Sonntag, 7. Dezember 2014

Papst Franziskus verteidigt sich im Interview gegen Kritiker: Vorwürfe sind unberechtigt!

In einem ausführlichen  Inter-
view mit Elisabetta Piqué von der wichtigen argentinischen Tageszeitung "La Nacion"      hat sich Papst Franziskus ganz aktuell mit verschiedenen Vor-
würfen seiner Kritiker ausei-
nandergesetzt. Ganz konkret auf einige Dinge angesprochen, weist er die Vorwürfe zurück. Meine Übersetzungskünste sind nicht gewaltig, man möge mich also bitte korrigieren, wo ich evtl. etwas falsch aufgefasst habe.
Meine Quelle ist ein heutiger Artikel in "AMERICA", der auf das Orginal-Interview in "La Nacion" verlinkt. ---> KLICKEN !
Auf die Familiensynode angesprochen, erklärte der Papst, dass viele Kriti-
ker zu Unrecht befürchteten, dass die Lehre der Kirche beschädigt würde. Meistens habe man gar nicht wirklich gelesen, was die Synode beschlossen habe. So habe z.B. niemand auf der Synode über die Homo-Ehe gespro-
chen, sondern es sei z.B. darum gegangen, wie man homosexuellen Söhnen und Töchtern helfen könne. Auch sei die katholische Ehelehre in keinem Punkt berührt worden. Es gehe nur darum, wie man aus pastoraler Sorge Türen "ein wenig mehr" öffnen könne.
Auch Vorwürfe bezüglich seines Verhaltens gegenüber Kardinal Burke träfen nicht zu, erklärte der Papst. Da der juristische Sektor im Rahmen
der Kurienreform umgebaut werde, sei Burke auf ihn zugekommen mit der Frage, wie es dann mit ihm persönlich weitergehen könne. Weil er Burke aber auf der Synode dabei haben wollte, habe er ihn erst einmal wegen einer Lösung um Geduld gebeten. Der Wechsel von Burke sei "in gutem Einvernehmen" erfolgt.
Auch die Entlassung des Kommandanten der Schweizergarde sehe er anders; die Reform sei so lange vorher mit ihm abgestimmt gewesen. Daniel Anrig sei ein "sehr guter Katholik", wird der Papst von "La Nacion" zitiert.
Im übrigen hätten seine päpstlichen Vorgänger auch gegen Widerstände kämpfen müssen; er sei deswegen nicht besorgt, sondern Gott sei so gut
zu ihm, ihm eine gute Portion Ahnungslosigkeit zu schenken.
Auch Medienberichte über seinen Geburtstag 2013 seien unrichtig ge-
wesen. Nicht er habe Obdachlose zum Frühstück eingeladen, sondern
das hätten Mitarbeiter arrangiert.
Ein bemerkenswertes Interview, finde ich. Hier stellt der Papst seine Sicht der Dinge dar, und das ist auch gut und hilfreich, um bei uns den Blick zu schärfen. Das wird vielleicht nicht machbar sein, aber ich würde mir wün-
schen, dass solche Äußerungen öfter zu anstehenden und vielleicht ver
wirrenden Themen erfolgen könnten...

.
Nachtrag um 17.28 Uhr:  Obiger Artikel ist einige Stunden vorher
von mir vorproduziert worden; wir hatten bis gerade Besuch im Haus.
Jetzt sehe ich, dass es bei "Radio Vatikan" auch einen Artikel dazu gibt. ---> KLICKEN !

Nachtrag um 17.57 Uhr:  Inzwischen habe ich auch einen längeren Artikel bei "kath.web" entdeckt, dessen Lektüre ich auch für die Mei-
nungsbildung empfehle. Die Artikel bei "Radio Vatikan" und bei "kath.web" sind wesentlich detaillierter als mein zeitlich davor abgefasster Versuch.  ---> KLICKEN !


