Montag, 21. April 2014

Der Protz-Skandal um die 700-Quadratmeter-Wohnung von Kardinal Bertone im Vatikan...

Die italienische Zeitung "La Repubblica" brachte den Artikel am Ostersonntag,
und Tausende von Zeitungen weltweit übernahmen dies 1: 1 mit oder auch ohne Hinweis auf die Quelle.
Hier --> KLICKEN !
Ich bin kein besonderer Fan
des ehemaligen Kardinalstaats-
sekretärs, aber die Annahme, er habe sich einfach mal so eine 700-Qua-
dratmeter-Wohnung "im Vatikan" unter den Nagel gerissen, ist schlicht Blödsinn.
Journalist Marco Ansaldo schreibt das ausgerechnet für eine Zeitung, die sich mit einem getricksten Papstinterview bereits unrühmlich hervorgetan hat ---> KLICKEN !
Und der Artikel erscheint ausgerechnet an den Osterfeiertagen, also zu einer Festtagszeit, in der im Vatikan niemand zu erreichen ist, um nähere Auskunft zu geben. Aber eines ist klar: Die Wohnung, die in der Presse mal 600, mal 700 Quadratmeter groß ist, befindet sich sicher nicht "im Vati-
kan"
, und niemand baut Wohnungen um, wenn das nicht von der zustän-
digen Vatikanbehörde abgestempelt wurde. Richtig ist, dass solch eine aus zwei Wohnungen zusammengelegte Riesenwohnung befremdlich bis prot-
zig wirkt. Ich bin auch peinlich berührt.
Zum Skandal wird das aber nur, weil die Presse das so will. Als Adresse nennt Marco Ansaldo den "Palazzo San Carlo", also die Adresse des Vati-
kanischen Filmarchives und des Päpstlichen Rates für die sozialen Kom-
munikationsmittel. Das liegt zwar auf dem Gebiet des Vatikanstaates, aber alles andere als Tür an Tür mit dem Papst, siehe ---> HIER !
Mit anderen Worten: Eine gelungene PR-Aktion der genannten Zeitung, ein Blick auf den großzügigen Lebensstil eines von Papst Franziskus von seinen Aufgaben entbundenen Kardinals (Nachfolger ist Pietro Parolin), aber viel mehr auch nicht. Es sei denn, dass man als Journalist mal wieder die Mach-aus-der-Mücke-einen-Elefanten-Nummer durchzieht...
Richtig peinlich wird es aber erst, wenn man als Zeitung dabei auch noch die falsche Person im Foto zeigt (mit Stand vom 20.4. sieht man hier den Nachfolger von Bertone) ---> KLICKEN !

Was die Bescheidenheit des jetzigen Papstes betrifft, so hat sie allerdings ihren Preis, siehe z.B. ---> HIER!
Aber das ist eine andere Sache, und so belasse ich es bei diesem Hinweis.

Kommentare:

  1. Verstehe ich das richtig? Sie sind peinlich berührt, weil die Presse einen Skandal inszeniert? Entweder gibt es die Riesenwohnung, dann kann man peinlich berührt sein. Oder es gibt sie nicht, dann ist es eine Presseente, die man kritisieren kann. Ihr seltsamer Beitrag eiert herum, was ist denn nu angesagt? Oder schreiben Sie jetzt zu Ostern auch Pseudoskandälchen, nur in die andere Richtung?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Am einfachsten wäre es, wenn Sie lesen würden, was ich geschrieben habe.

      Löschen
    2. Ich bemühe mich ja! Vielleicht bin ich aber einfach nur zu blöd?!

      Also:
      1. 700qm Wohnung im Vatikan ist Blödsinn (Quellenangabe für diese Aussage?)
      2. Die Wohnung befindet sich nicht im Vatikan
      3. Palazzo San Carlo liegt auf dem Gelände des Vatikan

      Sie verwirren mich! Klären Sie einen dummen Leser auf. Gibt es nun eine Riesenwohnung im Vatikan oder nicht?! Oder diskreditieren Sie nur die Zeitung und einen Journalisten?

      Löschen
    3. Ich wiederhole mich nur ungern.
      Lesen Sie, was ich geschrieben habe und klicken Sie
      auch die Links an. Dann sehen Sie z.B., wo die Wohnung liegt.

      Löschen
  2. Es ist schon originell, was die linke "Repubblica" da wieder inszeniert.
    Noch nicht mal die genaue Größe der Wohnung kann man angeben,
    also alles nur vom Hörensagen. Wie schon im Falle des manipulierten
    Papst-Interviews allerbester Manipulations-Journalismus.
    Erschreckend an der Geschichte ist für mich als hauptberufliche
    Journalistin, wie die Kollegen die Story völlig ungeprüft abschreiben.
    Manchmal frage ich mich schon, wofür die eigentlich bezahlt werden.
    Die Schmerzgrenze des Anstands ist überschritten!
    In diesem Zusammenhang sei nur am Rande erwähnt, dass einige
    deutsche Bischöfe auch als Einzelpersonen über Wohnungen von mehr
    als 200 Quadratmetern verfügen. Bertone bezahlt seinen Wohnraum
    wenigstens selbst, während z.B. Kardinal Marx mietfrei in einem
    Palast wohnt:
    http://www.welt.de/regionales/muenchen/article108248848/Marx-residiert-in-millionensaniertem-Prunk-Palais.html
    Bischöfe

