Dienstag, 16. Juni 2015

Missbrauch: Prozess im Vatikan-Tribunal gegen Erzbischof Wesolowski beginnt in Kürze

Sein Fall hat mächtig Staub aufgewirbelt. Nun gibt der Vatikan bekannt, dass der Prozess gegen den früheren Nuntius in der Dominika-
nischen Republik, den in-
zwischen in den Laienstand versetzten Erzbischof Josef Wesolowski am 11. Juli beginnt. Wie es heißt, drohen ihm wegen Missbrauch bis zu sieben Jahre Haft. Gut so!
Berichte über das bevorstehen-
de "Ereignis" gibt's jetzt schon z.B. bei "Radio Vatikan" und "katholisch.de" ---> HIER und HIER !

Die Journalisten werden das Ganze mit großem Interesse verfolgen.
Gehen wir mal davon aus, dass dies nicht bloß zu einem Schauprozess wird. Einige kritische Fragen gab es ja schon zu Beginn der Vatikan-Aktion; ich erinnere an meine Artikel ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Klar doch: Man will jetzt im Vatikan die Muskeln spielen lassen
    und aller Welt demonstrieren, wie konsequent man doch gegen
    Missbrauch vorgeht.
    Es wäre doch schön, wenn man in anderen Dingen und Vergehen
    auch so konsequent wäre... !

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    1. Klar doch: sobald es gegen Missbrauchsverdächtige geht, sind die ansonsten gebetsmühlenhaft "klares Durchgreifen" gegen (Liturgie)Missbraucher fordernden Tradis plötzlich gar nicht mehr so zart besaitet, sondern finden das alles nicht so schlimm.
      (Nun, EB Wesolowski gilt ja auch als besonders konservativer Vertreter, da werden dann gleich anderthalb Augen zugedrückt - sofern man nicht gleich von einem "Komplott der Linken" ausgeht...)

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    2. @Sindbad

      Ich gehe nicht davon aus, dass es darum geht nun "die Muskeln spielen zu lassen".

      Ich gehe davon aus, dass es tatsächlich um Glaub-Würdigkeit geht. Man kann nicht "die Kleinen hängen" und "die Großen laufen lassen" und dabei noch irgendwie Glaub-Würdig sein.

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    3. @Sindbad: Ihr hämischer und bagatellisierender Tonfall in einer so schlimmen Sache läßt mich an einen Satz des Philosophen Lichtenberg denken:
      Religiöse Menschen denken nur an sich selbst.

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    4. Wenn es um Kindesmißbrauch durch Kleriker geht, werden Sie bei den Tradis kaum anderes als Häme (gegen die Mißbrauchskritiker) und Bagatellisierung lesen.

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  2. Erzbischof Wesolowski war unabhängig von seinem - erst noch gerichtlich zu würdigenden, bis dahin hat er wie alle Beschuldigten als unschuldig zu gelten! - möglchen Fehlverhalten im Privatbereich ein untadeliger, ganz treuer Sohn der Kirche.
    Doktrinelle Vehrfehlungen sind von ihm, im Unterschied zu zahllosen liberalen Kleriken, nie bekannt geworden. Soviel Gerechtigkeit muss sein!

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    1. Eugen Drewermann hat in seinem epochalen Werk "Kleriker - Psychogramm eines Ideals" bereits vor Jahrzehnten ausführlich dargelegt, warum es im Umfeld der kirchlichen Sexual"moral" geradezu zwangsläufig zu emotionalen Fehlentwicklungen kommen muß, wobei der Mißbrauch von Kindern nur eine der möglichen Folgen darstellt.
      Ich kann irgendwie Mitleid mit Bischof Weselowski haben, er hat wahrscheinlich unter seiner sexuellen Neigung sehr gelitten, und wahrscheinlich war niemand da, der ihm geholfen hätte. Er hätte dringend ein Umfeld gebraucht, in dem er sich seine seelische Lage vorbehaltlos hätte eingestehen können. Viele Menschen im kirchlichen Umfeld "dürfen" sich gewissermassen selbst nicht eingestehen, wie es ihnen eigentlich geht.
      Auch wenn dafür gesorgt werden muß, daß keine weiteren Mißbräuche möglich werden, so bin ich keinesfalls dafür, Bischof Weselowski einfach so in ein Gefängnis zu werfen. Er ist möglicherweise Opfer einer gestörten Entwicklung, dem müßte man nachgehen, letztlich auch in der gesamten kirchlichen Struktur. Und dabei kann nichts so gut helfen wie der seelsorgerliche Ansatz bei Herrn Drewermann.

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    2. Das erzählen Sie mal einem Tradi. Der sieht beim Namen "Drewermann" nur eins: den Scheiterhaufen...

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    3. @Siri: Ja ja, und der "Führer" hat bekanntlich auch nur ein paar "Tatsünden" begangen, sich aber, was ja entscheidend ist, nie an der "Doktrin" der Hl. Kirche versündigt. War ja auch bis zum 30. April 1945 braves Mitglied der Kirche, die ihn nie exkommuniziert hat.

      So kann man sich die kirchliche Welt himmelblau reden.

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    4. @Hahaha:

      Ja, sie haben die Scheiterhaufen gerne gesehen - und angezündet...
      Daß in den entsprechenden Kreisen heute Folter und sadistischer Mord im Namen der Kirche zumindest kleingeredet werden, ist menschlich eine Ungeheuerlichkeit.
      Und Haß, Mobbing und Ausgrenzung gegen jenen Menschen, der die Grundidee des Christlichen wie kaum ein anderer ganz neu erlebbar machen kann, bedeutet einen noch gar nicht absehbaren Schaden.

      Gruß

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