Donnerstag, 22. Mai 2014

"Wir sind Kirche" ist geschockt: Österreichische Vorsitzende "vom Papst" (?) exkommuniziert

           Direkt zur Predigt für 6. Sonntag der Osterzeit (25.5) ---> HIER KLICKEN !
:
Wenn Sie, was wir nicht hoffen wollen, ein "schlimmes" amtliches Schreiben per Brief bekommen, dann hilft es Ihnen eher wenig, wenn Sie dem Postboten erklären, dass Sie die Annahme verweigern.
Martha Heizer, österreichische Vorsit-
zende von "Wir sind Kirche", probiert es trotzdem. Wobei der "Postbote" allerdings sehr hochrangig war, nämlich der zuständige Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer, der ihr und ihrem Ehemann die unangenehme Post persönlich überbringen wollte. Nein, man akzeptiere die lange angekündigte und jetzt "amtliche" Exkommunikation nicht, erklärte Frau Heizer. -- Nein, eigentlich hat nicht Papst Franziskus per-
sönlich die beiden exkommuniziert, auch wenn viele Medien das schlag-
zeilenträchtig so verkünden (siehe z.B. "DIE WELT" ---> HIER !).
Die ausgesprochene Exkommunikation ist der vorläufige Schlusspunkt eines kirchenamtlichen Verfahrens, das immerhin seit 2011 (!) lief. Frau Heizer hatte 2011 in  Interviews erklärt, dass sie zusammen mit einigen anderen immer mal wieder die Eucharistie ohne Priester feiere.
Sie simulierte damit also eine Heilige Messe, obwohl ihr durchaus bekannt war, dass ausschließlich ein geweihter Priester der Heiligen Messe vorste-
hen darf. Die Vermutung liegt nahe, dass Frau Heizer mit ihrem öffentli-
chen Bekenntnis zu diesem schweren Vergehen die Diskussion über das Priesteramt "anheizen" wollte.
Nach diesen Äußerungen musste Bischof Scheuer tätig werden und meldete den Tatbestand nach Rom. Der  Diözesanrichter aus dem benachbarten Feldkirch vernahm erst einmal das Ehepaar, anschließend befasste sich
die Glaubenskongregation damit und stellte erwartungsgemäß ein "delic-
tum gravius"
(ein gravierendes Delikt) fest. Das weitere Vorgehen lag dann, wie in solchen Fällen üblich, bei der zuständigen Diözese, also bei Bischof Scheuer.
Offensichtlich war der "Wir sind Kirche"-Vorsitzenden an einer Entschär-
fung des Konfliktes nicht gerade gelegen. Sie erklärte z.B. dem Sender "ORF" gegenüber, man werde auch weiterhin solche "privaten" Eucharis-
tiefeiern veranstalten.
Wie "Radio Vatikan" heute meldete, habe der Bischof es sehr bedauert, dass man sich so stur gezeigt habe. Damit habe Frau Heizer "eine Situation geschaffen", wo dem Bistum keine andere Wahl geblieben sei. Es liege nun am Ehepaar Schweizer, innerhalb der üblichen Frist von 10 Tagen "die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Tatstrafe der Exkommunika-
tion
entweder nicht festgestellt oder unverzüglich nachgelassen werden kann und muss." -- Das heißt: Es gäbe noch eine allerletzte Chance, die Ex-
kommunikation nicht wirksam werden zu lassen, wenn die beiden Heizers dementsprechend einlenken würden. Danach allerdings sieht es nicht gerade aus. Eher danach, dass da zwei vermeintliche Märtyrer entstehen (sollen)...
"Wir sind Kirche" ist jedenfalls angeblich geschockt. Ja, was hat man denn nach solch einem Verhalten erwartet? Etwa ein dickes Lob aus Rom für die grobe und anhaltende Missachtung der Vorschriften?
Christian Weisner, Chef vom deutschen Zweig von "Wir sind Kirche" sieht das jedenfalls so. Das Feiern von "Gottesdiensten" (?!) ohne Priester solle Rom in Zeiten des Priestermangels doch bitte begrüßen, statt es zu bestrafen. - Was soll man dazu noch sagen???

Artikel bei "Radio Vatikan" ---> KLICKEN !