Dienstag, 20. Mai 2014

Limburger Bischof wohnt mietfrei! -- Dann soll Kardinal Marx sich nicht erwischen lassen...!

Ha, da haben die Qualitäts-
journalisten mal wieder ein Thema, das sie so richtig aus-
schlachten können: Der zu-
rückgetretene Limburger Bi-
schof Tebartz-van Elst wohnt immer noch in Limburg im Bischofshaus, und das auch noch mietfrei, wie "Hitradio FFH" herausgefunden hat. Endlich ein Thema, das fast schon Sommerlochqualitäten hat!
So stürzen sich die meisten Medien darauf, sogar "katholisch.de". Es ist also angebracht, da auf ein paar "Kleinigkeiten" hinzuweisen, die von den meisten Schreibern rein zufällig "übersehen" wurden: Nicht Tebartz-van Elst hat das so verlangt, sondern das Bistum hat ihm das "angeboten", wie der Pressesprecher ausdrücklich betont und wie auch alle Medien wissen.
Vielleicht kennen einige das nicht mehr, aber es gibt auch so etwas wie Höflichkeit und Anstand einem ausgeschiedenen Diözesanbischof ge-
genüber.
Protz und Raffgier entfallen also schon mal. In einem früheren Artikel machte ich schon darauf aufmerksam, dass es wohl kaum so ist, dass der Bischof dort jemand dringend benötigten Wohnraum wegnimmt, denn bislang ist überhaupt keine nachfolgende Nutzung konkret beschlossen. ---> KLICKEN !

Wenn die Damen und Herren Journalisten mal ein paar Minuten im Internet recherchiert hätten, wäre ihnen ohne besondere Mühe die "Dienstwohnungsordnung" des Bistums Limburg begegnet (sollte ein Pressemensch die nicht finden, kann er sich gerne an mich wenden).
Da steht dann im § 3 Abs. 3 drin, wie sich das Bistum in solchen Fällen
zu verhalten hat. Klipp und klar heißt es, dass die Wohnung "zum Ab-
lauf des übernächsten Monats zu räumen"
ist, es sei denn, man habe
im Einzelfall eine darüber hinaus gehende Räumungsfrist vereinbart.
Also hat der emeritierte Bischof, dessen Rücktritt am 26. März vom Papst angenommen wurde, auch ohne Sondervereinbarung Zeit bis Ende Mai. Wenn das Bistum ihm, der auf Wohnungssuche ist, eine Verlängerung gewährt, ist das nicht ungewöhnlich.
Was die Miete betrifft, so ist es Sache der Bistumsleitung, wie man in diesem Sonderfall verfährt. Es war wohl für die Übergangszeit als höfliche Geste gedacht, dass man für die wenigen Wochen auf Miete verzichtet, unter der Bedingung, dass der Bischof das steuerlich angibt. Ob dieses Verhalten angesichts der Medienhatz klug war, sei mal dahingestellt, aber nett gemeint dem ehemaligen Chef gegenüber war es sicher.
Originellerweise gibt es da auch andere Bischöfe, die mietfrei wohnen,
was aber kaum jemand zu stören scheint. Prominentestes Beispiel ist da vielleicht Kardinal Marx, der mietfrei wohnt, das aber ebenfalls steuerlich angibt. 

Mir ist das egal, aber das künstliche Geschrei wegen der Übergangs-
situation in Limburg könnte man ohne allzu große Mühe durchaus als heuchlerisch bezeichnen...

Kommentare:

  1. Fast so heuchlerisch wie Marx in gleicher Manier in die Öffentlichkeit zu zerren ;-)

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    1. Da gibt es nichts zu zerren,
      das ist bekannt.

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  2. Und warum behauptet man zuerst, er zahle Miete. Da haben wohl einige in Limburg immer noch nichts dazugelernt...

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  3. Herzlichen Dank für Ihre treffende Analyse!
    Es ist beschämend, wie die Presse immer noch mit
    dem Thema umgeht.

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  4. Es ist mir unbegreiflich, dass man im Limburger Ordinarat
    immer noch nicht kapiert hat, wie sensibel man mit dem
    Thema umgehen muss. Oder war das etwa Absicht?

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  5. Der Unterschied ist, dass Tebartz-van Elst ein böser Mensch ist und Marx ein guter, wie jeder weiß, der regelmäßig Zeitung liest oder Facebook nutzt.

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  6. Der Unterschied ist ebenso, dass Marx ein böser Mensch ist und Tebartz-van Elst ein guter, wie jeder weiß, der regelmäßig in der Blogozese liest.

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