Dienstag, 26. Mai 2015

Der nächste Schocker in Italien: Papst Franziskus liest die falsche Tageszeitung...

In meinem ersten Artikel von heute wies ich bereits auf ein Interview mit Papst Franziskus hin, in dem er unter anderem erklärt, dass er aufgrund eines Gelübdes seit 1990 kein Fern-
sehen mehr schaut.
Doch für manche Italiener
(und darüber hinaus!) kommt es noch ärger: Der Papst liest auch noch die "falsche" Tages-
zeitung!
In besagtem Interview erklärte er, aus Zeitgründen nur eine einzige Ta-
geszeitung (überfliegend) zu lesen, und dafür brauche er etwa 10 Minuten. Der Knaller dabei: Es ist ausgerechnet die links-liberale "La Repubbli-
ca"
, deren Gründer Eugenio Scalfari meinen aufmerksamen Lesern schon durch  - na sagen wir mal: großzügig ausgelegte - Papst-Interviews eher unangenehm aufgefallen ist. Man schaue z.B ---> HIER und HIER !

Hätte sich Papst Franziskus etwas diplomatischer verhalten und nicht ver-
raten, was seine Lieblingszeitung ist, wäre ihm die im Laufe des heutigen Tages anschwellende Empörungswelle erspart geblieben.
Medien der konkurrierenden Berlusconi-Gruppe können es nicht fassen, dass der Papst sich damit so weit aus dem Fenster gelehnt hat. Mit der Lektüre solch einer Zeitung (die sich u.a. auch für die Homo-Ehe ausge-
sprochen habe), lese er ausgerechnet jene, die "vom katholischen Glauben am weitesten entfernt ist." ---> HIER !

Ich hoffe jetzt doch inständig, dass der Papst wenigstens ab und zu mal einen Blick in die vatikan-eigene Zeitung "L'Osservatore Romano" wirft... ---> HIER

Kommentare:

  1. Tja, die katholische Position kennt der Papst, ganz bestimmt. Wie borniert muss man sein, wenn man nur das liest, was man kennt und was der eigenen Weltsicht entspricht. Der Papst macht mal wieder vor, was es bedeutet, an die Ränder zu gehen, während sich die Tradis am liebsten einmauern würden.

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    1. Puntualizzazione26. Mai 2015 um 19:01

      Klar, une eine aufrechte katholische Progressistentrulla ist sicher Abonnentin der Tagespost - das mein ich ernst! Ich lese bei Italienaufenthalten auch immer die Papierausgabe der Repubblica, bei mir geht dabei aber immer eine Stunde drauf, da ich sie nicht überfliege. Nun gut, ich bin zwar ein eher "konservativer" Katholik, allgemeinpolitisch aber eher mitte-links. Doch habe ich in Italien die reaktionärsten Knochen dabei erwischt, als einzige Tageszeitung die Repubblica zu lesen - der eine meinte dann verschämt, es sei ja nur wegen dem guten Kino- und Veranstaltungsprogramm im Regionalteil. ;-)

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  2. Der Thuriferar26. Mai 2015 um 18:52

    Es ist schon sehr merkwürdig, dass Papst Franziskus ausgerechnet eine
    Zeitung liest, die politisch links steht. Das beunruhigt nicht nur Italiener.
    Es gibt in der Tat zu denken, nährt es doch gewisse Vorbehalte, die
    bereits in der Vergangenheit laut wurden (Kommunismus-Nähe).
    Wenn er ja wenigstens noch eine zweite, eher konservative, lesen würde,
    oder wenigstens das hauseigene Blatt - aber nein, das macht er nicht!
    Alles andere als erfreulich!

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    1. Häh, "Kommunismus-Nähe" bei Bergoglio? Wo haben Sie das denn her, wenn nichts aus verschwörungstheoretischen KommunistenZionistenFreimaurer-Tradi-Hassblogs?!
      Bisher wurde, wenn überhaupt, Bergoglio immer verdächtigt, in der Vergangenheit mit den rechten Militärdiktatoren gekungelt zu haben. Was ihn bei den Tradis doch eher unverdächtig machen sollte...

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  3. Meine Güte, wie wird da wieder mal eine Mücke zum Elefanten hochgejazzt. Als Oberplaudertasche Gänsweins vor Jahren einmal den Medien verriet, dass Papst Benedikt aus Deutschland vorzugsweise die Rechtsaußen-Postille "Junge Freiheit" liest, hat sich auch kein Mensch aufgeregt. Die (mehrheitlich selber weit rechts stehenden) katholischen Blogger waren sogar begeistert

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    1. Das nenne ich eine Nebelkerze!
      Von Papst Benedikt ist bekannt, dass er sich nicht nur aus einer
      einzigen Quelle informierte, ganz im Gegensatz zu seinem Nachfolger,
      dem offenbar eine linke Informationsquelle vollkommen genügt.

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    2. Also, Gänswein hat damals nur von der "Jungen Freiheit" geprochen. Aus welchen Medienquellen hat sich Benedikt denn noch informiert? Und was ist eigentlich so empörend daran, dass sich der jetzige Papst nur aus einer eher "linken" Zeitung informiert? Wäre es eine "rechte" gewesen, hätten Sie doch alle wohlwollend genickt und festgestellt: brav, gut katholisch, unser Papst! Offenbar ist für Sie "links" und katholiach wie Feuer und Wasser, während "rechts" und katholisch wie die Sahne auf der Torte ist. Das sehen die allermeisten Katholiken aber offensichtlich nicht mehr so, s. Irland.

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  4. Puntualizzazione29. Mai 2015 um 22:27

    Es war ein Lapsus. Der Papst liest Il Messaggero. :-)

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