Donnerstag, 19. Februar 2015

Offene Kriegserklärung an Bischof Huonder wegen Pfarrer Buchelis Lesbensegnung...

Vor wenigen Tagen, am Sonntag, hatte ich noch gehofft, nach dem besonnenen Auf-
treten des betroffenen Pfarrers könnte alles doch noch gut werden. Nach der Sonntags-
messe räumte Pfr. Wendelin Bucheli auch eigene Fehler ein und bedauerte es, dass er mit der Segnung der Verbindung eines lesbischen Paares "Menschen verletzt" habe. ---> KLICKEN !
Wie es sich mir jetzt allerdings darstellt,
ist die "Kriegsmaschinerie" jedoch längst mit aller Macht angerollt und lässt sich nur noch schwer in den Griff bekommen.
Auf der einen Seite hat jetzt auch Weih-
bischof Eleganti
das Wort ergriffen und tadelt den Pfarrer öffentlich: Solche Seelsorger handelten "selbstgerecht und zutiefst illoyal". Für die nächste Bischofskonferenz, die im März stattfindet, fordert er alle Schwei-
zer Bischöfe auf, sich klar und eindeutig hinter Bischof Huonder zu stellen. ---> KLICKEN !
Die Gegenseite hat allerdings längst auch verbal aufgerüstet. Der Zusam-
menschluss der Kantonalkirchen mit dem etwas ulkig klingenden Namen "Biberbruggerkonferenz" fordert alle Seelsorger etwas verklausuliert zur offenen Rebellion auf. ---> KLICKEN !
Zusätzlich Öl ins Feuer gießt offensichtlich der Abt des Benediktiner-
klosters Engelberg, der nun Bischof Huonder ganz offen zum Rücktritt aufgefordert hat. ---> KLICKEN !
Nun ist das nicht das erste Mal, dass mit aller Macht versucht wird,
Bischof Huonder von Stuhl zu kippen. ---> KLICKEN !
Wie groß diesmal die Chance ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Durch Aussitzen seitens der Bischöfe wird die Lage allerdings kaum besser...

Kommentare:

  1. Pfr. Bucheli ist nur ein kleines Rädchen, der nötige Sympathieträger
    für andere, die längst das Heft des Handelns an sich gerissen haben.
    Alles wie gehabt: In Wirklichkeit geht es nicht um Bucheli, sondern
    um Bischof Huonder. Man glaubt, nun endlich die nötige Breitenwirkung
    der Empörung erreicht zu haben, um ihn endlich loszuwerden.
    Sogar staatliche Stellen sollen dabei mithelfen.

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  2. Staunender Zaungast19. Februar 2015 um 19:43

    Die Einseitigkeit, in der in den Schweizer Medien darüber
    berichtet wird, schreit doch zum Himmel!
    Ich danke dem Blogger hier für die vielen Informationen.
    Bischof Huonder hat übrigens heute eine Erklärung abgegeben,
    die man als pdf lesen kann:
    http://f.blick.ch/media/3499236--9469/Erkl%C3%A4rung%20Huonders.pdf

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  3. Die Besorgnis des KREUZKNAPPEN teile ich ganz und gar nicht.
    Stück um Stück wird nämlich die ganze Wahrheit ans Licht kommen.
    Vor wenigen Stunden erschien z.B. der von mir nachfolgend verliinkte
    Artikel in einer Schweizer Zeitung, in der von "erheblichen Zweifeln"
    an der Version von Pfr. Bucheli bestehen. Und nicht nur das...

    http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/ur/uri/Pfarrer-Bucheli-pochte-auf-schnellen-Entscheid;art97,490097

    Bischof Huonder ist ein guter, glaubenstreuer Bischof.
    In Rom hat er Unterstützung, und das weiß man in der Schweiz auch,
    will es aber nicht publik machen.

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  4. Es gibt seit Jahren einen Widerstand gegen die Art und Weise wie Bischof Huonder sein Amt wahrnimmt.

