Samstag, 30. Mai 2015

Auch bei "katholisch.de": Die Mehrheit bei Umfragen ist ja für die Homo-Ehe...

"Keine Einigung in Sicht" -
so heißt die Überschrift eines aktuellen Artikels bei "katho-
lisch.de"
. Wir erfahren dort nicht nur einiges über die politischen Querelen zum Thema Homo-Ehe, sondern auch von einer aktuellen Um-
frage, bei der "etwa zwei Drittel"  - so "katholisch.de" -  dafür sind, dass auch Homosexuelle "eine Ehe schließen dürfen". Es lohnt sich, genauer hinzuschauen...! ---> HIER !

Was will man uns damit wohl sagen? - Etwa, dass die Gegner der Homo-
Ehe hoffnungslos in der Minderheit sind?  Dass die katholische Kirche da umdenken soll?  So ganz genau weiß man es nicht, aber der Hinweis auf
die Evangelischen ist klar: Dort ist man mehrheitlich dafür...!
Nun will ich nicht das Umfrage-Ergebnis bezweifeln. Aber ich habe zwei grundsätzliche Bedenken

Die erste betrifft nicht nur meine Meinung, dass man Fragen der Moral und des Glaubens eher nicht demokratisieren sollte. Gerade erschien im "CICERO" dazu ein Artikel ---> HIER !
Wenn die Menschen über die Zehn Gebote abstimmen sollten, ahnt man schon, was dabei herauskommt.
Zum anderen: Umfragen schweben nicht im luftleeren Raum. Es gibt Interessen, es gibt Auftraggeber, und es gibt mehr oder weniger geschickte Fragestellungen. Außerdem kommt es immer auf den Zeitpunkt an: In der aufgeheizten Atmosphäre nach dem Referendum in Irland läuft eine Be-
fragung mit anderem Ergebnis, zumal die Presse entsprechend ein- und aufheizt, als in ruhigeren Zeiten.

Außerdem haben wir alle die Erfahrung gemacht, dass Umfrage-Ergebnisse verschiedener Institute und Organisationen keineswegs zum selben Pro-
zent-Ergebnis kommen. Ich staunte z.B. nicht schlecht, als ich (ausgerech-
net) bei RTL von einer Umfrage erfuhr, bei der 46 % der Teilnehmer für die Homo-Ehe sind und 54 % dagegen ---> HIER !

Die "BILD"-Zeitung hat ermittelt, dass 68 % die klassische Variante "Vater-Mutter-Kind" für die beste Form von Familie halten, also ein Dämpfer für Homosexuelle mit Adoptionswunsch ---> HIER !
Ein Beispiel eines Deutungs-Tricks für Umfragen liefert uns ein Artikel beim Portal "lifenet.de": An einem Schweizer Beispiel wird gezeigt, wie sehr man Ergebnisse verschieden interpretieren kann. ---> HIER !
Also: Selbst wenn bei einer Umfrage 80 % für die Homo-Ehe sein sollten, ist das kein entscheidender Maßstab für die katholische Kirche, sondern nur eine Information.

Kommentare:

  1. Das ist die große Versuchung für die Kirche
    seit Judas: Das Leid vermeiden, mit dem großén Strom
    schwimmen, das Kreuz umgehen.

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  2. Seelenklempner30. Mai 2015 um 21:20

    Offenbar macht auch der Kreuzknappe den grundsätz-
    lichen Fehler, das Portal "katholisch.de" für ein Verlaut-
    barungsorgan der Amtskirche und Roms zu halten.
    Die Zielgruppe der Leser sind jedoch nicht nur kirchlich
    orientierte Katholiken, sondern jedermann.
    Da muss man nun mal Kompromisse eingehen!

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  3. Die einzige Frage, die sich bei diesen "Umfragen" und sonstigem Gedöns stellt ist doch, wer hat hier wen in der Hand, und wer zwingt hier wen, um das Thema permanent zu befeuern. Dass in der katholisch.de Redaktion ein paar Leute der Pressuregroup sitzen, ist ja bekannt. Aber warum können die sich nicht beherrschen und meinen sie müssten allen anderen dieses Thema aufzwingen. Welchen Normalo interessiert das denn? Sind nicht Gott und Christus in unserer Kirche wichtiger?
    Als vor zwei das Thema die Agenda in Frankreich beherrschte, äußerte sich Kardinal Vingt-Trois mit folgenden Worten: "Die Regierung hat dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht und nicht dafür, dass HS heiraten dürfen". Das wird auch der Grund sein, dass Kardinal Vingt-Trois nicht zum inzwischen weltbekannten Treffen von Kardinal Marx eingeladen wurde.

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  4. Die Umfrage wurde von YouGov erstellt. Ergebnisse im Einzelnen hier: https://yougov.de/news/2015/05/29/mehrheit-der-deutschen-fur-ehe-fur-alle/

    Dazu wurde das YouGov-OmnibusDaily System benutzt. Erklärung hier: https://d25d2506sfb94s.cloudfront.net/r/19/OmnibusDaily.pdf

    Die Fragen nicht streng nach dem Zufallsprinzip wie es andere Institute tun, sondern sie machen Online-Befragungen. Dazu haben sie einen Pool von 140.000 Mitgliedern, die dann spezifisch befragt werden. Wer nicht bei YouGov angemeldet ist, wird auch nicht befragt. Wie das repäsentativ sein soll, erschließt sich mir nichtl.

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  5. Deutungstricks31. Mai 2015 um 15:58

    Deutungs-Tricks ist ein gutes Stichwort : z.b. bei der Bildumfrage .. man kann durchaus der Meinung sein, das Vater-Mutter-Kind die beste Konstellation ist und trotzdem für die Homoehe sein. genauso wie man der Meinung sein kann, das BMW die besten und sichersten Autos baut und man trotzdem BW, Audi & Co nicht das Autobauen verbieten will. Die RTL Umfrage dagegen sagt nichts aus, da dort jeder so oft wie er will für seine Sache abstimmen kann und nicht nur einmal wie es für eine auch nur annähernd aussagekräftige Umfrage notwendig wäre.

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