Sonntag, 1. März 2015

Das Portal "kath.net" wird vom Passauer Bischof Stefan Oster öffentlich kritisiert...

Ein Teil meiner Leser hat es sicher schon mitbekommen: Das private katholische Por-
tal "kath.net" steht mal wieder in der Kritik. Erst im Herbst sahen sich die Macher öffent-
licher Schelte gegenüber, weil sie nach Ansicht des Bistums Erfurt u.a. ein Foto einfach über-
nommen hatten, das urheberrechtlich klar ge-
schützt war. Zur Erinnerung an den Streitfall lese man meinen Artikel vom 25.11.2014
---> HIER !
Ganz aktuell gibt es in dieser Richtung leider wieder Ärger. Auf seiner "Facebook"-Seite beklagte sich gestern der Passauer Bischof Stefan Oster in einem ausführlichen Artikel über "kath.net". Es sind, wenn ich das richtig sehe, vor allem zwei Kritikpunkte: Zum einen hat "kath.net" nach Darstellung des Bischofs einfach Texte von seiner Seite übernommen, ohne "in den allermeisten Fällen" dafür vorher seine Zustimmung eingeholt zu haben, wieder mal
ein bedauerlicher Verstoß gegen Urheberrechte. Bischof Oster mutmaßt, das "sollte vermutlich den Eindruck vermitteln, ich würde kath.net ex-
klusiv meine Texte überlassen. Das war und ist nicht der Fall."

Der zweite Anlass zur bischöflichen Kritik an "kath.net" betrifft den dort erkennbaren Umgang mit der Meinung anderer. Bischof Oster findet, dass "die Darstellung... und das Ringen um Argumente und Gegenargumente auch sehr gut ohne die persönliche Diffamierung Anderer auskommen kann und sollte".
Daher schlägt er in seinem Artikel an die Redaktion von "kath.net" ge-
richtet vor, doch bitte "grundsätzlich zu unterstellen, dass andere auch dann der Ehre Gottes und dem Wohl der Kirche und dem Heil der Men-
schen insgesamt dienen wollen, wenn sie nicht die Position von kath.net teilen."
Leider unterstelle man bei kath.net anderen "schnell unlautere Motive". ---> HIER !
Wie man sich denken kann, hat die neuerliche Kritik in katholischen Kreisen viel Aufmerksamkeit bekommen. Sind es inzwischen mehr als
500 Leserkommentare bei Facebook?
Bemerkenswert ist vor allem, dass der Bischof seine Kritik öffentlich anbringt. Mancher mag denken, ein geharnischter Brief an die Redakti0n von "kath.net" hätte es auch getan. Man kann diesbezüglich diverse Mut-
maßungen anstellen. Möglicherweise hat die öffentliche Kritik eine Vor-
geschichte; im Artikel des Bischofs ist z.B. von einer Intervention der Pressestelle des Bistums Passau die Rede. Vielleicht ist ihm einfach der Kragen geplatzt?

Ich empfinde es als angenehm, dass der Bischof auch lobende Worte für
die Macher von "kath.net" findet und insgesamt einen freundlich-versöhn-
lichen Ton anschlägt. Soll dieser Schuss vor den Bug die "kath.net"-Leute vielleicht wachrütteln, nachdem andere Versuche scheiterten?

Ich weiß es nicht und werde den Vorgang in den nächsten Tagen weiter-
verfolgen. Vielen Lesern bei "Facebook" hat der Bischof jedenfalls aus der Seele gesprochen.