Freitag, 28. März 2014

Jetzt schlägt's aber Püttmann! -- Katholische Blogger schuld am Limburger Desaster?

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Das legt sich bald wieder, aber besonders heute schlägt die große Stunde der Tebartz-Exe-
geten und Limburg-Analysten. Manches davon ist so verquer, dass wir uns das getrost er-
sparen können.
Einen interessanten Deutungs-Ansatz entdeckte  ich eben in der frischen online-Ausgabe der "ZEIT". Dort denkt Andreas Püttmann nach, eigentlich für die Beilage "Christ & Welt".
Er knöpft sich u.a. diejenigen vor, die in den vergangenen Monaten den Limburger Bischof verteidigt haben bzw. tendenziöse Presseartikel etwas gerade gerückt haben. Diese "Wagenburgmentalität" habe jedoch eine verhängnisvolle Wirkung gehabt, findet Püttmann.
Solche "Loyalitätserweise" hätten die Limburger Bischofsaffäre nicht gera-
de verkürzt. Im Gegenteil: Die Äußerungen der "desorientierten Unterstüt-
zerkreise"
(danke auch für das psychotherapeutische Kurzgutachten!) hät-
ten nur dazu geführt, dass Tebartz-van Elst sich in seiner Selbstgerechtig-
keit bestärkt fühlen musste und infolgedessen unnötig lange durchhielt, anstatt möglichst zügig zurückzutreten...
Also mit anderen Worten: Alle, die sich gegen die simplifizierenden Protz-
geschichten gewehrt haben, sollten jetzt mal über ihre Sünden nachdenken. Wer den Bischof unterstützt habe, sei genauso blind wie die, die auf ihn eingedroschen haben. Ein solches "Milieu" sei "argumentativ bankrott".

Sehr geehrter Herr Püttmann!
Manches von dem, was Sie da schreiben, ist sicher des Nachdenkens wert. Aber entschuldigen Sie bitte, wenn ich das so hart formuliere: Ihr Argu-
mentationsstrang erinnert mich fatal an die andernorts gerne verwendete Aussage, vergewaltigte und übel attackierte Frauen seien doch schließlich selbst schuld, wenn sie sich gewehrt hätten. Es wäre doch besser, sie hät-
ten alles still erduldet, dann seien sie auch jetzt nicht so lädiert.
Und wenn sie schneller klein beigegeben hätten, dann wäre die Vergewal-
tigung auch schneller zu Ende gewesen...


So oder so lesenswert: Der Püttmann-Artikel (besonders die zweite Seite beachten und erst mal nach oben scrollen!) ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Wie zügig hätte er denn zurück­tre­ten sol­len? D.h. ge­nau­er ge­fragt: Wie zügig hätte er denn sei­nen Rück­tritt an­bie­ten sol­len?
    An­ge­bo­ten hat er ihn ja am 20. Ok­to­ber 2013. — Wie­viel war das „zu spät“?

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  2. Ich argumentiere inzwischen damit, dass doch Jesus sich immer auf die Seite der ausgegrenzten und verachteten gestellt habe und dass ist eindeutig der Bischof. Zur Klärung von Sachfragen trägt das nicht
    bei, aber bisher war daran auch keiner meiner Gesprächspartner interessiert.

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  3. Ordinariatsgeschädigter28. März 2014 um 15:21

    Hier ist Herr Püttman wohl doch etwas
    der Gaul durchgegangen.
    Ansonsten stimme ich zu: lesenwert!

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  4. nennen Sie mich Harry28. März 2014 um 15:27

    Die Wortwahl von Artikelschreiber Püttmann
    ist zum Teil schon krass. Wer den Bischof verteidigt hat,
    ist im Grunde psychisch krank, oder wie?
    Hätte der Autor auf solche verbalen Entgleisungen verzichtet,
    könnte man den Artikel fast gutheißen.

