Samstag, 20. Juni 2015

Wie ist das eigentlich mit der kirchlichen Barmherzigkeit für Kirchensteuer-Schuldner?

Gerade wird beim Portal "kath.net" eine interessante Diskussion über ein Thema geführt, das ich in meinem Blog schon vor mehr als einem Jahr aufgegriffen hatte:
Wie ist das eigentlich?
Ständig wird über die Frage nachgedacht, ob und wie der Kommunionempfang für wie-
derverheiratet Geschiedene möglich gemacht werden kann. Aber gibt es da nicht andere Gruppen, bei denen diese Frage erst recht erlaubt ist, wie die aus rein steuerlichen Gründen aus der Kirche ausgetretenen aber dennoch gläubigen Katholiken....?!

Unter anderem schrieb ich am 1. März 2014:  "Wir erinnern uns: Wer sich weigert, die fälligen Steuern zu zahlen, fliegt raus und bekommt noch einen mahnenden Brief der deutschen Bischöfe. Der wurde inzwischen auf Ver-
langen des Vatikans zwar überarbeitet, aber die grundsätzliche Frage bleibt doch: Warum darf man solche Menschen ausschließen, die vielleicht aus ihrer persönlichen Sicht ganz verständliche Gründe haben, wegen der Steuer der Kirche den Rücken zu kehren? Es gibt sicher etliche Fälle, de-
nen die finanzielle Last einfach zu groß ist und die jeden Euro dringend brauchen.
Die geltende Regelung nach dem Motto "Nur wer zahlt, darf auch zur Kommunion gehen" kann es doch eigentlich auch nicht sein, oder?
Und dass etwa 85 % der Katholiken zwar brav zahlen, aber ganz offen-
sichtlich nicht bereit sind, die Sonntagsmesse zu besuchen, dürfte doch dann eigentlich auch nicht toleriert werden, wenn man gleichzeitig Nichtzahler automatisch exkommunziert?!"  - Man lese den kompletten Artikel ---> HIER !
Bei "kath.net" stellt man jetzt auch detailliert begründet die Frage nach der Barmherzigkeit für Kirchensteuer-Sünder ---> HIER !

Tja, da wird offensichtlich von den Bischöfen mit zweierlei Maß gemessen, oder...???

Kommentare:

  1. Heiliger Bimbam20. Juni 2015 um 10:46

    Das deutsche Kirchensteuer-System gehört abgeschafft,
    basta!

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    1. Es ist spannend, wie beim Thema Kirchensteuer bzw. deren Abschaffung linke Kirchenkritiker und rechte Tradis sich in schönster Eintracht zusammenfinden.
      (Beim näheren Hinsehen nicht nur da...)

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    2. @Elisabeth: ich habe keinerlei Probleme, mit den Linken mal einer Meinung zu sein, wenn sie wo Recht haben. Und bei der Abschaffung der unsägichen Kirchensteuer haben sie Recht. Warum sollte ich das nicht anerkennen?
      Wo es aber sonst Schnittmengen zwischen mir und den Linen geben sollte, wie Sie schreiben, das würde mich aber mal interessieren...

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  2. Menschen, die jeden Euro brauchen, zahlen ja auch kaum Kirchensteuer, das ist kein Argument. Wenn man aus der Kirche austritt, will man offensichtlich nicht mehr dazu gehören. Einige wenige machen es aus Protest, gegen die angeblich so ketzerische deutsche Nationalkirche, das ist eine pure Provokation, die Kirche nicht hinnehmen muss. Geschiedene, die die Kommunion wollen, wollen gerade zur Kirche dazu gehören, etwas völlig anderes. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

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    1. Karl sollte mal ein wenig im Internet recherchieren.
      Da begnen ihm Beispiele, auch der eines Kirchenrechtlers,
      bei denen der Austritt ausdrücklich nur aus der Kirchen-
      steuerpflichtgemeinschaft erfolgte (Prof. Zapp),
      aber ausdrücklich betont wird, ein gläubiger Katholik zu sein.

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    2. Der kann viel behaupten, der will nur provozieren, um dem deutschen Kirchensteuersystem an den Karren zu flicken. Gerade als Prof sollte er sich schämen!

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    3. Wer der Kirche einen finanziellen Solidarbeitrag verweigert, ist per Definition des Katechismus kein gläubiger Katholik. Das gilt sogar für die hohen Herren Professoren, die selbst in Deutschland keine Narrenfreiheit haben. Basta.

