Mittwoch, 21. Mai 2014

Kirche als Vorbild? Neue Initiative "Wir sind Fußball" will Stuhlkreise für Dialog-Fußball!

"Wir sind Kirche" - das hat
man irgendwie schon mal gehört. Und dass die Kirche
(in einigen Diözesen mehr,
in anderen weniger) stuhl-kreisen und dialogisieren kann, das hat sie gerade in Deutsch-
land in jüngster Zeit unter Beweis gestellt.

Nicht nur die BILD-Zeitung
hat ihre Informanten überall sitzen (siehe gestern), der "KREUZKNAPPE" selbstver-
ständlich auch.
Und so will ich hier kurz berichten, was mir aus zuver-
lässiger Quelle zugetragen wurde: Im Weltfußballverband "FIFA" entwickelt sich nach dem Vorbild gewisser Kreise inner-
halb der katholischen Kirche eine zur Zeit noch interne Protestbewegung "Wir sind Fußball", deren Erstarken den Verantwortlichen den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Einige ihrer umstürzlerischen Ideen seien hier unter dem Siegel der Verschwiegenheit verraten:

"1.) Dass etwa 20 Spieler einem einzigen Ball hinterher rennen müssen, ist ein Relikt aus vordemokratischer Zeit. Wir fordern daher mindestens vier Bälle in verschiedenen Größen und Farben.
2.) Die verknöcherten alten Herren von FIFA und DFB haben keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit des Fußballvolkes. Wir fordern daher einen demokratischen Dialog über alle Fußballregeln. Insbesondere die Abseitsregel ist diskriminierend und minderheitenfeindlich. Die Stürmer leiden unter dieser dogmatischen Entscheidung, die durch ein neu einzu-
berufendes Fußball-Konzil unverzüglich aufzuheben ist.
3.) Es ist nicht einzusehen, dass nur die fest angestellten Profis bei Meisterschaften antreten. Wir alle sind Fußballvolk und verlangen vor allem die Öffnung der Fußballfelder für alle, die Sport studiert haben und für Frauen.
4.) Die jetzige Größe der Tore bedeutet eine Ausgrenzung aller, die nicht so gut zielen können und verstößt damit gegen die Menschenwürde. Wir for-
dern daher aus Barmherzigkeits-gründen die Anpassung der Torgröße an das tatsächliche Schussvermögen der Mitspieler.
5.) Fußball ist immer noch frauenfeindlich. Wir fordern daher den Er-
satz des patriarchalischen Begriffes „der Fußball“ durch „das laufende Runde“ oder „die Bällin“. Ferner ist auf dem Spielfeld eine Frauenquote von mindestens 51 % einzuführen, und zwar auch als Schiedsrichter- innen und Torwärtinnen." 

.
(Hinweis: Auch wenn manche Leser, Leserinnen und geschlechtsneutral Lesende das nicht vermuten werden: hier handelt es sich um Satire. Die Wirklichkeit ist noch nicht so weit...)

Kommentare:

  1. Sehr gut. Merkwürdigerweise rennen uns, die "Wir sind.Fußball" sind, die Medien noch nicht mit Interviewanfragen die Türen ein, wie sie es bei unserem Kirchenpendant so gern tun. Naja vielleicht die Hitze, oder sie brüten noch an ihrer Bertone-Millionen-Blamage.
    Zur genderkorrekten Bezeichnung für den Ball haben uns die Vorfühlerinnen der gerechten Sprache ja schon den Weg (geht das noch, oder muß es schon Wega heißen?) gewiesen: ein a ans Ende oder ein x . Dann hätten wir also Balla (hm) oder Ballx.

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  2. Klasse, dieser schmunzelschöne Beitrag zur "Wir sind Fußball"-Initiative.
    Da fällt mir gerade ein: Sind nicht bestimmte, für die Regeln des Spiels
    aufgemalte Linien des Fussballfeldes unangemessen dominierend?
    Wo bleibt z.B. der/die/das Dreieck? E/r/sie/es könnte sich diskriminiert fühlen.
    Trotz aller Satire: An obigem Text wird deutlich, wie absurd bestimmte
    Forderungen entsprechender Kreise an die katholische Kirche sind.

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