Montag, 25. Mai 2015

Das katholische Irland hat also die Homo-Ehe gewählt... wirklich???

Viele Politiker nutzen gerne die schnell vergängliche Gunst der Stunde, um ihre ewigen Lieb-
lingsthemen mal wieder unter das Volk zu bringen.
So wundert es auch kaum, dass man jetzt sogar bei der "Tages-
schau"
erfährt, "die katholi-
schen Iren"
hätten sich mit knapp 62 % "für die Ehe für alle" entschieden. - Nun wissen wir, dass simples Denken auch etwas für sich haben kann - es entsorgt weitergehende Fragen von vorneherein.
Die einfachen Antworten sind zuweilen allerdings nicht zutreffend, und
im Falle des Referendums in Irland dürfte es auch so sein. In ihren Schnell-
schüssen meinen grün-linke Politiker schon die Lösung für Deutschland in der Tasche zu haben: Man solle sich doch ein Beispiel daran nehmen, wie mutig die Iren seien.
Seltsam, haben schon einige darauf geantwortet, warum gilt das dann nicht bei anderen Volksentscheiden für uns auch, wie z.B. bei dem der Kroaten, die sich klar gegen die Homo-Ehe ausgesprochen haben?!
Es wird eine Weile dauern, bis das Ergebnis in Irland genauer analysiert ist. Doch mit Sicherheit kann man schon erkennen, dass es auch eine saftige Quittung für das Fehlverhalten innerhalb der katholischen Kirche war, die in den letzten Jahren kaum noch aus den Negativschlagzeilen insbesonderen wegen vieler Missbrauchsfälle herauskam.
Es tröstet wenig, wenn man nun herumrechnet, dass bei einer Wahlbeteili-
gung von 60 % in Irland letztlich nur 37,2 % der Wahlberechtigten mit "Yes" gestimmt haben. Das aktuelle Stimmungsbild zeigt: Die katholische Kirche Irlands ist nicht etwa "nur" vom Wähler angezählt, sondern sie liegt wie ein Boxer nach einem Volltreffer k.o. am Boden.
Die Folgen in Irland und ganz Europa sind noch unabsehbar; eiligst ver-
kündet die Polit-Elite Deutschlands, dass man dies zum Anlass nehme,
um über weitere "Reformen" in dieser Richtung nachzudenken. Wer weiß, welche Großtaten uns und unseren Kindern da noch bevorstehen...

Tagesschau-Artikel (mit Leserkommentaren) ---> HIER !
Blogger "Le Penseur" ---> HIER !
"Klares Ja gegen die Kirche" ---> HIER !
Die Abstimmung in Kroatien lief anders ---> HIER !

Kommentare:

  1. Wie immer man das Ergebnis jetzt demoskopisch analysiert, es ist auf jeden Fall ein tektonisches Beben und ein Erdrutsch. Dass im konservativsten und katholischsten Land Europas, wenn nicht der ganzen Erde fast zwei Dittel für die Homo-Ehe stimmen, ist zunächst mal schier unfassbar. Und die Kirche dort muss sich dringend selber fragen , was da passiert ist in den letzten 10, 20 Jahren. Hat hier jemand eine Erklärung?

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    1. Ordinariatsgeschädigter25. Mai 2015 um 15:00

      Wie der Kreuzknappe schon schreibt:
      Die 08/15-Antwort gibt es, aber sie ist Quatsch.
      Mich hat das Ergebnis des Referendums auch sehr bewegt,
      und bei meiner Suche nach möglichen Erklärungen wurde ich hier
      wenigstens etwas fündig. Zur Lektüre weiterempfohlen:

      http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/archiv/beitrag_details?k_beitrag=2796476&k_produkt=2801082

      http://www.faz.net/katholische-kirche-in-irland-der-vorhang-ist-zerrissen-11127675.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

      http://www.welt.de/politik/ausland/article117941419/Abtreibungverbot-stuerzt-die-Kirche-in-eine-Krise.html

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  2. Isolde Schmitt25. Mai 2015 um 15:29

    Die Zustände in Europa werden immer befremdlicher,
    und was das Schlimmste ist, Kirchenleute haben durch
    ihre Missetaten tüchtig daran mitgewirkt.
    Die Rettung kann nur durch vorbildliche Kirchenleute kommen,
    allen voran vorbildliche Bischöfe!
    Der Herr möge sich unserer erbarmen!

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  3. Historische Zäsur.

    Auch wenn die katholische Kirche Irlands moralisch bankrott ist, so bleiben doch die Iren weiterhin Katholiken.

    Und diese Katholiken haben deutlich pro Homoehe gestimmt. Und damit haben sie sich wissentlich und absichtsvoll gegen die offiziell geltende Lehre der katholischen Kirche gestellt. Und genau darin liegt die historische Zäsur.

    Ein Signal, dass auch von Katholiken in anderen vordergründig homogen katholischen Ländern wahrgenommen wird.

    Auch sehr irritierend für alle, die die Ursache für den Niedergang der Kirche im Gremienkatholizismus und Kirchensteuer sehen.

