Montag, 13. April 2015

Die Türkei attackiert Papst Franziskus -- Deutsche Mitschuld am Armenier-Völkermord?

Die klaren Worte (siehe meinen gestrigen Artikel) von Papst Franziskus haben in-
zwischen weitere hohe Wellen geschlagen:
Wie etliche Medien meldeten, hat sich jetzt auch der türkische Außenminister eingeschal-
tet und dem Papst in einer Stellungnahme vorgeworfen, dieser schüre Hass und Feind-
schaft. Der Papst sei mit seinen Aussagen
"weit von der Realität entfernt". Man lese
und staune z.B. bei "kath.web" und "FAZ" ---> HIER und HIER !

Eine solche Haltung von türkischen Offiziellen verwundert doch sehr, denn die Tatsache des Armenier-Genozids ist unter Historikern un-
umstritten. Ob die türkische Politik sich mit solchen zweifelhaften Attacken einen Gefallen tut?
Ein Gesichtspunkt, der auch nicht gerade angenehm ist, dürfte die Frage einer deutschen Mitschuld an Vertreibung und Massakern sein. Ohne allzu flott urteilen zu wollen, sollte man Historiker und Dokumente ernst neh-
men, die belegen, dass die damalige deutsche Regierung und Militärfüh-
rung offenbar aus taktischen Gründen (Erster Weltkrieg!) zu dem schwieg, was sie wusste. Man lese z.B. zwei Artikel der "Tagesschau" ---> HIER und HIER !

Das wird in den meisten Medien nicht erwähnt; es ist ja auch kein Ruhmes-
blatt der deutschen Geschichte!

Kommentare:

  1. Ein typisches Verhalten in der Politik, auch heute noch:
    Um zum Beispiel weiterhin gute Geschäfte machen zu können, drückt man
    bei Menschenrechtsverletzungen z.B. in China hierzulande gerne mal ein
    Auge zu. Und die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in vielen Textilfabriken
    in Fernost werden akzeptiert, weil die Verbraucher es angeblich so wollen.

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  2. Dass es eine erhebliche Mitschuld des "Deutschen Reiches" unter Führung seines allerfrömmsten Kaisers von Gottes Gnaden gab, ist nicht mal mehr umstritten, sondern längst historisch belegt. Man war traditionell mit den Osmanen aufs Engst verbrüdert. Da war es politisch inkorrekt, sich in den Genozid an den Armenieren einzumischen.
    Der Potsdamer evangelische Pastor Johannes Lepsius war der einzige namhafte Deutsche, der verzweifelt versuchte, die Reichsführung und die Kirchen zu mobilisieren, leider völlig vergebens. Auch die Herren Bischöfe agierten damals nach dem Motto: Gottes Wille ist, was gut für Deutschland ist!

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