Freitag, 4. September 2015

Muss sie lebenslang in Haft? - Standesbeamtin in USA will kein Homo-Paar trauen...

Vielleicht haben Sie auch schon davon gelesen: Eine christliche Beamtin in Kentucky weigert sich beharrlich, Schwule und Lesben zu trauen.
Die Behörden wollen die christ-
lichen Gewissensbisse jedoch nicht dulden und haben Kim Davis ins Gefängnis gesteckt. "Beugehaft" nennt man so-
was, und die soll so lange andauern, bis die Beamtin klein beigibt.
Was allerdings im Extremfall bedeuten würde, dass sie die Jahre bis zum Tag ihrer Pensionierung im Knast verbringen müsste. Mal sehen, wer da letztlich den größeren "Dickkopf" hat.
Jedenfalls schaut mittlerweile die Presse aus aller Welt auf den nicht all-
täglichen Fall. Zwei Schwule hatten mehrfach unter Zeugen von ihr die Ausstellung der Heiratspapiere verlangt. Zuletzt zogen sie sogar mitsamt Journalisten und Filmteams ins betreffende Büro, doch auch davon ließ sich die Beamtin nicht beeindrucken. Angeblich, das wäre dann vielleicht auch etwas pikant, soll die einer Pfingstkirche angehörende Dame schon dreimal geschieden sein.

Jedenfalls hat Kim Davis jetzt jede Menge Leute, von denen sie abgelehnt wird, aber vermutlich noch mehr Bewunderer, die ihren Mut anerkennen. Ein deutsches Homo-Magazin nannte sie gestern "Die neue Heldin der Homo-Hasser".
Es geht ums Prinzip, sowohl den beiden Schwulen, die ja auch woanders getraut werden könnten, wie auch der widerspenstigen Büroleiterin.
Wie wird das wohl ausgehen? 

Presseberichte ---> HIER und HIER und HIER
:
>                         Den Direktlink zu diesem BBC-Video gibt's ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ich wühl mich grad durchs Inet. Kurzer Zwischenbericht:

    Die Standesamtsleiterin ist zum 4. mal verheiratet. Sie ist 3 mal geschieden. Sie ist Mutter von Zwillingen, die 5 Monate nach Trennung von Ehemann Nr. 1 geboren wurden. Ehemann Nr. 2 hat die Zwillinge adoptiert und ist ihr derzeitiger Ehemann Nr. 4. Der biologische Vater ihrer Zwillinge ist aber Ehemann Nr. 3.

    Ja heidewitzka. Was für eine Gläubige. Und bei ihrem Lebenslauf hat sie natürlich das Recht homosexuelle Menschen zu verurteilen. Jau, Gott sieht ihre diversen Ehemänner nicht, aber die bösen Schwulen.

    Vornehm ausgedrückt;-) Das ist nicht nur a bissle bigott, das ist Bigotterie hoch drei!

    Link dazu:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Kim_Davis_%28county_clerk%29#Personal_life

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  2. Aber marram, ihr ist die Ehe wahrscheinlich so heilig, daß sie das Ganze gleich 4 mal erleben wollte. :-D

    Ansonsten : die Frau weigert sich, ihren job zu tun, etwas wozu sie sich per Eid verpflichtet hat.
    Das hat logischerweise Konsequenzen, egal um wen oder was es geht.Das hat nichts mit Christenverfolgung zu tun.

    Sie bräuchte nur ihren Job zu machen oder zurück zu treten, und schon ist sie aus dem Knast.
    Ansonsten bleibt sie dort, bis sie abgewählt oder bei dem jetzt auf sie zukommenden Prozess wegen Amtsmissbrauch abgesetzt wird.

    Man stelle sich nur vor, ein Standesbeamter würde sich weigern, Christen zu trauen, weil es seinem Glauben widerspricht, was dann los wäre ..

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    1. Die Frage ist eine andere:
      Wie kommt ein Staat dazu, eine Bürgerin und Mitarbeiterin,
      die bislang nicht straffällig geworden ist, einfach auf unbestimmte Zeit
      ins Gefängnis zu stecken?
      Sie wollen uns doch wohl nicht erzählen, dass sowas normal ist!
      Man hätte die Beamtin z.B. für eine Zeit suspendieren können oder
      ihr eine andere Tätigkeit zuteilen.
      Sooooo aber ist das einfach menschenverachtend!

