Sonntag, 9. März 2014

"Keine Denkverbote" beim Katholikentag? -- Warum sind katholische Ärzte ausgeschlossen?


Große Worte vom Präsidenten des Zen-
tralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück: Vor der Presse erklärte er noch im Januar, Katholikentage seien Orte "geistiger und geistlicher Impulse", und daher werde es in Regensburg keine Denk- und Redeverbote geben. Stolz ver-
wies er darauf, dass beispielsweise die Initiative "Wir sind Kirche" und die um-
strittene und vom Vatikan als nicht ka-
tholisch eingestufte Schwangerenbera-
tung "Donum Vitae" vertreten seien, wogegen sich der zuständige Ortsbischof Voderholzer anfangs noch vergeblich ge-
wehrt hatte. "Streithähne willkommen" titelte denn auch  "katholisch.de" in Riesenlettern über die Ankündigung von Präsident Glück.
Na klar sollte es auf einem Katholikentag möglich sein, verschiedene Sicht-
weisen zu einem Thema darzustellen, denke ich mir, zumal das vielverspre-
chende Motto "Mit Christus Brücken bauen" dazu doch eindeutig auf-
fordert.
Doch nicht ohne Grund gibt es den Spruch, dass zwar alle gleich sind, aber einige immer gleicher sind als andere. Für Katholikentage scheint das auch zu gelten: Der "Bund katholischer Ärzte" hat diesmal zwar auch einen Infostand beantragt, aber keine Genehmigung dafür erhalten.
In der sogenannten "Katholikentagsmeile" wird es in Regensburg von Buden und Ständen nur so wimmeln, von Verlagen bis hin zu Zeitungen, Sponsoren und sogar Reiseveranstaltern. Ganz dreist heißt es in der Pro-
grammankündigung des Zentralkomitees, mit den etwa 250 Ständen doku-
mentiere man "die gesamte Breite des Engagements, das Katholikinnen und Katholiken in Gesellschaft und Kirche entfalten". - Mit mindestens einer Ausnahme, die man hier lieber unterschlägt. Die katholischen Ärzte will man nicht dabei haben, denn die haben voriges Mal in Mannheim an ihrem Informationsstand unter anderem auch mit einem Flugblatt darüber informiert, dass sie Homosexualität unter Umständen auch für therapier-
bar halten, wenn diese Personen das ausdrücklich wollen.
Unerhört! - Das gab einen Rieseneklat und Empörung bei Homosexuel-
len-Gruppen und bei der Katholikentagsleitung, und sogar die Polizei musste mal einschreiten. Dass ein Verantwortlicher dieser katholischen Ärzte auch außerhalb des Katholikentages telefonisch bedroht wurde, sei hier nur am Rande erwähnt.
Wer halbwegs informiert ist, weiß eigentlich längst, dass es auch in diesem psychologisch-medizinischen Fachbereich ein lebhaftes Pro und Contra gibt. Derzeit steht die Mehrheit der Lehrmeinungen auf dem Standpunkt, das sei nicht möglich, allerdings gibt es durchaus gegenteilige Erfolgsbe-
weise. Während viele Homosexuelle ihre sexuelle Ausrichtung akzeptieren, wird heutzutage aus ideologischen Gründen gerne übersehen, dass es auch Schwule und Lesben gibt, die unter dieser Orientierung leiden und deshalb um Hilfe bitten, davon loszukommen.
Solche Überlegungen sind, wie es scheint, beim Katholikentag aber eher unerwünscht. Nach der Ablehnung des Antrages auf einen Infostand in Regensburg wandten sich die Ärzte schriftlich an Bischof Voderholzer mit der Bitte, bei der Suche nach einer Lösung behilflich zu sein. Vergeblich, wie man inzwischen weiß...
Wieder einmal ein beeindruckendes Beispiel für die vielgepriesene Dialog-Kirche...?
Mein Artikel: Ärger wegen "Donum Vitae" ---> KLICKEN !

Mein Artikel: "Halleluja - Katholikentag umweltneutral!" ---> KLICKEN !
Bund katholischer Ärzte ---> KLICKEN !

