Sonntag, 26. April 2015

Bei der Sexualität sieht der Trierer Bischof Ackermann die Kirche in Bewegung...

Die Familiensynode in Rom steht im Herbst an, und nun ist wieder die Zeit diverser Vorberei-
tungen von Umfragen bis hin zu allerlei Ta-
gungen in den Diö-
zesen.
In Trier z.B. ist man da sehr aufgeschlos-
sen und bot im Nach-
gang zur Bistumssynode für den 24. und 25. April eine zweitägige Ta-
gung zum Thema Sexualität an. Schaut man genau auf den Ablaufplan, waren es im Endeffekt nur ein paar Stunden, aber man hat sich bezüglich der Referenten und Themenstellungen offenbar mächtig ins Zeug gelegt.
Wenn etwa Sr. Dr. Katharina Kluitmann zu dem Thema referierte: "Werde-Lust und zarte Werde-Kraft", klingt das für mich schon
fast etwas esoterisch oder fernöstlich...
Wenn dagegen z.B. Prof. Dr. Stephan Goertz laut Ankündigung "Für einen Perspektivenwechsel in der Beurteilung der Homosexua-
lität"
warb, ahnt man schon eher, auf was das hinauslaufen könnte.

Bei der bunten Themenmischung war für fast jeden was dabei, wie man z.B. an der Überschrift "Sexualität zwischen Lust und Schmerz" sieht. Sexuelle Spielarten, sexuelle Gewalt und ähnliches werden da the-
matisiert, um "die Bedürfnisse...des anderen zu kennen und zu akzep-
tieren".
Das sei "eine große Herausforderung", erklärte der Ankündigungs-
text. - Ja, das mag wohl so sein...
Wie die Medien gestern meldeten, gab es für den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann jedenfalls Erkenntnisgewinn: "Trierer Bischof sieht Kirche in Bewegung", kann man z.B. beim Sender "SWR" in einem Artikel für die "Landesschau" Rheinland-Pfalz lesen, wobei mich die Formulierung beinahe etwas schmunzeln lässt...
"Nach Ansicht des Bischofs muss die Kirche mit den Menschen über das Thema Sexualität reden", erfahre ich da doch ganz Grundlegendes.

"Auch wenn viele Gläubige die offizielle kirchliche Sexualmoral ablehnten, könne die Kirche mit ihrem Erfahrungsschatz den Menschen Lebensange-
bote machen", kann ich auch aus dem Artikel lernen.
Es werde allerdings "keine schnellen Veränderungen bis morgen geben", was die diesbezüglichen Aussagen der Kirche beträfe - so Bischof Acker-
mann einschränkend. - Ich würde spontan gerne hinzufügen: Und das ist auch gut so...!
Artikel des "SWR" ---> HIER !

Programm der Tagung (pdf) ---> HIER !

Kommentare:

  1. "Nach Ansicht des Bischofs muss die Kirche mit den Menschen über das Thema Sexualität reden"

    Aha, und unter welchem Slogan soll das passieren?
    Vielleicht: „Let's talk about sex“

    -> https://www.youtube.com/watch?v=ydrtF45-y-g

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  2. Toll, toll!
    Viele Gläubige lehnen die kirchliche Sexualmoral ab, lesen wir da,
    aber die Kirche kann ihnen trotzdem "Lebensangebote" machen.
    Das verstehe, wer kann!
    Interessant auch das Video im verlinkten Artikel des SWR.
    Dort erklärt der Bischof vollmundig: "Wir brauchen den offenen und
    kontroversen Dialog", bezogen auf das Thema Sexualität.
    Schön wär's, wenn diese Worte auch für die Seelsorge gelten würden.
    Auf den offenen und kontroversen Dialog warten Pfarrgemeinden
    wie Beckingen schon seit einem halben Jahr...

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  3. Ein verzweifelter letzter Versuch, nach der Erkenntnis, wenn sich die Kirche nicht bewegt, wird sie bewegt werden? Und sicher nicht dorthin, wo sie hin will!
    Was ich mich als Laie frage, wo haben die ganzen Kirchenleute, die ja bekanntlich dem Zölibat, oft genug auch expressis verbis der Keuschheit verpflichtet sind, das notwendige Fachwissen her?
    Sind das Musikkritiker mit Konzertsaalverbot? Reden da die Blinden über Farben? Um was geht es da eigentlich? Die Menschen im Lande sehen den römisch katholischen Klerus ja schon lange nicht mehr als moralische Instanz. Soll da verlorenes Terrain, also Glaubwürdigkeit, zurück gewonnen werden?
    Dann empfehle ich eine Zeit der Besinnung für die Kirche. Ein Bussschweigen hat sich da sehr bewährt. Vielleicht für die nächsten fünfhundert Jahre?