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    4. Weder der Katechismus noch das Kirchenrecht schreiben vor, WIE man seinen finanziellen Beitrag zu leisten hat.
      Wenn aber in Deutschland jemand sagt: Ich trete wegen des Kirchensteuersystems vor der staatlichen Autorität aus der Kirche und bezahle den identischen Beitrag als Spende direkt an meine Pfarrei vor Ort oder an einen Orden oder sonst eine kirchliche Institution, dann ist er nach den Vorstellungen der Bischofskonferenz trotzdem exkommuniziert.
      Es geht der Bischofskonferenz nicht darum, daß überhaupt ein Beitrag geleistet wird, sondern darum, daß das Kirchensteuersystem weiterhin unterstützt wird. — Das Kirchensteuersystem ist, so könnte man meinen, eine Art goldenes Kalb für die deutschen Bischöfe.

      Ein weiterer Punkt ist aber, daß die Kirchensteuer etwas vorspiegelt, was nicht existiert: Es spiegelt eine blühende Kirche vor, in der viel Geld vorhanden ist, um Neubauten zu finanzieren, Kirchen tip-top in Ordnung zu halten, Hilfwerke zu betreiben usw.
      Blühend ist aber nur die finanzielle Seite, während auf der geistlichen Seite Verfall und Niedergang herrscht.
      Würden aber nur noch die tatsächlich „aktiven“ Katholiken durch ihre Spenden die Kirche unterstützten, so würde die finanzielle Seite wieder mit der geistlichen zusammen passen. — Dann sähen viele Kirchen so verfallen aus wie in Belgien, Holland und anderen Ländern.

      Die Deutsche Kirche hat viel Geld und macht damit auch viele gute, soziale Projekte, aber an geistlichen Dingen hat sie wenig Interesse. Darauf wies auch Papst Benedikt in seiner Predigt in München 2006 hin: »Dann und wann sagt aber ein afrikanischer Bischof zu mir: „Wenn ich in Deutschland soziale Projekte vorlege, finde ich sofort offene Türen. Aber wenn ich mit einem Evangelisierungsprojekt komme, stoße ich eher auf Zurückhaltung.“«

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  3. Helmut Schneider20. Juni 2015 um 11:22

    Als Otto Normalbürger denkt man vielleicht, die paar Euro Kirchensteuer
    machen den Kohl auch nicht fett.
    Bei Unternehmern, insbesondere Existenzgründern, sieht das schon
    anders aus. Je nach erzieltem Einkommen werden da auch gerne mal
    5.000 oder 10.000 Euro Kirchensteuer fällig.
    Selbst wenn man die Kirche gerne unterstützen will, ist das doch
    ein bisschen happig und kann im Einzelfall auch sehr ärgerlich sein,
    weil man mit dem Geld vielleicht Kredite schneller tilgen könnte.

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    1. Ist Leser Helmut Schneider da nicht etwas
      zu großzügig?
      Allerdings: Summen von jährlich 3 - 4000 Euro
      Kirchensteuer kommen vor, auch bei einem Bekannten von mir.
      Und er selbst sagt auch, dass ihm das richtig weh tut.

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    2. 3000–4000,- Euro Kirchensteuer?
      Ja sowas gibt es.
      Wer z.B. im Jahr 132.000€ brutto (11.000€/Monat) verdient, der zahlt bei als lediger bei Steuerklasse I insgesamt 43355€ Lohnsteuer und 3.902€ Kirchensteuer.
      -> Lohnsteuerrechner: https://www.bmf-steuerrechner.de/bl2015/

      Tun bei 11.000€ Brutto die 330€ im Monat wirklich "richtig weh"?
      Ich habe da meine Zweifel.

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  4. Na prima, dann denken Sie doch mal darüber nach, die Seite zu wechseln; Einigkeit ist doch ein prima Kriterium.

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  5. Es gibt das berühmte Wort von Papst Paul VI., der sagte, durch das deutsche (Zwangs)Kirchensteuersysten sei "der Rauch Satans in die Heilige Kirche eingedrungen". Präziser kann man es nicht sagen. Aber unsere Bischöfe lachen nur darüber.

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    1. Pauls VI. hat die Aussage vom Rauch des Satans nicht in Bezug auf das deutsche Kirchensteuersystem gesagt, sondern in Bezug auf »den Zweifel, die Unsicherheit, die Infragestellungen, die Unruhe, die Unzufriedenheit, die Auseinandersetzungen«.

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    2. Damit hatte er aber das deutsche Kirchensteuersystem gemeint, durch das alle diese aufrührerischen Dinge in die Kirche eingedrungen sind.

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