Sonntag, 24. Mai 2015

Boykott des neuen kirchlichen Arbeitsrechtes: Des Dramas nächster Akt kann beginnen...

Ich wäre nicht böse gewesen, wenn mir gerade an Pfingsten etwas weniger uner-
freuliche Themen über den Weg gelaufen wären. Nach der neuen Kirchenstudie folgt jetzt der nächste Akt beim Drama namens "Kirchliches Arbeitsrecht" in Deutsch-
land. Ich war ja Anfang Mai schon skeptisch ---> HIER !
Das bestätigt sich jetzt, was aber auch keine große Überraschung ist: Wenn etwa ein Drit-
tel der deutschen Bischöfe gegen die Neu-
regelung plädiert hat, muss dies zwangsläufig weitere Auswirkungen haben.
Einen ersten Vorgeschmack auf die Verwir-
rungen und etliche zu erwartende juristische Gemetzel gekündigter Kir-
chenbeschäftigter in nächster Zeit gibt ein Artikel, der heute online in der "WELT" erschienen ist: Mehrere Bischöfe werden die Neuregelung in ihrem Bistum boykottieren, d.h. nicht in Kraft setzen. Es bleibt dann dort bei der alten Regelung, während vielleicht in unmittelbarer Nachbarschaft die neue Variante gelten wird. "DIE WELT" verrät auch, wer da nicht mitspielt... ---> HIER !
Ich kann das gut verstehen; ein großer Wurf und Befreiungsschlag ist die Neuregelung nun wirklich nicht, sondern eher ein Aufgeben katholischer Werte. Dreimal dürfen Sie raten, wie die Stimmung und Zusammenarbeit innerhalb der deutschen Bischofskonferenz ist...


Kommentare:

  1. ein Caritas-Mitarbeiter24. Mai 2015 um 17:42

    Es ist ja nicht so, dass einige Bischöfe dagegen sind,
    ein brauchbares Arbeitsrecht auf die Beine zu stellen. Ihre Zweifel
    beziehen sich vor allem darauf, dass die Neuregelung möglicherweise
    überhaupt nicht mit dem universalen Kirchenrecht vereinbar ist
    und zum anderen auf die Frage der praktischen Umsetzbarkeit.
    Wenn es in der Neuregelung etwa heißt, dass eine Weiterbeschäftigung
    denkbar ist, wenn sie das Arbeitsklima nicht stört, dann begibt sich
    die katholische Kirche als Arbeitgeber in freiwillige Gefangenschaft,
    in Abhängigkeit von der Stimmungslage der Arbeitnehmer vor Ort.
    Wenn dies sich nicht daran stören, meinetwegen... - So kommt das
    jedenfalls an.
    Eine schlechtere Reklame für das Ernstnehmen katholischer Werte
    durch die Bischöfe ist kaum noch möglich.

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  2. Helmut Schneider24. Mai 2015 um 19:30

    Die Bischöfe sollten das neue Arbeitsrecht mal dem Mann
    auf der Straße plausibel machen:
    Wer bei den Katholiken arbeitet, darf gegen deren Regeln ver-
    stoßen, solange er nicht unmittelbar als Verkündiger arbeitet
    (z.B. Lehrer).
    Das ist eine Zwei-Klassen-Moral und heuchlerisch obendrein!

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