Montag, 18. Mai 2015

"... und führe uns nicht in Versuchung" - ganz speziell für die Teilnehmer der Familiensynode!

Wir sind sündige Menschen, und die Versuchung lauert an vielen Ecken, und zwar ge-
schickterweise oft auch recht überraschend. Der Katechismus weiß das... ---> HIER !

Dass bestimmte Leute und Personengruppen speziellen Versuchungen ausgesetzt sind, liegt auf der Hand. Wer die Macht hat, seine Meinung in der großen Öffentlichkeit durchzusetzen, trägt eine andere Verantwortung als Otto Normalverbraucher. Auch in der Kir-
che lockt die Versuchung, und das trifft auf die Teilnehmer der kommen-
den Synode auch zu.
Da hat Papst Franziskus meiner Meinung nach wirklich voll ins Schwarze getroffen, als er zum Abschluss der Synode 2014 von den verschiedenen Versuchungen sprach, die sich der Bischöfe bemächtigen können. Zur Er-
innerung
---> HIER !
Dazu gehört, und da sind wir auch fast schon wieder bei den neuesten Forderungen des deutschen ZdK angelangt, "die Versuchung des zer-
störerischen Gutmenschentums, das im Namen einer falschen Barmherzig-
keit die Wunden verbindet, ohne sie zuvor zu behandeln..."
Seit wenigen Tagen ist nun ein Artikel des Jesuiten Gian Luigi Brena in der Zeitschrift "La Civiltà Cattolica"ein Thema im Internet; leider habe ich den direkten Link dorthin noch nicht entdeckt (vielleicht weil sie angeblich erst am 30. Mai gedruckt vorliegt). Andrea Tornielli weist aber schon im "VATICAN INSIDER" darauf hin.

Brena blickt auf den ersten Teil der Synode zurück. Im Schlussdokument wird betont, dass "die christliche Botschaft in sich immer die Wirklichkeit und die Dynamik der Barmherzigkeit und der Wahrheit enthält, die in Christus zusammenkommen." - Brena schließt daraus (so sagt Tornielli), dass Barmherzigkeit vor der Wahrheit kommt, also eine klare Set-
zung einer Priorität.
Barmherzigkeit sei der zentrale Begriff Jesu, der immer wieder betont habe, dass die Lehre für den Menschen da sei und nicht etwa umgekehrt.
Zu Recht sehe die moderne Zeit den einzelnen Menschen, nicht eine abstrakte Moraltheologie, die z.B. auch noch vor einiger Zeit Organtrans-
plantationen als moralisch verwerflich angesehen habe.
Bei allem Pochen auf die "Regeln" bleibe es erforderlich, für jeden Einzel-
fall zu entscheiden, da jeder Mensch ja auch einzigartig sei, so Brena.

Englischer Artikel von Andrea Tornielli ---> HIER !
Sind wir vor der Synode auf dem Wege zu einer Theologie der Einzelfälle?