Sonntag, 4. Oktober 2015

Christoph Charamsa wurde nicht hauptsächlich wegen seiner Homosexualität gefeuert!

Der katholische Blogger Marc
de Vries
aus den Niederlanden bringt es in einem Artikel auf den Punkt.
Klar, dass man dann auch etwas überspitzt formuliert, um die Sachlage zu verdeut-
lichen. Vom Ansatz her, so finde ich, hat er aber recht: Bei Lichte betrachtet wurde Monsignore Christoph Cha-
ramsa
nicht in erster Linie wegen seiner Homosexualität vom Vatikan aller Ämter enthoben.

Der eigentliche Knackpunkt (ich hatte das in meinem Artikel auch
so gesehen) ist nach Auffassung des Bloggers der eklatante Bruch des Zölibatsversprechens, mit dem sich der Monsignore in der Öffent-
lichkeit auch noch geradezu brüstet. Jetzt sei er endlich ein freier und glücklicher Mensch...
Der Bloggerkollege hat richtig erkannt: Natürlich kann sich jeder Priester, egal wie er sexuell "tickt", auch mal verlieben. Wer kann das pauschal und für alle Zeiten ausschließen? - Der Priester, der sich gestern "outete", hat offenbar keinerlei Hilfe oder Ratschläge in Anspruch genommen, sondern hat für sich beschlossen, jahrelang eine heimliche Liebe mit allen Konse-
quenzen zu praktizieren.
Wie er gestern erklärte, gab er trotz seiner hervorragenden theologischen Bildung ja auch allen Ernstes die Antwort, Priestern müsse das Recht auf Familie zustehen. Und das hat er dann für sich selbst praktiziert, wenn auch heimlich. Es bestand demnach also gar nicht die Absicht, kann man wohl schließen, dem Zölibat treu zu bleiben. 

Der Blogger sieht wie viele andere den Zeitpunkt auch nicht gerade zufällig. Ging es Monsignore Charamsa wirklich um eine sachliche, unaufgeregte Diskussion? - Nein, sagt der Blogger, es war ein gut geplantes "Timing des Ungehorsams".  Jahrelang hat er allen anderen etwas vorgespielt.
Der Blogger fasst zusammen: Man sollte sich bitte daran erinnern, dass die Rausschmiss-Entscheidung des Vatikans genau so ausgefallen wäre, wenn Msgr. Charamsa mit dem Bekenntnis einer Liebesbeziehung
zu einer Frau an die Öffentlichkeit gegangen wäre.
Bemerkenswert übrigens, dass der für ihn zuständige Bischof die Türen nicht zugeschlagen hat: Monsignore Charamsa wurde von ihm aufgefor-
dert, auf den Weg des Priestertums im Namen Christi zurückzukehren.

Englischer Artikel des Bloggers ---> HIER !