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  5. Peter dokumentiert noch eine Erklärung von Bischof Franz-Peter im Wortlaut:
    http://blog.peter-winnemoeller.de/?p=6742

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  6. Ich empfinde den Artikel von Herrn Püttmann
    als persönlich kränkend.
    Er tut ja gerade so, als hätten Menschen, die die Hetzjagd
    nicht mitgemacht haben, der Kirche geschadet.
    Unmöglicher Stil, Herr Püttmann!

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  7. Mag manches auch etwas com ira et studio formuliert worden sein - in der Sache hat Dr. Püttmann Recht. Ganz schlicht und einfach. Wenn man eine anschauliche Definition des alten Wortes "Bärendienst" haben will, muss man die eiserne Unterstützung des Bischofs Tebartz durch ein bestimmtes katholisches "Milieu" sich ansehen. Das hat dem Bischof zumal in den Augen seiner bischöflichen Mitbrüder alles andere als genützt.

    (Und was die teilweise recht harten Formulierungen in Püttmanns Text betrifft: die kann man zumindest psychologisch insoweit doch ein wenig verstehen, als er in den letzten Monaten seit Erscheinen eines selbstkritischen Textes über das "romtreue Milieu" - zu er er als ausgewiesener Konservativer ja selber zählt! - von Personen dieses Teils des Katholizismus auf teilweise übelste Art beschimpft wurde.)

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    1. Die Augen seiner bischöflichen Mitbrüder waren auf den Spiegel gerichtet, und man hatte nur sich selbst im Blick. So manches hätte anders laufen können und müssen, und wer den interessanten Beitrag von Barbara Wieland heute im Kölner Domradio liest, der sogar von Radio Vatikan zitiert wurde, der weiß auch,
      dass es lange vor diesem Bischof in jeden Bistum recht seltsam zuging.
      Das sieht man ja auch schon daran, dass das Domkapitel eigenmächtig und
      gegen den ausdrückliche Willen des damaligen Bischofs Franz Kamphaus
      die Planungen für das Bischofshaus begann.
      Es wäre wirklich nicht die schlechteste Lösung, das Bistum aufzulösen,
      auch um zu zeigen, dass man nicht nur unten spart, auf der Ebene der
      Pfarreien, sondern auch oben.

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    2. Selbstkritik, Herr Erbacher ist Kommunisten- und Sozialistensprech.
      Katholiken gehen beichten und vertrauen auf Gottes Vergebung.

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    3. Okay. Wahre Katholiken haben nicht selbstkritisch zu sein, weil das die bösen Kommunisten und Sozialisten sind. Sie gehen statt dessen beichten. Vielen Dank, da habe ich echt etwas wirklich Neues über mein Katholischsein gelernt, was mir kein Priester bisher gelehrt hat.

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  8. Eine sehr steile und durch nichts bewiesene These Püttmanns,
    wer ihn gegen Angriffe verteidigt habe, sei letztlich schuld an
    der Verlängerung der schlimmen Situation.
    Auf den ersten Blick klingt so etwa zwar als denkbar, wer aber
    Bischof Tebartz kennt, weiß, dass er seinen Weg ganz sicher
    auch ohne irgendwelche "Verteidiger" gegangen wäre.

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    1. So ist es! Der Bischof hätte auch ohne seine (leider nur wenigen) Unterstützer seine Furche geradelinig und unbeirrt von der Zeitgeistmeute gezogen. So wie wir ihn sechs Jahre lang gekannt und tief verehrt haben.

      Der Gossenschreiberling P. hingegen ist ein Trojaner, Renegat und Spalter der Kirche Christi. Seinen "Artikel" kann man nur mit einem großen Eimer neben sich lesen. Herr P. ist ein Verräter, der im Solde der linksgrünen Kirchenzerstörer sich unser Vertrauen erschlichen hat und nun meuchlings zuschlägt. Man kann gar nicht so viel essen wie man kotzen muss.

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    2. Werter "Siri", ist das Ihr Ernst, oder stehen Sie unter dem machtvollen Einfluss allzu geistiger Tropfen?!?

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    3. Leser "Siri" ist schon was ganz Besonderes...
      Auch in anderen Blogs ist er mir schon so begegnet.