    Es ist ja nicht so, dass der Schweizer an sich nun unbedingt demonstrieren geht. Aber gegen die Amtsführung von Bischof Huonder gab es sogar schon eine öffentliche Demonstration.

    Und JA:
    Ausgerechnet einen Priester "loswerden" zu wollen, der EINMAL so etwas gemacht hat und dabei außer acht zu lassen, dass ausgerechnet in seinem Bistum sowas direkt unter seinen Augen und mit seinem Wissen seit Jahren regelmäßig geschieht. Da gibt es sicher genügend Katholiken, die Bischof Huonder sein derzeitiges Verhalten übel nehmen. Warum ausgerechnet gegen diesen einen Priester vorgehen, seine anderen Priester aber machen lassen? Auch mir erscheint dies doch recht inkonsequent.

    Aber wenn ich mir auch die Presseberichte sowie die diversen Einträge auf einigen Foren anschaue, dann bleibt bei mir der Eindruck, dass da schon seit mehreren Jahren ein tiefer Riss zwischen Bischof Huonder und vielen Gläubigen in seinem Bistum existiert. Das Ganze gipfelt jetzt nur in der Causa Bürglin/Bucheli. Es ist sozusagen der berühmte Tropfen, der das beiderseitige Fass zum überlaufen bringt.

    Wichtig dabei ist auch noch die Sonderstellung der Gemeinden in der Schweiz. Es ist nicht so, dass da ein Bischof mal eben jemanden versetzen kann. Im Grunde bestimmt die Gemeinde wer ihr Pfarrer ist. Der Bischof muss das mehr oder weniger hinnehmen. Wenn er damit überhaupt nicht zurechtkommt bleibt ihm nur das Instrument der Exkommunikation.

    Das ist auch in diesem Fall so. Bischof Huonder kann den Priester Bucheli maximal darum bitten seinen Rücktritt/seine Demission freiwillig(!) einzureichen. Er kann ihn nicht versetzen. er könnte ihn maximal exkommunizieren. Allein mit diesem Hintergrundwissen kann ich nicht verstehen, dass Bischof Huonder wegen eines EINMALIGEN Vorkommnisses so einen Bohau macht und gleichzeitig in seinem Bistum seit Jahren Priester "in ruhe lässt", die sowas mehrmals im Jahr machen. Und ich denke eine Teil der Empörung der Bürgliner und deren Widerstand gegen Bischof Huonder hängt sicher auch damit zusammen.

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    1. Ich bin kein spezieller Kenner der Schweizer Verhältnisse. Aber wenn Ihre Aussage stimmt: "Im Grunde bestimmt die Gemeinde wer ihr Pfarrer ist. Der Bischof muss das mehr oder weniger hinnehmen" - dann sind diese Verhältnisse noch skandalöser, als sie sowieso seit Jahren erscheinen. Das ist Protestantismus reinsten Wassers, was Sie da benennen! Dass eine Gemeinde ihren Pfarrer bestimmt, ist völlig unmöglich und mit dem Wesen der Kirche unvereinbar, das ihr Stifter nun einmal streng hierarchisch, von oben aufgebaut sehen wollte. Demokratie und Kirche sind wie Feuer und Wasser. Wer das will, möge zu den Protestanten wechseln, die im Ungehorsam gegenüber dem Herrenwillen ihre "Kirche" (eben deshalb ist sie auch keine) "von unten" aufgebaut haben.

      Skandalös da alles. Und wenn es stimmt, dass etliche andere Priester dieselben Ungehoramsakte vollziehen, aber unbehelligt bleiben, wirft dies zu meinem Bedauern auch ein ungünstiges Licht auf den bisher von mir sehr geschätzten Churer Bischof.