Kommentare:

  1. Danke dem KREUZKNAPPEN für den schnellen und fairen Artikel und insbesondere auch für die Nachträge. Eine Anmerkung sei mir erlaubt: Dies ist die Sichtweise des Papstes, und es ist gut, das zu wissen. Man sollte jetzt aber nicht dem Missverständnis erliegen, dies sei die einzig richtige Darstellung der genannten Sachverhalte.
    Wäre das alles so harmlos gewesen, hätte es Aufregung und Kritik nicht in diesem Umfang gegeben, und Synodenkritikern vorzuhalten, diese hätten bloß nicht richtig gelesen, ist schon ein bisschen dreist!

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  2. Verwirrende Themen entstehen erst durch die sprungbereite Feindseligkeit einiger Tradis, die nach jedem noch so unbedeutenden Härchen in der Suppe fingern, um Franziskus zu kritisieren. Aus dieser Ecke wäre einmal ein riesengroßes MEA CULPA angesagt!

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  3. Das nehme ich dem Papst so nicht ab.
    O.K,, er mag das so sehen. Wenn man mal das Beispiel Burke verfolgt,
    kommt einem das doch schon sehr merkwürdig vor.
    Würde die Papst-Variante 100 % stimmen, hätte Kardinal Burke spätestens
    nach der einsetzenden internationalen Empörung über seinen Rauswurf
    (es ist ja unbestritten eine Entmachtung, und der Papst hätte ihm durchaus
    bei einer evtl. Zusammenlegung von vatikanischen Ministerien einen anderen
    hohen Job anbieten können!) öffentlich mitteilen müssen: Langsam, Freunde,
    das war doch mein ganz ausdrücklicher Wunsch, vom Papst abgeschoben
    zu werden...!

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    1. Die "einsetzende internationalen Empörung über seinen Rauswurf" bestand bei Licht besehen vor allem aus der üblichen Empörung in den internationalen Integralisten- und Tradi-Blogs, die in sprungbereiter Feindseligkeit noch bei jedem Rülpsen" des Papstes ihren Empörungshype inszenieren.

      Oder können Sie uns seriöse Qualitätsmedien, die unabhängig von kirchlichen Lobbygruppen sind, nennen, die über die Entscheidung des Papstes in Sachen Burke empört waren?

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    2. Herrliche unbeabsichtige Selbstironie,
      wenn "Normalkatholik" schon in seinem Namen ex cathedra
      festlegt, was "normal" in der Kirche ist.
      Es geht übrigens nicht um "Empörung", sondern um eine Lage-
      Einschätzung im Fall Burke.
      Und da finden sich für jeden, der guten Willens ist und weiß,
      wie man "google" nutzt, genügend Beispiele für Papstkritik.

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  4. Endlich mal was Greifbares von Papst Franziskus zu den Vorwürfen
    aus der Tradi-Szene. Hoffentlich geht er weiter so in die Offensive
    und gibt den Ewiggestrigen eins auf's Maul!

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    1. Ihre faire und freundliche Ausdrucksweise, werter "Queerulant",
      zeugt von einer hervorragenden Kinderstube! Bravo!
      (Ironisch gemeint)

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  5. Ein Interview, das zeigt, dass Papst Franziskus doch etwas
    nervös geworden ist angesichts anhaltender Kritik.
    Seine Sprache ist dabei in manchen Passagen fast wie die eines
    Politikers, der mit vielen Worten möglichst wenig sagt.
    Was heißt denn z.B. die Problem-Verniedlichung, es gehe bei der
    Synode nur darum, die "Tür ein wenig mehr zu öffnen"...?!
    Das kann alles heußen, denn "wenig" definiert man u.U. nach
    persönlicher Gefühlslage.
    Was für den Papst "wenig" an Reform ist, kann im Einzelfall
    durchaus sehr kritisch für die Kirche werden!