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    4. Verehrter Herr "Aufgeklärter" (nomen est omen!), ich darf Ihnen versichern, dass ich in keiner Weise etwas Besonderes bin, sondern ganz einfach nur katholisch, und zwar im Vollsinn des Wortes. Da dies aber heutzutage eine leider kleine species ist, bin ich als Katholik, insoweit haben Sie schon wieder Recht, wohl tatsächlich etwas "Besonderes".

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  9. Sehr geehrter Herr "Kreuzknappe": ich schätze Ihren Blog, den ich einen der interessantesten und flottesten katholischen Blog finde. Aber Ihre Argument in Ihrem Schreiben an Herrn Püttmann macht mich zumindest ratlos. Ist das wirklich Ihr Ernst, daß Sie Bischof Tebartz und dessen unbeirrbare Verteidiger mit wehrlos überfallenen und vergewaltigten Frauen vergleichen wollen??? Für mich stimmt nichts an diesem Bild. Aber vielleicht habe ich Sie bzw. diese Ihre Metapher ja falsch verstanden. Dann bin ich für Aufklärung dankbar.

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    1. Vergleiche hinken immer, wie wir wissen.
      Er soll nur demonstrieren, dass man nicht Angegriffene
      und Angreifer verwechseln sollte

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  10. Aber der Vergleich zwischen einem Unhold, der im Dunkeln aus dem Busch springt und eine wehrlose Frau missbraucht, und Medien, die - sicherlich vielfach zu zugespitzt und nicht fair - einen Bischof kritisieren, dessen Verhalten auch absolut kitisierenswert ist, die also zunächst einmal ihrer Aufgabe nachkommen: also dieser Vergleich "hinkt" m.E. nicht nur, sondern ist schon sehr schräg.

    Ich möchte an ein Argument von Püttmann erinnern, das nun wirklich nicht zu widerlegen ist: hätte Bischof Tebartz nicht Fehler zuhauf gemacht (das ist zurückhaltend ausgedrückt), dann hätte er noch so konservativ und "romtreu" sein können, die kritischen Medien hätten ihm letztlich nichts anhaben können. Der Blick auf Bischöfe wie Kardinal Meisner, Bischof Hanke, Bischof Voderholzer, um nur mal drei zu nennen, genügt. Allesamt nicht weniger romtreu und konservativ wie TvE. Ihnen konnten die "bösen Medien" nie etwas anhaben.

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    1. Zustimmung!
      Hoffen wir, dass nun endlich ein gedeihliches Zusammenarbeiten
      im Bistum Limburg möglich wird.
      Die Bitte des Bischofs um Vergebung ist da ein Hoffnungszeichen.

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    2. Meisner ist von den Medien übel beschimpft worden. Et hat nur von seine äußerten Erscheinung Herz nicht so in das Opfer-Schema gepasst. Und Bedenken Sie, wir die Medien über Kardinal Müller herziehen.

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    3. Die Medien werden immer wieder über Kirchenleute herziehen. Wie sie über Politiker, Showstars, Gewerkschafter, Wirtschaftsbosse herziehen. Wirklich was bewirken können sie aber nur, wenn die betr. Personen sich fehlverhalten haben.
      Da das weder Meisner noch Müller getan haben, können die Medien noch lange herziehen, es wird sie niemals ins Wanken in ihrem Amt bringen. Und genau das ist der Unterschied zu TvE. Weshalb einem diejenigen leid tun, die auch jetzt noch dies einfach ausblenden und an Verschwörungstheorien festhalten.

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    4. @Roemelt:
      Zu Ihrer Feststellung: "Meisner ist von den Medien übel beschimpft worden. Et hat nur von seine äußerten Erscheinung Herz nicht so in das Opfer-Schema gepasst." - Sie meinen also, Bischof TvE sei deshalb zum "Opfer" geworden, weil seine "äussere Erscheinung" in das entsprechende "Schema gepasst" hat?!? Weil er also so kindlich-weiche Gesichtszüge hatte und so extrem schmal ist??
      Schon bemerkenswert, was für Einsichten einem bei der Klärung dieser Causa zuwachsen.

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