    AntwortenLöschen
  3. Bei der Recherche für einen Bericht über diesen Skandal bin ich auf Ihren Blog-
    Eintrag gestoßen. Bisher konnte ich mir noch keine abschließende Meinung
    dazu bilden, aber Kardinal Bertone ist für seinen "gehobenen Lebensstil" bekannt.
    Allerdings ist die Veröffentlichung der Story just zu den Feiertagen schon
    etwas verdächtig, denn es gibt keinen Grund, damit nicht noch ein paar Tage
    zu warten.
    Also sollte man sich mal die Frage stellen, und der gehe ich gerade nach,
    welchen Hintergrund dieser Termin haben könnte.
    Oder wollte Marco Ansaldo vielleicht nur den Verkauf seiner Bücher
    etwas ankurbeln?

    AntwortenLöschen
  4. Die medial aufgebauschte Aufregung kann ich nicht nachvollziehen.
    Kardinal Bertone mietet sich und bezahlt eine Riesenwohnung.
    Na schön. Wo ist da der Gag?
    Der Mann ist nicht gerade arm und hat das Geld, um die Miete zu
    bezahlen. Offensichtlich nimmt er auch niemand dringend benötigten
    Wohnraum weg, sonst wäre der Umbau nicht genehmigt worden.
    Also wenn der Mann eine Wohnung haben will, die etwas größer
    als ein Basketball-Spielfeld ist: Warum nicht?
    Ich habe Verwandte auf Sylt. Was sich da abspielt, hat ganz andere
    Ausmaße: Da blättert man für ein kleines Häuschen schnell mal zwei
    bis drei Millionen hin.
    Die Protzvillen auf Sylt und anderswo haben ganz andere
    Ausmaße als die Wohnung des Kardinals.
    Also: viel heiße Medienluft, sonst nichts!

    AntwortenLöschen
  5. Bertone hat als Salesianer doch das Armutsgelübde abgelegt, oder nicht?
    Wie passt das zusammen?

    AntwortenLöschen
  6. Ordinariatsgeschädigter21. April 2014 um 11:06

    Bertone ist nicht gerade ein Aushängeschild für einen guten Priester.
    Die Kritik finde ich also berechtigt.
    Andererseits beobachte ich auch wie die oben zu lesende Kommentatorin
    "ZEITUNGSFRAU", dass es da auch eine große Verlogenheit bei den
    Medien gibt.
    Kardinal Marx beispielsweise ließ in Rom in bester Lage für 10 Millionen
    Euro (ohne Umbaukosten und ohne die laufenden Betriebskosten!) eine
    Villa kaufen.
    Wie es heißt, soll die natürlich kleinen Pilgergruppen und Gruppen aus
    dem Ordinariat als standesgemäße Unterkunft dienen. Es gibt ja auch
    sonst keine Pilgerhäuser in Rom...?!
    Niemand käme etwa auf die Idee, dass Kardinal Marx dort für sich
    und Gefolge Räume einrichten lassen will.
    Wo bleibt denn da der Verschwendungs-und-Protz-Aufschrei...?

    AntwortenLöschen
  7. An alle Bertone-Verteidiger: Wenn er, wie hier zu seinen Gunsten ins Feld geführt wurde, seine Wohnung "selber bezahlt", und überhaupt nun mal einen "gehobenen ldbensstil" pflege, wie er einem ehemaligen "2. Mann in der Kirche" angemessen sei, dann stellt sich doch die Frage: woher hat seine Eminenz die finanziellen Mittel für Edel-Wohnung und ambitionierten Lebensstil?

    Er ist Salisianermönch und als solcher eigentlich zur persönlichen Armut verpflichtet. Wenn er also Wohnung und Lebensstil aus eigenem Portemonnaie finanziert, dann ist er seinem Mönchsgelübde untreu geworden.

    AntwortenLöschen
  8. Da ich einige Zeit in Rom gearbeitet habe, kann ich nur zustimmen:
    Im Vatikan befindet sich die Wohnung ganz sicher nicht.
    Allerdings gibt es da eine Tücke des Objekts, die man kaum ergooglen kann:
    Es gibt nämlich dummerweise gleich zwei Palazzi San Carlo.
    Bei der Internetsuche dürfte man in der Regel nur den von Ihnen entdeckten
    finden. Der zweite liegt auch im Vatikanstaat, aber innerhalb der Mauern und
    tatsächlich nicht weit entfernt vom Gästehaus, in dem der Papst wohnt.
    Letztlich ist das bei der Angelegenheit aber nebensächlich.
    Die Riesenwohnung ist ein Ärgernis, aber da leisten sich andere Würdenträger
    noch wesentlich teureren Luxus als eine große Wohnung.

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================