Freitag, 13. Februar 2015

"25.000 Unterschriften gegen Bischof Huonder" - Stellt man sich im Fall von Pfr. Bucheli dumm?

Derzeit wird in manchen Schweizer Medien eine Droh-
gebärde gegen den Bischof von Chur aufgebaut. So meldete z.B. der "Tages Anzeiger" unter der vielsagenden Schlagzeile "Über 25.000 Unterschriften gegen Bischof Huonder", dass man nun in Bürglen den "Auf:
stand"
gegen Bischof Huonder probe. Der hatte es nämlich gewagt, dem dortigen beliebten Pfarrer Wen-
delin Bucheli
die Abberufung anzukündigen, weil dieser die Verbindung eines lesbischen Paares trauungsähnlich gesegnet hatte. Siehe meinen ers-
ten von mehreren Artikeln darüber ---> HIER !

Der Pfarrer und seine "Schäfchen" weigern sich aber, während der Bischof auf eine Richtlinie der Schweizer Bischofskonferenz verweist, siehe meinen Artikel vom 11.2. ---> HIER !
Innerhalb weniger Tage erreichte eine online-Petition gegen die Verset-
zungs-Androhung die beachtliche Anzahl von "Unterschriften", wobei auch bemerkenswert ist, dass es am Donnerstagabend noch 14.000 waren, aber während der Nacht laut "Urner Wochenblatt" weitere 11.000 hin-
zu
kamen. Man schaue ---> HIER und HIER !
Aber anderswo in der Schweiz macht man das doch auch, empört man sich in den Medien. Anderswo werden doch auch homosexuelle Menschen bzw. Paare gesegnet! - Da scheint mir in der Argumentation eine erstaunliche Großzügigkeit zu herrschen. Oder stellt man sich einfach mal dumm?
Es ist doch offensichtlich, dass man da versucht, Äpfel mit Birnen zu ver-
gleichen. Selbstverständlich können Schwule und auch schwule Paare ge-
segnet werden. Der entscheidende Punkt ist aber, ob das in der Form wie eine Trauung stattfindet, denn die ist in der katholischen Kirche nur bei einem Paar aus Mann und Frau möglich. Schwule können gesegnet werden, eine wie eine Eheschließung gedachte homosexuelle Verbindung nicht.


                                (Screenshot aus Artikel des "Urner Wochenblattes" vom 31.10.21014)
.

Ich weiß genauso wenig wie die aufgeregten Schweizer Medien, was damals in der Kirche genau stattgefunden hat. Es liegt mir ferne, den Pfarrer des-
wegen zu verurteilen. Aber es ist doch wohl nur fair, den Standpunkt des Bischofs zu verdeutlichen, der sich an geltendes Kirchenrecht hält.
Man hat aufgrund von welchen Informationen auch immer (es gab ja auch ein Gespräch mit dem betreffenden Pfarrer) und wahrscheinlich auch we-
gen dessen Formulierung, diese Segnung habe sich "nicht wesentlich von einer Trauung" unterschieden, die Versetzung in sein Heimatbistum Lau-
sanne
in Absprache mit dem dortigen Bischof geplant.
Ob das eine angemessene Entscheidung ist, kann man durchaus disku-
tieren (wie z.B. eine ähnliche, wegen anderer Vorwürfe nur ungenau be-
gründete Entscheidung des Trierer Bischofs gegen den beliebten Pfarrer von Beckingen). Mir ist nicht bekannt, welche anderen Optionen im kon-
kreten Fall möglich sind. Auf sich beruhen lassen kann man einen solchen Verstoß aber nicht.
Vielleicht wäre es ja tatsächlich hilfreich und angebracht, das Ganze noch einmal gründlich zu überdenken. Ich weiß es nicht, aber die Zeitungen,
die nun den Bischof derart angreifen, wissen es mangels wirklicher Detail-
kenntnis auch nicht.
Man schaue ergänzend z.B. mal ---> HIER und HIER und HIER !
Meine Meinung: Es ist schon etwas erschreckend, wie da ganz offen ge-
droht wird. Ob der regional zuständige Generalvikar eine glückliche Rolle spielt, steht vielleicht auch mal zur Debatte?!
Ich würde mir nicht nur in diesem konkreten Falle wünschen, dass man
in der Kirche zwar Verstöße ahndet, aber dabei öfter doch etwas mensch-
licher und umsichtiger vorgeht und noch mehr das Gespräch mit allen Beteiligten sucht.