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  6. Bezichtigt Papst Franziskus einige Schweizergardisten und einige
    Medien der Falschaussage? - Wie bekannt, wurde u.a. mit Detailkenntnissen
    berichtet, dass der entlassene Kommandant zu streng war. Der Papst sei
    entsetzt darüber gewesen, hieß es.
    Und nun erklärt der Papst ganz nebenbei, dass dies überhaupt nicht
    der Fall war, obwohl viele es bestätigen.
    Wer will uns denn da auf den Arm nehmen...?

    http://www.kipa-apic.ch/k261307

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    1. Der grpße Verwirrer ist wieder am Werk, hat Franziskus doch betont, dass es nichts mit seiner Strenge oder der Wohnung zu tun hat. Netter Versuch Sindy

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    2. Wenn man das ganze Statement liest, ist die Sache klar.
      http://www.lanacion.com.ar/1750243-cambio-en-la-guardia-suiza-fue-una-mera-renovacion-es-sano-saber-que-nadie-se-eterniza

      Der Papst kannte die Lage bei der Truppe nicht und hatte 2013 erstmal einer provisorischen Verlängerung des Kommandos zugestimmt.
      "Dann befasste ich mich näher mit der Sache, ging die Kaserne besuchen und verbrachte einen ganzen Nachmittag mit ihnen [den Gardisten], blieb auch einen Abend zum Essen, lernte die Leute kennen; und danach erschien mir ein Neubeginn klüger. Es war eine reguläre Neubesetzung, seine Amtszeit lief ohnehin ab und es ist gesund, sich klar zu machen, dass man nicht ewig bleibt. Ich habe Mitte des Jahres mit ihm gesprochen und wir sind so verblieben, er soll zum Jahresende gehen. Er wusste das seit Juli."

      Auf die Nachfrage der Interviewerin erklärt der Papst: Nein, es sei nicht richtig, dass der Offizier wegen seiner Überstrenge abberufen wurde, er sei ein sehr guter Katholik und habe eine tolle Familie.
      Auf die zweite Nachfrage, die große Wohnung betreffend, sagt der Papst: "Er hat voriges Jahr die Wohnungen rennovieren lassen, seine ist sicher sehr groß, weil er vier Kinder hat. Er ist ein gläubiger Mensch, menschlich mehr als in Ordnung, ich habe eine ausgezeichntes Verhältnis zu ihm und ich war es, der ihm das erklärt hat, ich hab mich dieser Situation gestellt und ihm gesagt: »Schauen Sie, ich ziehe einen Neuanfang vor.« Da ist also nichts Skandalöses dran, er hat keinerlei Sünde, keinerlei Schuld auf sich geladen."

      Aus der Stellungnahme des Papstes wird das Bemühen deutlich, der Maßnahme die Schärfe zu nehmen und den Betroffenen vor übertriebenen Gerüchten und Nachteilen in Schutz zu nehmen und klarzustellen, dass sich der Offizier nichts hat zuschulden kommen lassen. Gleichzeitig wird aus der Schilderung des Ablaufs aber auch deutlich, dass er sich aus Gründen, die er nicht weiter vertieft, die aber offensichtlich mit der Stimmung in der Truppe zu tun hatten, gegen eine Verlängerung entschieden hat. Die Antwort auf die Frage nach der Überstrenge ("Er ist eine vorbildliche Person, ein sehr guter Katholik und hat eine tolle Familie.") klingt etwas ausweichend, auch wenn er sie verneint.

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  7. Diözesaner Bürohengst7. Dezember 2014 um 20:12

    Bekanntlich hat Vatikansprecher mal bezüglich solch eines Überraschungs-
    Interviews geäußert, für dessen Interviews brauche man einen Hermeneutik-
    Schlüssel, um sie deuten zu können.
    So wird es wohl auch jetzt wieder sein. Allerdings ist aus Erfahrung auch
    nicht auszuschließen, dass Teile oder das ganze Interview wieder zurück-
    genommen werden...

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  8. Ad1 Seit wann sind Interviews mit Tageszeitungen der Weg auf dem ein Papst mit seinen Schäfelein kommuniziert?
    Ad 2 Wirft es ein schlechtes Licht auf unseren Armutsfan, dass er auf die Idee mit dem Obdachlosenfrühstück noch nicht mal selber gekommen ist.
    Ad 3 entweder ist die Ehe heilig oder sie ist es nicht. Entweder sind homosexuelle Handlungen Sünde oder nicht.
    Der Vergeblich mit der Tür ist schon gut:
    wenn sie zu ist, ist sie zu, wenn sie auf ist ist sie auf und wenn man sie aufmacht und das Schild geschlossen dran hängen lässt, ist man entweder scheinheilig, oder schusselig

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