Hause? Ist doch toll, dann kann der Hausherr doch festlegen, daß in der außerordentlichen Form oder wenistens ad orientem und in Latein zelebriert wird, oder?

    Eine echte Lücke bei den heutigen verschiedenen Gottesdienstformen.

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