Donnerstag, 21. Mai 2015

Rauswurf beim "Westfalen-Blatt": Lachnummer, Trauerspiel oder was...?

Sie haben wahrscheinlich davon gehört oder gelesen.
Die Tageszeitung "Westfalen-
Blatt"
ist völlig unerwartet in einen Empörungs-Tsunami geraten. Der Grund: Eine freie Mitarbeiterin gab einem an-
fragenden Vater einen "guten Rat am Sonntag", wie deren Kolumne heißt. 
Pardon - hieß - denn man hat sich von der Mitarbeiterin "getrennt", wie man das heute so elegant anstelle "Rauswerfen" formuliert. Ich weiß nicht, ob ich bei der Geschichte lachen oder weinen soll, wenn ich den eigentlichen Anlass und dann das Ergebnis betrachte.
Der anfragende Vater wollte nicht, dass seine beiden jungen Töchter an einer Feier teilnehmen, bei der zwei Homosexuelle offiziell verpartnert wurden. Es handelte sich dabei um den Bruder des Anfragenden und dessen Freund, zu denen eigentlich ein gutes Verhältnis besteht.

Die Ratgeberin, eine Diplom-Soziologin, machte dann den verhängnisvol-
len Fehler, ihm zuzustimmen. Wenn er den Eindruck habe, das verwirre die Kinder, dann sollten sie eben nicht an der Feier teilnehmen.

Nicht wirklich spannend, oder? - Aber es wurde spannend gemacht, sehr spannend sogar. Im Internet wurde der Ratgeber-Artikel in vielen Medien wortwörtlich weitergereicht (ob man die gesetzlichen Bestim-
mungen des Urheberrechts auf einmal vergessen hat?), und die Zeitung wurde mit empörten Reaktionen bombardiert; man unterstellte gleich Homophobie.  

Die Reaktion: Man entschuldigte sich seitens des Blattes nicht nur für die "sehr gravierende journalistische Fehlleistung", sondern versicherte, dass die Autorin nicht mehr für das Blatt schreiben dürfe.
Da haben wir mal wieder etwas über Meinungsfreiheit (oder Meinungsdik-
tatur?) gelernt. Was für ein böser, böser Vater, der an der herkömmlichen Ehe festhalten will!

Näheres kann man gerne nachlesen, z.B. ---> HIER und HIER und HIER und HIER !