Mittwoch, 21. Mai 2014

Plötzlich war das Weihwasserbecken weg: Kirchendiebe klauen so ziemlich alles...

    Die Predigt zum  6. Sonntag der Osterzeit ist am Donnerstag um 7 Uhr online!
.
"Ach, bei uns gibt's doch kaum was zu holen!" -- Diesen Spruch kennt man, aber er ist so falsch wie "bis jetzt ist doch nichts passiert...!"
Da staunte dieser Tage eine Ordens-
schwester in Dortmund nicht schlecht:
In der Kapelle eines Krankenhaus fehlte plötzlich das ca. 30 Kilogramm schwere Weihwasserbecken. Der Diebstahl konnte jedoch innerhalb von Stunden aufgeklärt werden, weil der Dieb das gute Stück aus Bronze intelligenterweise einem orts-
ansässigen Schrotthändler für 30 Euro verkauft hatte, unter Vorlage seines Personalausweises mit Angabe seiner Anschrift.
Die Kirchendiebstähle häufen sich auffallend. Doch leider gehen sie nicht immer so glimpflich aus. Die französische Kultusministerin ist über das Ausmaß so geschockt, dass sie härtere Strafen für Diebe und Hehler for-
derte. Mittlerweile würden Kunstobjekte „containerweise“ abtransportiert und verschwänden zum größten Teil in Privatwohnungen in den USA.
Bei den derzeit enorm gestiegenen Rohstoffpreisen klauen die Diebe mitt-
lerweile sogar vieles, was sprichwörtlich eigentlich niet- und nagelfest ist. Das geht von Türbeschlägen und Regenrinnen bis hin zu Teilen von Kup-
ferdächern.
In der Regel sind da Profis am Werke, die ausschließlich von den relativ risikolosen Kirchendiebstählen leben. In den tagsüber offenen Kirchen sind ihre Erfolgschancen recht gut.
Allerdings gibt es auch da Ausnahmen. Eine besonders tragische erlebte ein Dieb in Mexiko, der mit dem Kopf in einem Fenstergitter hängenblieb und qualvoll erstickte.
Im allgemeinen ist die Erfolgsquote jedoch enorm. So wurde kürzlich witzigerweise ausgerechnet vor der Kirche „Maria zu den Ketten“ in Zell am Harmersbach eine 57-jährige Seriendiebin gefasst, die bei ca. 12.000 (!) Opferstock-Diebstählen mit einer besonderen Vorrichtung seit 1998 rund 250.000 Euro erbeutet hatte. Fast schon mit Stolz erzählte die arbeitslose Frau den Polizisten, pro Tag sei sie auf diese Weise auf bis zu 250 Euro gekommen.
Doch unter den Tätern gibt es auch solche, mit denen man eher weniger rechnen würde. Im Erzbistum Freiburg wurde der Rektor einer Haupt-
schule gefasst, der im Laufe mehrerer Jahre auf seinen Fischzügen über 400 sakrale Gegenstände aus Kirchen gestohlen hatte. Nun arbeitet die Polizei mühsam daran, die rechtmäßigen Besitzer zu ermitteln, denn offensichtlich wurden einige der Diebstähle bisher noch nicht bemerkt.
Das Ordinariat hat inzwischen einen Foto-Katalog an die Kirchengemein-
den verschickt…
Ganz eindeutig gibt es einen Schwarzmarkt für fast alles. Während manche besonders wertvollen Kunstgegenstände in den Kirchen inzwischen elek-
tronisch gesichert sind, kümmern sich die Diebe um anderes, so etwa in Norddeutschland gar um Ringe, die Toten beigegeben wurden. Sogar Schädel wurden abgetrennt…
Um in aller Ruhe stehlen zu können, haben sich nervenstarke Diebe in Westfalen in einer Kirche einschließen lassen. Nach einem Konzert fehlen nun etliche Instrumente und eine Verstärkeranlage mit Mischpult…
Dennoch ist das noch vergleichsweise harmlos: In Mexiko wurde kürzlich ein Priester überfallen, mit der Pistole bedroht und gefesselt. So wechselten nicht nur zahlreiche sakrale Gegenstände den Besitzer, sondern auch die Brieftasche und das Auto des Priesters, das zum Abtransport des Diebes-
gutes dringend benötigt wurde.
Kirchengemeinden tun in heutiger Zeit also gut daran, sich frühzeitig Gedanken über Sicherheitsmaßnahmen zu machen! 

Pressebericht: Weihwasserbecken verschwunden ---> KLICKEN !

1 Kommentar:

  1. Wie sagte mir einmal ein Benediktinerpater: "In der Theologie und in der Kirche wird am meisten geklaut."

    Es fängt aber auch schon bei den Gesangsbüchern an. Der Pater erzählte mir dann noch folgendes: Als er mal Sakristan war bestellte er neue Gotteslöber in schwarz. Grund: Die alten (in grün und rot) waren schon so abgenudelt und es fehlten auch etliche. Als der neue Satz schwarze dann kam legte er diese in der Kirche aus und die alten sammelte er ein.

    Ein paar Wochen später hatte er dann aber wieder auf einmal grüne und rote unter den schwarzen. D.h. die Gläubigen haben die alten grünen und roten mitgebracht (die fehlten) und haben sich dafür nen neues schwarzes mitgenommen.

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================