Mittwoch, 27. Mai 2015

Fordert Kardinal Woelki jetzt vom Vatikan eine Entschuldigung? - Wirbel um Artikel der Kölner Kirchenzeitung

Meine Leser erinnern sich: In der Kölner Kirchenzeitung gab es in der Pfingstausgabe einen Kommentar von Siegbert Klein über die Forderungen des ZdK zur Einführung der Homo-
Segnung ( ---> HIER !).
Leider wurde der Original-Arti-
kel textlich schon "bereinigt", sodass mein Link nicht mehr die strittige Version zeigt, was jetzt Ihre Meinungsbildung erschwert. Sowohl Kardinal Woelki wie auch der Chefredakteuer der Kirchenzei-
tung sind auf Distanz zu diesem Kirchenzeitungs-Kommentar gegangen, nachdem es eine öffentliche Empörungs-Welle deswegen gab.
Volker Beck hatte der Kirchenzeitung z.B. "wenn nicht Hetze, so zu-
mindest eine inakzeptable, respektlose Diffamierung"
vorgeworfen.
Man staunt, wer auf einmal alles die Kölner Kirchenzeitung liest!
Im besagten Kommentar ging es nur nebenbei um eine Aussage, mit der sich der Schreiber mit dem Argument des ZdK auseinandersetzen wollte, Homosexualität und homosexuelle Partnerschaften seien nun mal Realität, und daran müsse man sich als Kirche auch orientieren.
Darauf bezog sich Schreiber Siegbert Klein, als er feststellte, es sei auch Realität, dass die Zahl der Einbrüche und Diebstähle Jahr für Jahr steige. Auch das sei Teil der Lebenswirklichkeit. Dann könne man ja auch argu-
mentieren, dass die Täter sich keiner Schuld mehr bewusst seien und
"dass Diebstahl nicht mehr bestraft wird"...  -- Dies also wurde jetzt zum Riesen-Aufreger: Das sei ein Vergleich von Homosexuellen mit Dieben
und Einbrechern!

Wenn das ein Vergleich sein soll, dann ist er aber kräftig an den Haaren herbeigezogen! - Nirgendwo behauptete Klein, Homosexuelle seien wie Diebe und Einbrecher. Seine Intention ist eigentlich gut erkennbar:
Es ist problematisch, auf die "Realität" hinzuweisen, als Argument für die Kirche, sich gefälligst daran zu orientieren. Zugegeben: Ich hätte bezüglich der Realität ein anderes Beispiel gewählt: Realität ist auch, dass unsere Kinder trotz Rechtschreibreform immer größere Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Ich hatte bereits diesbezüglich einmal auf einen witzigen Artikel hingewiesen, wie man als Anpassung an die "Realität" dann doch bitte auch die Rechtschreibung noch weiter vereinfachen sollte. Man lese und staune ---> HIER !

Nun also entschuldigen sich Kardinal und Chefredakteur für den schiefen "Vergleich", der bei Lichte betrachtet eigentlich gar keiner ist. Der öffent-
lich erzeugte Druck war mal wieder erfolgreich. Siehe Artikel von "WDR" und Medienmagazin "pro" ---> HIER und HIER !
Jetzt lesen wir gerade, dass ein führender Mann im Vatikan die "Homo-
Ehe" soeben als "eine Niederlage für die Menschheit" bezeichnet hat. Kardinal-Staatssekretär Parolin, eigentlich ein eher sehr zurückhaltender Diplomat, vergleicht dann ja wohl nach obiger Logik Homosexuelle bzw. deren "Ehe" mit einer Niederlage, mit einer Blamage für die ganze Mensch-
heit, mit einem Unheil. Oder wie? ---> HIER !
Fordert Kardinal Woelki nun vorsichtshalber eine Entschuldigung vom Vatikan...???