Dienstag, 22. April 2014

600 Quadratmeter sind das Zehnfache von 90. Zumindest beim Papst und Kardinal Bertone...

Da  haben wir jetzt den mathematischen Presse-Notstand: Gestern ging die Nachricht wie ein Lauffeuer durch die internationale Presse, dass Kardinal Bertone sich demnächst ein 600-Quadratmeter-Appartement gönnt.
Ich schrieb auch etwas dazu ---> KLICKEN !

                  (Schlagzeilen-Screenshots aus FOCUS, N-24 und STERN)
.
Dabei war mir in der Eile eine mathematische Sensation noch gar nicht aufgefallen: Bei Wohnungen von Vatikanmitarbeitern gelten offensichtlich die Gesetze der Mathematik nicht mehr. Im Falle Bertones gilt nämlich: 600 Quadratmeter sind mindestens das Zehnfache von 90 Quadratmetern!
Ein Leser machte mich darauf aufmerksam, dass manche Zeitungen beim päpstlichen Appartement immer noch von alten Zahlen ausgehen, obwohl er sich inzwischen dort "vergrößert" hat, von 60 auf etwa 90 Quadratmeter. Sogar der "FOCUS" berichtete am 18.10.2013 darüber.

Siehe HIER, ergänzend bezüglich der Kosten aber auch HIER !
Aber selbst die vom Hörensagen angeblichen 600 Quadratmeter sind of-
fenbar nicht so ganz eindeutig, eine andere italienische Quelle, die Zeitung
„Il Fatto Quotidiano“ schrieb bereits im Dezember darüber und will dabei von 400 Quadratmetern wissen. Diese Story entwickelt also so langsam das Zeug zu einer ausgewachsenen Märchenstunde...
Egal, ob 400 oder 600 Quadratmeter: solch ein Lebensstil ist schon ein echter Hammer und wirft ein bezeichnendes Licht auf den Kardinal.
Was mich allerdings noch mehr schockt, wurde in dem ganzen Medienge-
schrei fast völlig übersehen: Der Herr Kardinal benötigt auch noch die Haushaltshilfe von drei (!) Ordensschwestern, die für ihn Dienst tun. Gäbe es da nicht wichtigere Aufgaben für Nonnen? Hätte eine Nonne und eine zivile Hilfskraft nicht auch gereicht?
So langsam wundert man sich über nichts mehr...
Presseartikel über Bertone und die Nonnen ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Helmut Schneider22. April 2014 um 10:06

    Einfach nur peinlich, der Herr Bertone!
    Diese Peinlichkeit wird nur noch von den Medien überboten, die einen Artikel
    einer italienischen Zeitung einfach abschreiben, ohne eigene Prüfungen des
    Sachverhaltes anzustellen.
    Nachdem ich das hier erlebt habe, frage ich mich, wie objektiv die Presse
    bei wichtigeren Themen ist. Wird da auch einfach alles abgeschrieben, was
    irgendein Kollege gerade mal so behauptet?
    Dann kann ich meine Tageszeitung auch gleich in die Mülltonne kloppen!

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  2. Traurig, dass selbst die vermeintlich romtreue "Blogozese" hier dem antikirchlichen Mainstream auf den Leim geht. Statt klipp und klar zu sagen, was Sache ist. Dass nämlich Seine Eminenz als langjähriger Kardinal-Staatssekretär und damit zweitoberster Mann der Kirche jede Grösse seiner Wohnung nicht nur verdient hat, sondern dies als Zeichen seiner Würde auch angemessen, ja notwendig ist. Dies gilt für alle Kardinäle, die als engste Mitarbeiter des Heiligen Vaters Anteil haben an dessen Amt als Vicarius Christi. Als des Königs über alle Könige. Dies lässt sich nach außen nur darstellen durch Insignien von Hoheit, Erhabenheit und Pracht. Nur dann glaubt das Volk auch daran, es braucht äusserliche Zeichen. Traurig genug dass der aktuelle Papst dies durch einen künstliche Pauperismus meint konterkarieren zu müssen. Aber noch lange kein Grund, dass andere es ihm nachmachen.
    Im übrigen war Kardinal Bertone der engste Vertraute und Mitarbeiter unseres verehrten Papa emeritus und handelt hier sichelrich mit dessen ausdrücklichen Einverständnis. . Bleiben Sie standhaft, Eminenz!

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  3. Matth. 3,12
    12 Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

    Ich kann nicht verstehen, wie man 80 Jahre werden kann ohne sich darüber klar zu werden, wie vergänglich die weltlichen Dinge sind und sein Herz so daran zu hängen.

