Freitag, 30. Januar 2015

Schüler hatten Bibel nicht dabei: Wütender Pfarrer angezeigt und suspendiert...

Die Informationen darüber sind nur spärlich: Weil die Schüler offenbar größtenteils die für den Religionsunterricht obligatorische Bibel nicht mitgebracht hatten, rastete der Religions-
lehrer aus. Der betreffende Pfarrer soll laut Bericht der "Kronen Zeitung" (andere ähn-
lich) vor lauter Wut zwei elfjährige Schülerin-
nen am Arm gepackt und "mit Gewalt vom Sessel (!?) bis vor das Klassenzimmer gezerrt  haben".
Doch nicht genug damit: Die Kinder mussten "zur Strafe" auch einen Text ins Religionsheft schreiben. Unfassbar!
Die Eltern reagierten empört mit einer Anzeige wegen Körperverletzung und Nötigung, und der Priester wurde selbstver-
ständlich suspendiert. ----> KLICKEN !

Ich habe bekanntlich auch fast 30 Jahre als Religionslehrer gearbeitet. Klipp und klar: Körperliche Gewalt geht gar nicht!   Die Anzeige ist also berechtigt. Die Suspendierung bis zur Klärung der Fakten auch, obwohl
das Wochen dauern kann.
Was in solchen Fällen aber auch typisch ist: Kein Mensch fragt auch nur ansatzweise, wie es zu diesem Ausraster gekommen ist. Der Priester ist schuld, und fertig!
Heutzutage Religionsunterricht zu erteilen ist ein harter Job. Völlig normal und unbeanstandet, wenn Schüler keine Hausaufgaben machen oder keine der eingesetzten Lernmaterialien (Bibel) mitbringen. Wie angesichts sol-
cher Verhältnisse ein geplanter Unterricht möglich sein soll, spielt keine Rolle. Vielleicht kann der Kollege ja spontan was vorlesen, wenn die Schü-
ler ohne Unterlagen kommen...?
Die festgelegten Lernziele wird man so wohl kaum erreichen. Und wenn dann auch noch zur Strafe was ins Heft geschrieben werden soll -- nee, das geht natürlich gar nicht!
Ich kenne Lehrerkollegen, die haben einfach die Schnauze voll.
Der Krankenstand steigt. Die Aggressionen auch. Trotzdem: Die Hand
darf einem nicht ausrutschen. Das ist klar.
Mancher Kollege wird alternativ zum Temperamentsausbruch depressiv und lässt die Schüler machen. Ein Kollege meiner ehemaligen Schule gab einem Schüler nach einer Provokation in der ersten Aufregung eine Ohr-
feige. Das hätte er besser nicht getan. Eine Suspendierung, ein Disziplinar-
verfahren und eine Gehaltskürzung waren die Folge. Der Mann ist jetzt fertig. Man hört schon von weitem im Flur, in welcher Klasse er gerade nicht mehr in der Lage ist, die Freude unseres Glaubens zu verkünden...