    Die konservativen Blogs waren nach Bekanntgabe des Ergebnises 48 Stunden sprachlos. Bzw. sind es noch jetzt.

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    1. Kuni von Lemm irrt:
      Wenn 60 % für die Homo-Ehe gestimmt haben, dann haben
      nach Adam Riese 40 % dagegen gestimmt.
      Wenn man nun mal realistischerweise annimmt, dass die
      meisten, die dagegen sind, Katholiken sind, dann ergibt sich
      daraus, dass die Katholiken mehrheitlich dagegen gestimmt haben,
      zumindest jene, die nicht nur auf dem Papier Katholiken sind.
      Übrigens ist Irland längst kein katholisches Land mehr,
      der Anteil liegt bei 76 %, in einigen Städten bei gerade mal 50 %.

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    2. Ja, die Tradi-Blogs sind in kollektives Schweigen verfallen. Ist ja auch schwierig für sie, nachdem diese Blogs uns über Jahre Irland als den Hort der Recht(s)gläubigkeit und des einzig wahren traditionstreuen Katholizismus dargestellt haben- Was sollen sie denn jetzt plötzlich schreiben? Dass das alles gar nicht gestimmt hat?! Dann müssten Sie ja zugeben, dass sie sich geirrt haben und das machen Tradis per se nicht, die sich ja darüber definieren, dass nur sie, in ihrem papalen Gestus, im Besitze der Wahrheit sind.

      (Einige sind so dreist und kommen jetzt mit der "Irland ist doch schon lange ken katholisches Land mehr"-Masche, als hätten sie das schon seit Jahren gewußt...)

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  4. Bezüglich Irland sollten sich ferne Betrachter von einigen Illusionen
    verabschieden: So dramatisch die im Abstimmungsergebnis auch
    erkennbare Kirchenablehnung ist -
    Irland war schon lange kein hoch religiöses Land mehr.
    Das belegt auch der "Religionsmonitor", der alle paar Jahre im Auftrage
    der Bertelsmann-Stiftung die Religiosität weltweit untersucht:
    Dabei liegt Irland mit 19 nur einen einzigen Prozentpunkt über Deutschland,
    das sagt ja wohl alles...!

    http://www.fundacionbertelsmann.org/cps/rde/xbcr/SID-7A1CB74F-1165378D/bst/xcms_bst_dms_25787_25788_2.pdf

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    1. Danke für den Link auf das sehr interessante Bertelsmanndokument. Über Irland findet man dort aber fast nichts. Die Zahl 19% Hochreligiöse dort bezieht sich auf Großbritannien, nicht auf Irland. Irland kommt in der Übersicht nicht vor. Vielleicht haben Sie das verwechselt. An anderer Stelle im Dokument findet man den Hinweis, dass die Religösität der Iren sogar über der der Polen läge (S.26). Nun, die Zahlen sind von 2008. Seit dem ist einiges passiert.

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  5. Ich lese immer nur: Gleichstellung, Gleichstellung,
    Gleichstellung.
    Wer denkt eigentlich weiter?
    Wie ergeht es den Kindern, die adoptiert werden dürfen,
    wenn sie nur Männer kennenlernen, aber keine Mama?
    Und was wird der nächste Schritt sein?
    Die Ehe mit mehreren Partnern, wie z.T. im Islam möglich?
    Ich mache mir Sorgen um die Zukunft Europas!

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  6. Man will ja nur die gleichen Rechte,
    sagen die Befürworter der Homo-Ehe.
    Damit meint man Steuervorteile und ähnliches.
    Und was ist mit anderen Gemeinschaften,
    die zusammenleben?
    Vielleicht sollte man alle, egal warum und wie,
    die irgendwie zusammenleben, als Ehepaare
    erklären?!

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  7. Kindern geht es gut26. Mai 2015 um 05:26

    Den Kindern geht es i.d.R. gut, wie bereits mehrfach in Studien gezeigt wurde. Das einzige Problem dieser Kinder sind die Leute, welche gegen ihre Eltern hetzen weil sie angeblich nicht "normal" sind.

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    1. Erzieherin in Berlin26. Mai 2015 um 06:50

      Das ist in etwa die gleiche Argumentation wie die,
      dass es selbstverständlich auch Kindern von Alleinerziehenden
      gut gehe.
      Abgesehen davon, dass es ein ziemlich dehnbarer Begriff ist,
      was "gut gehen" bedeutet, sollte man mal die Kinder selbst fragen
      und beobachten. Nach meiner fünfzehnjährigen Erfahrung im Kinder-
      hort und in der betreuenden Grundschule leiden viele Kinder unter
      solchen Einschränkungen; sie haben aber ein feines Gespür dafür,
      dies lieber nicht mit dem Rest-Elternteil zu besprechen.
      Im übrigen gibt es genügend Untersuchungen, die die Behauptung
      vom "Gutgehen" bezeweifeln:

      http://www.dijg.de/homosexualitaet/adoptionsrecht/homosexuellen-ehe-natuerliche-familie/

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