Donnerstag, 21. Mai 2015

Langschläfer-Messe am Sonntagnachmittag: Kommen dann wirklich mehr in die Kirche?

"Langschläfermesse" - mit diesem Begriff hat sogar "google" seine Probleme und zeigt nur wenige Ergebnisse an. Die älteren Semester unter uns kennen das so wie ich: Sonntags gab es immer vier Heilige Messen bei uns, und zwar um 7.00 Uhr, um 9.00 Uhr (vor allem auch für Kinder), das Hochamt um 10.00 Uhr, und dann noch um 11.15 Uhr die inoffiziell so genannte Langschlä-
fermesse.
Nebenbei: Bis in die 1960er Jahre waren alle vier Gottesdienste regel-
mäßig gut besucht...! - Inzwischen haben wir Vorabend-Messen und auch Messen am Sonntagabend, um den veränderten Lebensgewohnheiten ent-
gegen zu kommen. Wie verschieden diese sein können, zeigt z.B. ein Erleb-
nisbericht von Ordensschwestern in Tansania: dort gilt die zweite Heilige Messe am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr als Langschläfermesse...!
Nun gibt es immer wieder mal Ideen, mit weiteren Gottesdienstzeiten
zu experimentieren, um doch wieder mehr Leute in die Kirche zu locken.
In Westfalen will die Evangelische Kirche es nun auch mal mit dem Sonn-
tagnachmittag
versuchen, weil man aufgrund von Forschungsergeb-
nissen z.B. glaubt, am Sonntagmorgen hätten die Familien "andere Ver-
pflichtungen"
wie etwa Fußballtraining. - Was ist das doch für eine selt-
same Entwicklung!
Allerdings stimmt die Umfrage, welche die berichtende Zeitung damit verknüpfte, wohl eher nicht so optimistisch. Das ist zwar alles andere als repräsentativ, aber knapp 70 % der 200 Umfrage-Teilnehmer meinten: Im Grunde sei es egal zu welcher Zeit, sie würden dann auch nicht häufiger zur Kirche gehen.

Das wiederum überrascht mich nicht wirklich. ---> HIER !
Ob Teile der Kirche fleißig und ganz freiwillig dabei mithelfen, den Sonntag weiter zu demontieren...?

.

Kommentare:

  1. Sabine Neuhaus21. Mai 2015 um 09:05

    Die evangelische Kirche ist auf dem besten Wege,
    sich lächerlich zu machen.
    Entweder man ist Christ und Jesus ist einem wirklich
    sehr wichtig, oder man lässt es bleiben.
    Solch einen terminlichen Wanderzirkus kann man nur
    mit Kopfschütteln quittieren. Wann kommt die
    Mitternachtsmesse?

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  2. Wenn die Kirche jedem Trend hinterher laufen will,
    wird sie auch nicht besser dastehen.
    Wie schon im Artikel oben zitiert: Trotz der zeitlichen
    Verrenkungen werden nicht wesentlich mehr Kirchgänger
    zu sehen sein.
    Wie wär's zur Abwechslung mal mit Pluspunkten wie einem
    vorbildlichen Pfarrer, mit ansprechender Predigt, mit ehrfürchtiger
    Liturgie und mit viel Gebet?!

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  3. Diözesaner Bürohengst21. Mai 2015 um 12:34

    Den Ball flach halten!
    Die ersten Christen haben sich wahrscheinlich auch nicht
    am Sonntagmorgen getroffen, sondern eher geggen Abend
    und irgendwo privat.
    Der Sonntagvormittag wurde auch deswegen so beliebt, weil
    dann (z.B. auch für das Dienstpersonal der Reichen) noch
    genügend Zeit blieb, das Mittagessen zu kochen.

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