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  4. Wie schön, dass man sich im Bistum Trier z.B. über sexuelle
    Spielarten austauscht.
    Ob es dort vielleicht auch irgendwann mal eine Veranstaltung
    beispielsweise zur Eucharistiefrömmigkeit gab oder geben wird?
    Na, man muss Prioritäten setzen.

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  5. Nein das ist ja fast Realsatire
    Reicher Erfahrungsschatz der Kirche, "aus den Archiven des Vatikans, die Liebelingstellungen der Borgia Päpste" oder Alexander VI "Sündigen wider das 6, Gebot mir gutem Gewissen? Lehrreiches aus seinem Tagebuch!"
    Meint Bischof Ackermann sowas?
    Naja und mit Bewegung ist das ja auch verbunden, moderne Seiten rund um das Thema Abnehmen und Bodymaßindex können da auch gut raten!

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  6. Nemrod meint. Es ist schon erstaunlich die Politik des Trierer Bischofs - so er denn überhaupt eine hat - zu verfolgen. Auf der einen Seite brennt es in seinem Bistum an allen Ecken ( Beckingen/Köllerbach/ Freisen....) auf der anderen Seite möchte sich hier anscheinend jemand als großer Reformer und Befreier präsentieren. Dr. Ackermann beglückt Viele außerhalb der Kirche, befriedigt gewisse Grüppchen innerhalb der Kirche und stößt diejenigen Katholiken vor den Kopf, denen noch etwas an der Lehre und der Botschaft der Kirche liegt. Vielleicht sollte der Trierer Bischof mal den Katechismus zur Hand nehmen und auch andere Lehrschreiben und lesen, was a) die Lehre der Kirche darstellt und b) warum er mit spitzer Mütze und Krummstab durch die Diözese hüpft. Manchmal glaube ich, ein kollektiver Austritt aus dem Kirchensteuerverein würde solchen Selbstdarstellern das ( finanzielle ) Fundament unter ihren Füßen wegziehen und der Kirche nutzen.

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  7. Bei der Konnotation "Bischof" und "Deutschland" verfallen unsere Tradis (spätestens seit dem unrühmlichen Abgang ihrer Lichtgestalt Tebartz-van Elst) automatisch in Schnappatmung und das pawlowsche Bashing geht los.

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  8. Nemrod meint: naja - sehr geehrter Speedy, wir dürfen doch noch wünschen, dass unsere Bischöfe die katholische Lehre verkünden - oder?

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    1. "Die" katholische Lehre gibt es so wenig wie "den" Wortsinnn der Hl. Schrift. Beides ist vielfach auslegungsbedürftig. Das zu tun ist die Aufgabe der Bischöfe, vom Papst angefangen. Dabei kommt man naturgemäß auch zu unterschiedlichen Akzentuierungen. Katholisch ist vielsprachig und vielgestaltig und nicht nur ein steriles Einheitsesperanto.

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  9. Nemrod meint: Aha - also die katholische Lehre gibt nicht - okay, dann kann ich ja den Katechismus der Katholischen Kirche in die Tonne kloppen und freudig erwarten, was " Filialleiter" wie z.Bsp Dr.Stephan Ackermann in Zusammenarbeit mit dem LSVD und anderen Reformgruppen zur dann gültigen Ansicht ( Lehre ist denn ja out) veröffentlichen - na dann Prost Mahlzeit!

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  10. Leser mit Anmerkung27. April 2015 um 15:42

    Kommt mir hier fast vor wie die Flügelkämpfe bei den Grünen, Oberrealos wie Kretschmann gegen die Fundis vom linken Parteiflügel. Aber wer spielt wessen Rolle? Kretschmann hat es, mit roter Hilfe, immerhin in die Villa Reitzenstein geschafft.

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    1. Na, ist doch klar: die Fundis (also sozusagen Jutta Ditfurth) sind die Tradis a la "Nemrod". Die Realos sind die Modis a la "Christoph".

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    2. Erstaunter Ausruf27. April 2015 um 19:24

      Oh Gott!

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