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  4. 700qm + 100qm Dachterrasse und dann noch die drei Nonnen, ich finde, da kann man grob vom 10fachen sprechen ;-)

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    1. Ordinariatsgeschädigter22. April 2014 um 12:50

      Der Papst verfügt im Gästehaus über mindestens 20 Nonnen.
      Wieviel ist das dann?

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    2. @Ordinariatsgeschädigter:
      Nein, der Papst verfügt" keineswegs, wie Sie insinuieren, persönlich über 20 Nonnen. Was sollten die denn den ganzen Tag machen, für einen einzenen Menschen, zumal dieser nicht in seinem kleinen Wohnbereich seine Mahlzeiten zubereitet bekommt, sondern sich stets in die "Hauskantine" begibt?!
      Die Wahrheit ist: da Gästehaus insgesamt verfügt über 20 Nonnen. Was angesichts von einer dreistelligen Zahl an Gästen, die meistens dort logieren, sicherlich angemessen ist.

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  5. "Der Herr Bertone" ist ach für Sie immer noch Seine höchstehrwürdige Eminenz Kardinal Bertone.

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  6. Der Herr Bertone hat meine volle Verachtung.
    Verdientermaßen.

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    1. Seine höchstehrwürdige Eminenz hat meine volle Bewunderung und Unterstützung!
      Endlich ein hoher Würdenträger, der nicht plötzlich seine "einfache" und "demütige" Seite entdeckt, die er bis vor einem Jahr, als dies noch politisch inkorrekt war, geflissentlich verborgen gehalten hat. Und seither dem Papst in dessen peinlich-oberflächlichen Pauperismus hechelnd hinterherhinkt. Nein, Seine Eminenz setzt ein Zeichen, dass die Una Sancta immer dieses war: Grösse, Glanz, Mysterium, Erhabenheit.

      Wem das nicht paßt, darf gerne zu den protestantischen Grüppchen gehen, dort kriegt er "Bescheidenheit" satt.

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  7. Eine erboste Leserin22. April 2014 um 18:56

    Ich beantrage hiermit auch drei Ordensschwestern als
    Haushaltshilfen.
    Allerdings handelt es sich bei uns nicht um einen luxuriösen
    Single-Haushalt, sondern um eine katholische Familie
    mit fünf kleinen Kindern.

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  8. Sie haben keinen Grund, erbost zu sein, verehrte "erboste Leserin". Denn Sie sind Laie, und der höchstehrwürdige Eminenz Klerus. Wer Laien und Kleriker vergleicht, vergleicht Feuer und Wasser. Die aten Lateiner sahen es richtig: Quod licet Iovi, no licet Bovi. Zu deutsch: Was dem Jupiter (=S.E. Kardinal Bertone) erlaubt ist, ist dem Ochsen (=erboste Leserinnen) noch lang nicht erlaubt.

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    1. Die "aten Lateiner" beherrschten wenigstens die Rechtschreibung.
      Ich wünsche dem Häresienjäger weiterhin Waidmannsheil.
      Und Vorsicht: Bloß nicht in kirchlichen Dokumenten über die
      Stellung der Laien lesen, und auch nicht in "Lumen Gentium".
      Akute Vergiftungsgefahr...
      Der jetzige Papst muss für Sie dann wohl auch ein Greuel sein?!

      http://www.wir-sind-kirche.de/files/275_CANON.pdf

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    2. @"Seelenklempner": über den jetzigen Papst schweigt des Sängers Höflichkeit. Womit ich mich in bester Gesellschaft der romtreuen Katholiken sehe. "Lumen gentium" ist, wie alle Konzilsdokumentre, keineswegs verpflichtend für den Katholiken, weil es nur ein Meditationstext ist, zu dem man unterschiedliche Ansichten haben darf. Das "Konzil" war nur ein PASTORALKONZIL, es hat keinerlei dogmatische Festlegungen getroffen.
      Ihnen darf ich raten, bei Ihrer Profession als Seelenspezialist zu bleiben und sich nicht auf Gebiete zu verirren, von denen Sie offenbar wenig verstehen.

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  9. Da wäre ich doch tatsächlich beinahe auf den "Häresienjäger" herein-
    gefallen! - Zuerst dachte ich wirklich, der meint das ernst.
    Herrliche Satire!

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    1. Sie irren, verehrter "Bimbam" ("heilig" sind Sie wahrlich nicht!). Ich meine es bitter ernst.

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