Donnerstag, 26. November 2015

Es werden immer mehr: Soll man Bettlern etwas geben oder besser nicht...?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht: Mich jedenfalls lässt es nicht kalt, wenn ich einem Bettler begegne, sei es beim Gehen durch eine Einkaufs-
straße oder z.B. auch, wenn einer bei uns an der Haustüre klingelt.
Und das werden immer mehr, derzeit bei uns im Ort etwa einmal pro Woche.
Ich schätze mal, die diesbe-
züglichen
Meinungen  - und die Erfahrungen - gehen da ganz weit aus-
einander. Da gibt es die Bettelbanden, die mit VW-Bussen angereist kom-
men und dann Straße für Straße abarbeiten, da gibt es diverse Schilder und Zettel, die uns darüber informieren, dass es sich um schlimme Schicksale handelt - und ich weiß nicht so recht: Soll ich - oder soll ich nicht? 

Klar, das Bibelwort, man solle seinen Nächsten lieben und "was ihr dem Geringsten getan habt...", können wir nicht einfach zur Seite schieben. Andererseits kann es sein, dass man gerade mit seiner Nächstenliebe solche Banden erst fördert und ermöglicht. Und dann gibt es die Experten, die so oder anders sagen, was man tun oder besser nicht tun soll.
Ein paar Beispiele ---> HIER und HIER und HIER !
Wohl ist mir nie dabei, aber ich gestehe, ich entscheide aus dem Bauch heraus, ob ich etwas gebe oder nicht, und ich hoffe, mich dabei auf meine Lebenserfahrung und Menschenkenntnis halbwegs verlassen zu können. Und Sie...?  

Kommentare:

  1. Ob man persönlich etwas gibt oder nicht,
    dafür gibt es wohl kaum ein Rezept. Das kommt auf die
    ganz konkrete Situation drauf an.
    Was mich aber stört ist, wenn Bettler sich vor der Kirche
    und sogar in der Kirche postieren und die Gottesdienst-
    besucher regelrecht "abfangen."

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  2. Bislang habe ich manchmal Bettlern was gegeben, bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie eben nicht in irgendwelchen Banden organisiert sind. Das waren meistens dann Menschen, bei denen ich davon ausgegangen sind, dass diese ein wie auch immer geartetes Drogenproblem haben. Ich weiß, dass andere sagen, diesen Menschen geben sie nichts, weil diese es im Zweifelsfall eh nur für ihre Sucht ausgeben. Meine Meinung dazu war: Essen müssen diese Menschen aber auch was - und dafür brauchen sie Geld. Wofür sie es ausgeben, entzieht sich meiner Verantwortung. Aber... wie meine Schwester in einer Diskussion dazu ganz treffend anmerkte, einem Fresssüchtigen, der zu ihr zu Besucht kommt, würde sie selbstverständlich auch was zu essen und trinken anbieten und nicht sagen: Seine Sucht unterstütze ich nicht.
    Bei einem Alkoholabhängigen ist das natürlich was anderes, dem würde ich nichts alkoholisches anbieten. Aber wie gesagt: Auch ein Drogensüchtiger braucht was zu Essen und dafür Geld.

    Momentan brauche ich mir darüber - leider - keine Gedanken mehr zu machen. Ich komme mit meiner EU-Rente selber nicht über die Runden...

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  3. Ich habe es selbst schon erlaubt, dass es vor dem Gottesdienst
    zumindest für ältere, gehbehinderte Gläubige kaum ein Durchkommen
    gab, weil mehrere Bettler vor der Eingangsgtüre regelrecht postiert waren.
    Man fühlte sich regelrecht genötigt.
    Ich habe mich beim Aufseher im Dom beschwert, aber der meinte,
    draußen könnte er nichts machen. Zustände sind das!

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  4. Das Thema ist sehr komplex.
    Ich bleibe mal bei der eigentlichen Frage des Kreuzknappen,
    wie man sich selbst verhält, wenn es denn an der Haustüre klingelt.
    Da habe ich von meiner Schwester, die Pfarrhaushälterin ist,
    einen guten Tipp bekommen: Ich biete dem Bettler erst einmal
    etwas zu essen an. Zeigt er daran kein Interesse, kriegt er auch
    kein Geld. Andernfalls gibt's ein leckeres Butterbrot und 2 Euro.

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  5. Ob man geben soll? Ein ganz klares ja. ABER...

    Ich habe da so meine Pappenheimer, von denen ich aus Gesprächen weiß, dass mein Kleingeld oder kleine Gesten da gut angelegt sind. Der eine freut sich tierisch über einen Schlafsack, der andere über Schuhe. Und "meine" Punker freuen sich immer, wenn ich für ihren Hund zwei Dosen Hundefutter mitkaufe.

    Die andere Seite der Medaillie durfte ich unlängst kennenlernen: Eine vorgeblich "bedürftige" ältere Frau, die mit einem mit "Hunger" beschriebenen Schild in der Fußgängerzone kniete. Ein frisch belegtes Brötchen gab sie mir ungesehen zurück, nach Geld gestikulierend. So groß war der Hunger dann anscheinend doch nich, und ich hab es seingelassen. Eine gute Stunde später habe ich gesehen, wie das erbettelte Geld zwei Strassen weiter von einem gut gekleideten Herrn eingesammelt wurde. Hätte denen allen am liebsten eine geklebt, weil das so unterirdisch ist.

    Die, die es wirklich nötig haben, halten einem keine Schilder unter die Nase, und werden aufdringlich. Oder klingeln an der Haustüre. Die gehören zu 99,9% zu Banden, die das als Geschäftsmodell entwickelt haben, und keinerlei Skrupel haben.

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