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  5. @Glaubenstreuer

    Zu den anderen "Segnungen" im Bistum von Bischof Huonder:

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ueber-25-000-Unterschriften-gegen-Bischof-Huonder/story/26024467

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  6. @Glaubenstreuer

    Nachtrag zum Einfluss des Bischofs:
    Gut, er muss ihn nicht gleich Exkommunizieren. Er kann ihn jedoch nicht einfach versetzen, sondern müsste ihm die "Missio canonica" entziehen (interessant die letzten Absätze):
    http://www.nzz.ch/schweiz/buerglen-kaempft-um-seinen-progressiven-pfarrer-1.18480279

    Zum rechtlichen Aspekt, Stellung der Bischöfe sowie der "Landeskirche" eine gute Darstellung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misch-katholische_Kirche_in_der_Schweiz

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  7. Man sollte den Gemeindepriester nicht allzusehr in Schutz nehmen, er hätte ja vielleicht doch etwas kohärenter sein können und seine anfängliche Einsicht in die Berechtigung der bfl. Maßnahme später nicht einfach verleugnen oder verschweigen sollen, als er merkte, dass Gemeinde und Öffentlichkeit auf seiner Seite stehen. Man kann Huonders Maßnahme ja aus seiner Sicht betrachtet durchaus verstehen. Er meint, er müsse "die Lehre" verteidigen, und ist vermutlich ebenso wie sein Stab auch davon überzeugt, dass das richtig und wichtig und auch seine Aufgabe als Bischof ist. Seine Reaktion wird sicher auch von empörten Schweizern dramatisiert und negativ überzeichnet, die Huonder einfach zum Bumann stempeln und zur Projektionsfläche ihrer Wut über die Uneinsichtigkeit des konservativ-katholischen Establishments machen.

    Das ändert aber natürlich nichts daran, dass diese doktrinäre Uneinsichtigkeit der Huonder-Fraktion (man dürfe Homopaare nicht segnen und damit basta, als ob das *wirklich* so klar wäre!) eindeutig ein Teil des Problems ist. Katholiken, die vielleicht auch nur intuitiv die Fragwürdigkeit dieser kirchlichen Basta-Mentalität spüren, entfremden sich der Kirche und gehen auf die Barrikaden, um den "Rebellen" zu verteidigen, der in der Sache offenbar viel näher an der Wahrheit ist als die ominöse "Lehre", die Bf. Vitus einschärfen möchte. Hier sollte man am besten Ruhe bewahren und die Entwicklungen der Synode abwarten, wo die gegensätzlichen Einstellungen zu diesen Punkten aufeinanderprallen und sich irgendwie lösen werden.

    Der völlig berechtigte Vorwurf gegen Bf. Huonder und seine Administration vonseiten der "Biberbruggerkonferenz" zielt dagg. auf einen ganz anderen Punkt, nämlich die unkooperative und destruktive bfl. Politik ggü. dem Schweizer System. Das Schweizer System mag dem @Glaubenstreuen (der es eingestandenerweise gar nicht kennt) "skandalös" erscheinen (Bf. Vitus denkt da bekanntermaßen ähnlich), es ist aber eben das Ergebnis eines schwierigen historischen Kompromisses, der seinerzeit unter extrem heiklen Bedingungen ausgehandelt wurde, um weiteres Blutvergießen zwischen den Konfessionen zu vermeiden. Wenn Bf. Huonder dem Gemeindepriester einen Rechtsverstoß vorwirft und ihn deswegen maßregeln will, dabei aber selbst das Recht, an das sich die Kirche gebunden hat, mit Füßen tritt und die historischen Rechte der Schweizer Gemeinden missachtet, scheint mir das wenig überzeugend. Es wirkt zwar kämpferisch-kühn und unbeugsam und mag dem einen oder anderen Konservativen gefallen. Es zeigt aber im Grunde nur fehlende Sensibilität, sowohl für die prekäre Geschichte der Kirche in der Eidgenossenschaft als auch für ihren aktuellen Zustand und die Sorgen und Zweifel der Gläubigen, wie sie in den vatikanischen Umfragen manifest geworden sind. Sein Verhalten wird daher in der Öffentlichkeit und von nicht-traditionalistischen Gläubigen nur als ein weiteres Symptom für die Uneinsichtigkeit des Bischofs wahrgenommen (und ich meine auch zu recht).

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