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    2. @Sabine N
      Aber genau darin liegt ja das Problem. Die Frau ist keine angestellte Beamtin oder ähnliches. Man kann sie weder versetzen noch ihr kündigen noch sie suspendieren. Sie wurde (ähnlich wie Landräte und Bürgermeister) in ihr Amt gewählt. Man kann sie daher maximal in Beugehaft nehmen und schnellstmöglich gegen sie einen Prozess wegen Amtsmissbrauch führen.

      Vor dieser Beugehaft gab es ja den mehrmaligen Versuch mit ihr zu reden und sich gütlich mit ihr zu einigen. Sie hat aber auf ihrer Position bestanden und letztendlich sogar den ihr untergebenen Angestellten untersagt die Ehegenehmigung auszustellen. Sie hat sich nicht nur selbst geweigert, sondern dies auch von allen ihren Mitarbeitern verlangt.

      Leider finde ich dazu keine Links auf deutsch. Im von mir verlinkten Wikipedia-Artikel wird dies auch erwähnt - leider nur in englisch.

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  3. @Gallowglas
    Auch hier liegt ein Irrtum vor. Die Frau hat sich nicht geweigert, die beiden zu trauen. Sie hat sich geweigert den beiden die Lizenz zu geben, so dass die sich trauen lassen können.

    Kurzer Exkurs dazu:

    Diese Lizenz um sich trauen lassen zu können entspricht in etwa unserer "Ehefähigkeitsbescheinigung". Mit dieser Lizenz hätten die beiden sich dann von irgendwem trauen lassen können. Diese Person die dann traut darf dies aber nicht ohne vorliegen dieser Lizenz tun. Die Frau hat sich daher nicht einfach geweigert, die beiden zu trauen. Dadurch, dass sie sich geweigert hat den beiden die Lizenz auszustellen hat sie verhindert, dass die beiden sich von jemand anders trauen lassen können.

    Der Personenkreis der bei vorliegen einer Lizenz trauen kann, muss eine staatlich anerkannte Erlaubnis dau haben. Dieser Personenkreis ist aber wesentlich weiter gefasst als hier in der BRD.

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    1. Das ist alles bekannt (ich gehöre selbst zu dem "Personenkreis", welcher in den USA Leute trauen kann), macht aber prinzipiell keinen Unterschied, sie hat sich geweigert, entgegen des von ihr geleisteten Eides, ihren Pflichten nach zu kommen und muss jetzt die Konsequenzen dafür tragen.

      Da fällt mir ein, als "Christin" hätte sie ja eigentlich gar keinen Eid leisten dürfen, zumindest hat Jesus das ja verboten.

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  4. @Kreuzknappe
    Zitat"Es geht ums Prinzip, sowohl den beiden Schwulen, die ja auch woanders getraut werden könnten, wie auch der widerspenstigen Büroleiterin.
    Wie wird das wohl ausgehen? "

    Das dumme ist, um sich woanders trauen lassen zu können brauchen die beiden Schwulen trotzdem erstmal diese Lizenz, die sozusagen ihre Ehefähigeit feststellt. Diese Lizenz ist aber zwingend in dem County zu beantraagen, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Diese Lizenz können sie NICHT in einem anderen County beantragen.

    Gut, man kann natürlich von den beiden Schwulen dann verlangen, dass sie eben ihren Wohnsitz in ein anderes County verlegen müssen. Sollen die sich doch woanders eine Arbeit, einen Lebensmittelpunkt, einen Freundeskreis und eine Wohnung suchen. Aber ich denke NIEMAND, der auch nur halbwegs ein Herz hat, würde diese Option ernsthaft in Betracht ziehen. Daher blieb diesen beiden tatsächlich nichts anderes übrig als immer wieder diese Lizenz in ihrem County und bei dieser Dame zu beantragen.

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    1. Evtl. nicht ganz korrekt, "marram":
      Inzwischen läuft dort der standesamtliche Betrieb
      schon wieder:
      http://www.welt.de/vermischtes/article146058947/Kim-Davis-und-ihr-Kampf-gegen-die-Homoehe.html

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    2. Das Gericht, dass die Beugehaft angeordnet hat, hat die Anordnung der Frau per Gerichtsanordnung außer Kraft gesetzt. Deshalb dürfen die Angestellten dort jetzt auch diese Lizenzen ausstellen :-)

      Leider wirft der Welt-Artikel - wie etliche andere Medien - die Begriffe Ehebescheinigung, Trauung und Lizenz durcheinander. Erst im drittletzten Absatz steht z. B., dass die Frau sich eben sogar weigert diese Lizenzen auszustellen, die man braucht um sich trauen lassen zu können.

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