Donnerstag, 28. Mai 2015

Kardinal Kasper sieht homosexuelle Paare als zentrales Thema für die kommende Synode

Ich vermute mal, dass sich über ihn öffentlich nicht so aufgeregt wird wie über seinen Kardinals-
kollegen Parolin mit seinem Bedauern für die Entscheidung in Irland.
Kardinal Walter Kasper hat sich bezüglich der Debatte über die Homo-Ehe auch zu Wort gemeldet. "Radio Vatikan" berichtet darüber, dass er der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" ein Interview gegeben hat.
Darin erklärt er vermutlich zur Verblüffung mancher Synodalen, dass er nicht etwa Ehe und Familie als das zentrale Theme der im Oktober statt-
findenden Synode ansieht, sondern die Frage des Umgangs mit gleichge-
schlechtlichen Paaren.
Das allerdings widerspricht dem gestern vom Synodensekretariat für Juli angekündigten  "Instrumentum laboris", dem Arbeitspapier für die Synode. Es gehe um "die Familie, ihre Berufung und ihre Mission in der Kirche und der heutigen Welt", heißt es ausdrücklich in der gestrigen Erklärung.
Kardinal Kasper sieht hingegen den kirchlichen Umgang mit den gleichge-
schlechtlichen Paaren als wichtigstes Thema an: 2014 "blieb das ein Rand-
thema, aber jetzt wird es zentral"
, erklärte er. Die Gleichsetzung mit der Ehe von Mann und Frau könne man jedoch "nicht akzeptieren".
Die Stellungnahme von Kardinal Kasper bezieht sich nicht auf die aktuelle Äußerung von Kardinalstaatssekretär Parolin; zum Zeitpunkt des Inter-
views wusste er noch nichts davon.

Jedenfalls kann man aus der Wortmeldung von Kardinal Kasper ersehen, dass die tiefen Gräben zwischen den Lagern der Synodenteilnehmer noch nicht zugeschüttet sind; im Gegenteil kann man den Eindruck haben, dass von manchen an der weiteren Aushebung gearbeitet wird.
Vielleicht überdenkt er ja doch noch einmal diese einseitige öffentliche Schwerpunktsetzung, mit der er vermutlich auch Papst Franziskus keine Freude bereitet...
Radio Vatikan über das Kasper-Interview ---> HIER !

Erklärung zu "Instrumentum laboris" ---> HIER !

Kommentare:

  1. Es war ja auch länger ruhig um Kardinal Kasper.
    Da wurde es mal wieder Zeit, für Aufmerksamkeit zu sorgen.
    Was ihm hiermit ja auch gelungen ist.
    Dem Papst hat er mit solchen Attacken einen Bärendienst erwiesen.

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  2. Zurückhaltung war noch die die besondere Stärke
    dieses Kardinals.
    Alles andere hätte mich gewundert.

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  3. Wenn Kardinal Kasper das so gesagt hat,
    dann hat er schlicht etwas Falsches gesagt.
    Im MIttelpunkt der Synode steht das katholische Familien-
    bild und die praktischen Konsequenzen daraus für die
    Pastoral. Alles andere ist zwar wichtig, aber zweitrangig.

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  4. Nemrod meint: Selbstverständlich sollte die Synode über dieses Thema reden:
    Sie sollte die Lehre der Kirche dazu bekräftigen und gewisse kirchliche Würdenträger, die anstatt die Lehre der Kirche verkünden und verteidigen, lieber in den Zeitgeista.... kriechen, mal kräftig auf den römisch-katholischen Boden zurückholen!
    Aber zumindest gewissen deutschen Hierarchen ist das fette Wohlleben wichtig-
    und da möchte man es sich doch nicht mit dem Mainstream verderben...
    sonst könnte die leckere Speise im neu renovierten Palais ein Ende haben...

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