Sonntag, 7. September 2014

Alle Jahre wieder das beliebte Vorurteil: Der Vatikan ist ja so schrecklich frauenfeindlich...!

Sie erinnern sich: Gestern ging es im ersten Teil des Artikels schon mal grundsätzlicher um die sogenannte Frauenfeindlichkeit. ---> KLICKEN !
Weil's den Leuten einfach Spaß macht, nicht denken zu müssen, werden manche Vorurteile über Jahre hinweg gepflegt. Klar, dass in dieser Sammlung jenes vom total frauenfeindlichen Vatikan keinesfalls fehlen darf.  Auf das Schlimmste unter-
drückt werden dort die Damen, und wenn überhaupt, dürfen die wenigen Frauen nur die niedrigsten Knechtsarbeiten verrichten.
So weit die ach so beliebte Theorie.
Die Praxis sieht freilich anders aus, auch wenn sich z.B. bei der Presse so manche darum nicht scheren. Was geht uns auch die Wahrheit an...?
Tatsache ist beispielsweise, dass von den rund 4.000 Mitarbeitern (das -innen erspare ich uns allen) des Papstes rund 700 Frauen sind, also satte 19 %, mit steigender Tendenz. Spätestens seit 2007 weiß man nicht nur als Journalist eigentlich auch, falls man das denn möchte, welche interessan-
ten Führungspositionen Frauen im Vatikan einnehmen (Hinweis: Buch von Gudrun Sailer: "Frauen im Vatikan", siehe Linktipps).
Eine schreckliche Enttäuschung für die Pfleger der Vorurteile ist auch, dass beispielsweise in den Putzkolonnen nur Männer angestellt sind - wow, wie frauenfeindlich!
Eine Unverschämtheit des Vatikans ist ferner die Tatsache, dass dort im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in manchen Unternehmen seit jeher für Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleicher Lohn gezahlt wird. Dabei kann es sich nur um eine Provokation handeln!
Ebenso bösartig vom Vatikan ist z.B. die Anstellung von "Gottes mäch-
tige Dienerin"
gewesen, Schwester Pascalina Lehnert. Ihr gewaltiger Einfluss auf Papst Pius XII. wurde sogar im Buch und im Film verarbeitet.
Der Vatikan schreckt aber auch vor nichts zurück, wenn es um Angriffe auf die Lieblings-Vorurteile geht: Dort hat man sich sogar erdreistet, als aller-
erste Frau im Vatikan ausgerechnet eine Jüdin anzustellen, 1934 die Ar-
chäologin Hermine Speier.
Wie im Sommer 2011 bekannt wurde, hat Papst Benedikt XVI. der Frauen-
feindlichkeit noch die Krone aufgesetzt. In der Vatikanzeitung "Osser-
vatore Romano"
wurden und werden Frauen auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin "personell und thematisch" mehr berücksichtigt. Dreist, ein-
fach nur dreist!
Oh - es kommt ja noch schlimmer: Wahrscheinlich nur um die Kritiker zu ärgern, werden jetzt auch immer mehr Leitungspositionen im Vatikan mit Frauen besetzt, siehe z.B. HIER und HIER !

Weitere Belege siehe HIER und HIER und HIER !
Wie gut, dass man z.B. in der freien Wirtschaft Deutschlands doch so ganz anders und dem Vatikan meilenweit voraus ist. Hier kommen die Frauen wirklich flächendeckend zum Zug: Bei insgesamt 160 Großunternehmen gibt es z.B. wie viele Chefinnen? - Na, raten Sie mal.
Ich verrate es Ihnen: Eine einzige...! ---> KLICKEN !