Erklärung des ZdK zu den Geschehnissen 2012 --> KLICKEN !
"Militante Homosexuelle gegen... Ärzte" ---> KLICKEN !
Kardinal Aguilar: "Homosexualität ist ein Defekt" ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Wäre das nicht so bitterernst, könnte man es für eine besonders gelungene
    Satire halten, was da vom Zentralkomitee abgeliefert wird. Schaurig!

    AntwortenLöschen
  2. Christian Kruschinski9. März 2014 um 11:45

    Wozu die Aufregung: Zentralkomitees pflegen so zu handeln.
    Als ehemaliger DDR-Bürger kenne ich das nicht anders.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und die Bischöfe knicken vor der Macht dieser ZK's regelmässig ein. Vorderholzer scheint auch nicht besser als alle anderen zu sein.

      Mir ist's komplett wurscht, wen die jetzt zum DBK-Chef wähen. Lauter Mietlinge wählen logischerweise auch einen Mietling.

      Löschen
  3. In diesem Zusammenhang enttäuscht mich Bischof
    Voderholzer. Erst ist er trotz anfänglich gegenteiliger Meinung
    auf einmal für das Auftreten des Vereines Donum Vitae,
    und nun duldet er zumindest den Rauswurf der katholischen Ärzte.
    Das hätte ich von ihm nicht gedacht.

    AntwortenLöschen
  4. Es gibt auch heterosexuelle Menschen, die unter ihrer Heterosexualität leiden, weil sie ihre homosexuelle Veranlagung verdrängen. Sollten die nicht auch therapiert werden?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da sind die Homosexuellen und gewisse Medien doch feste dabei.
      Noch nicht mitgekriegt...?!

      Löschen
    2. Und die deutsch Lehrerin meiner Töchter.die hat alle Schülerinnen zum coming out ermutigt.

      Löschen
    3. @JK: Solche Meinungen wie die von Ihnen hier provokatorisch Vertretene sind ganz klarer Ungehorsam gegen die Lehre der Kirche. Natürlich soll kein Homo als Person diskriminiert werden, aber seine Neigung wird vom Katechismus nun einmal als Abirrung von der von Gott eingerichteten Natur, also als Krankheit definiert und muss therapiert werden, wenn der Homo in der Gemeinschaft der Kirche bleiben will.

      Löschen
    4. @Ultramontanus
      Gilt nicht nur für Sie, aber schon auch: Irgendwie hab ich den Eindruck, in diesem Forum gibt es jede Menge Poster, die nicht im Stande sind, Ironie als solche zu erkennen.

      Löschen
    5. @Smilidon:
      Ich hatte mich auf das eindeutig zum Ungehorsam gegen die kirchliche Lehre aufwiegelnde Posting von "JK" bezogen. Ich kann in dem besagten Posting keinerlei Ironie erknnen, nicht einmal in Ansätzen. Es ist eindeutig dissidentisch und zersetzend.

      Löschen
  5. einer von Ihren Lesern!9. März 2014 um 13:38

    Ich wollte mir den Katholikentag in Regensburg mal ansehen,
    kann aber aufgrund starker körperlicher Behinderung nur im Hotel
    übernachten.
    Scheint aber alles ausgebucht zu sein, außerdem ausgesprochene
    Mondpreise. Bei einem Hotel, das sonst 99 Euro verlangt, wären es
    jetzt 258 Euro für eine Nacht.
    Naja, wahrscheinlich habe ich sowieso nicht wirklich was versäumt,
    wenn ich daheim bleibe...

    AntwortenLöschen
  6. Kardinal Meisner, der heute mit Pontifikalamt in Köln verabschiedet wird,
    hat voriges Mal mit seiner Bemerkung zum Katholikentag ins Schwarze
    getroffen. Die Berufskatholiken waren empört.
    Allerdings wurde Meisner im Gegensatz zu den Ärzten bislang nicht
    ausgeschlossen...

    http://www.domradio.de/nachrichten/2012-05-16/zollitsch-und-glueck-weisen-kritik-kardinal-meisners-am-katholikentag-zurueck

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: Anonyme und beleidigende Kommentare werden hier nicht akzeptiert. Da ich nur wenig online bin, kann die Freischaltung Ihres Leserkommentares auch mal einige Stunden dauern. Nach 19.45 Uhr geschriebene Kommentare werden am nächsten Morgen veröffentlicht.