Sonntag, 17. Mai 2015

Da haben wir heute alle über den liturgischen Missbrauch des Priesters herzlich gelacht...!

Wer eine Reise tut, der kann was erzählen. Das gilt zuweilen auch
für Gottesdienstbesuche bei einer auswärtigen Gemeinde.
So manchen liturgischen Missbrauch finde ich eher nicht zum Lachen, aber das hier war irgendwie drollig:
Ein Priester, der offenbar vertre-
tungsweise in der Gemeinde die Eucharistiefeier leitete, wollte wohl besonders menschlich rüberkommen und begrüßte die Gemeinde nach dem Eingangslied mit der wahr-
scheinlich nur rhetorisch gemeinten Frage: "Liebe Gemeinde, haben Sie heute Nacht alle gut geschlafen...?" Leider werde ich nie erfahren, wie es danach planmäßig weitergehen sollte, ob er das irgendwie noch thematisch vertiefen wollte, denn in der Stille nach der überraschenden Frage vernahm man sehr laut und deutlich aus einer der hinteren Bänke eine Baßstimme mit einer sehr knappen Fest-
stellung: "NEIN !!!"
Alles lachte, der Priester war sichtlich verdattert, und nach einer Schreck-
sekunde fuhr er fort: "Dann werde ich heute besonders für Sie beten!" - Worauf die Heilige Messe ihren dann eher unspektakulären Verlauf nahm...
Merke: Es hat schon seinen guten Grund, dass man sich an die litur-
gischen Vorschriften halten soll.

Kommentare:

  1. Ein Kirchenmann17. Mai 2015 um 19:01

    Das sollte man ruhig etwas locker sehen,
    so eine kurze (!) persönliche Ansprache zu Beginn des Gottesdienstes
    hat noch niemandem geschadet!

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    1. Der Thuriferar17. Mai 2015 um 19:33

      Das ist dennoch bedenklich, denn wo liegt dann die Grenze?
      Der Priester soll ins Thema des Gottesdienstes einführen,
      wenn überhaupt solche Spirenzchen für nötig gehalten werden!

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    2. Da ich es ja selbst erlebt habe, darf ich dem "Thuriferar"
      versichern, dass außer dieser von mir wirklich nur humorvoll
      erzählten wahren Begebenheit alles ganz vorschriftsmäßig war.
      Der Priester kam insgesamt sehr herzlich rüber, wenn ich das
      mal so salopp formulieren darf.
      Aber er ist jetzt auch um eine Erfahrung reicher... :-)

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  2. Sorry, Herr Dorn,
    Ihr Verharmlosungsversuch ist missluingen.
    Man braucht nur die Richtlinien über den Aufbau der Hl. Messe
    nachzuschlagen, um spätestens dann zu erfahren, dass der Priester
    eine kurze "Einführung" in die Messe geben soll.
    Seit wann ist die Frage nach dem Schlaf eine Einführung ins Thema?
    Genauso schlimm, wie es mir neulich wieder passierte,
    ist der übertriebene Friedensgruß, bei dem Priester zuweilen durch
    die halbe Kirche spazieren, um Hände zu schütteln. Eine üble Unart!

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  3. Die kleineren liturgischen Eigenmächtigkeiten
    sind oft gar nicht böse gemeint, lassen aber tief blicken:
    Der Priester als do-it-yourself-Liturge, der alles besser weiß
    als die vielen Bischöfe und Fachleute, die den Ablauf verbindlich
    festgelegt haben.
    Dazu gehört auch das nervige Dauer-Bedanken am Ende des
    Gottesdienstes. Gerade diesen Sonntag war ich als Organist ver-
    tretungsweise in einer Gemeinde, die solch einen Dank-Priester
    hat: Er dankte den Messdienern fürs Ministrieren, den Lektoren
    fürs Lesen, den Kommunionhelfern, mir für die Vertretung, allen
    Gottesdienstbesuchern, dass sie bei diesem schönen Wetter den
    Weg in die Kirche gefunden hätten...
    Immerhin hat er nicht auch noch den Handwerkern gedankt, die
    vor 30 Jahren diesen Kirchbau errichtet haben!

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  4. Mich wundert immer, dass eine bestimmte Klientel "Gläubiger" anscheinend nichts besseres zu tun hat, als solche angeblichen Verstösse zu registrieren und sich anschliessend darüber zu verbreiten. Bei echter "Andacht" wäre das vermutlich nicht möglich

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    1. Der Thuriferar19. Mai 2015 um 06:48

      Andächtiger,
      Ihr Witz erinnert mich stark an die Aufkleber, die man an der
      Heckscheiber mancher Autos sieht:"Entschuldigen Sie bitte,
      dass ich so dicht vor Ihnen her fahre!"
      Man sollte eben nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

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