Samstag, 5. März 2016

"Vier Mutter-Teresa-Schwestern ermordet" - Meine Kritik am Artikel bei "Radio Vatikan"

Wir alle sind bestürzt. Schon wieder haben Terroristen brutal und menschenverachtend zugeschlagen. "Radio Vatikan" meldet, dass vier Ordensschwestern bei dem Anschlag im Jemen getötet wurden sowie "ein Fahrer
und mindestens zwei Mitarbeiter der Gemein-
schaft"
. ---> HIER !

Das Foto im verlinkten Artikel lässt noch etwas vom Schrecken dieser Tat erahnen.
Meine kritische Anmerkung
Schau genau!  -  Es ist sehr schlimm, was da passiert ist. Aber starben wirklich "nur" Or-
densleute nebst deren Personal? - Ich fürchte, es war noch schlimmer:  Ein Artikel bei der "Deutschen Welle" verrät uns (auch mit Fotos), dass es sich dabei um ein Seniorenheim gehandelt hat, und es kamen auch ganz normale Mit-
arbeiter ums Leben, die mit der Ordensgemeinschaft nichts zu tun hatten.
Insgesamt erschossen die vier Terroristen 16 (!) Menschen.

Es ist klar, was ich meine: Ist unsere Trauer nur auf die Ordensschwestern begrenzt? Wie steht es um das Leid der anderen? Wie viele Familien, wie viele Kinder sind jetzt betroffen und haben vielleicht nicht nur den Vater oder die Mutter, sondern womöglich auch den einzigen Ernährer der Familie verloren...? 
Artikel der "Deutschen Welle" ---> HIER ! 

Liebe Leser, inzwischen hat Radio Vatikan einen ähnlichen Artikel nachgeschoben, den ersten allerdings immer noch nicht korrigiert oder entfernt. Danke für den Hinweis eines aufmerksamen Lesers!

Kommentare:

  1. Für "Radio Vatikan"
    waren eben nur die Ordensschwestern wichtig.
    Gut finde ich das trotzdem nicht.
    Menschenleben ist Menschenleben, und da sollte
    man nicht zwischen frommen Katholiken und
    Normalsterblichen unterscheiden.

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    1. Es ist aber gut katholisch, dass Klerus und Ordensleute wichtiger sind als das Volk.

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  2. Radio Vatikan hat die Meldung der kna übernommen, die sich wiederum auf diese Meldung des Fides-Dienstes bezieht: http://www.news.va/en/news/asiayemen-terrorist-attack-on-convent-4-mother-ter Offensichtlich handelt es sich um eine frühe Nachricht (man beachte die Formulierung "mindestens zwei Mitarbeiter"). Kurz darauf hat Fides eine aktualisierte Meldung herausgebracht, in der von "16 at least" Todesopfern gesprochen wird, "according to local sources". Die Deutsche Welle wiederum hat auch noch dpa und afp als Quellen angegeben. Es handelt sich also mMn nicht um ein durch Gleichgültigkeit entstandenes Weglassen von Informationen, sondern um unterschiedliche Kenntnisstände je nach Zeitpunkt und verfügbaren Quellen. Man beachte auch, dass im zweiten Fidesbericht auch Tote unter den "old and disabled persons" (also Heimbewohnern) genannt werden, während im DW-Bericht steht, dass keine Heimbewohner zu Schaden kamen. Nachrichten aus Kriegsgebieten sind wohl prinzipiell mit Ungewissheiten befrachtet.

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    1. Unterschiedliche "Kenntnisstände"
      kann man korrigieren.
      Wenn man das für wichtig hält.

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    2. Schon geschehen:
      http://de.radiovaticana.va/news/2016/03/05/vatikan_jemen_papst_ist_schockiert_%C3%BCber_terror_in_aden/1213200

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  3. Es gehört zu den Aufgaben aller
    Journalisten, die ständig hereinkommenden
    Aktualisierungen zu sichten; das ist keine
    Besonderheit dieses Falles, sondern tagtägliche
    Routine.
    Also keine Entschuldigung für Radio Vatikan.
    Die Artikel werden dann dementsprechend ergänzt,
    manchmal sogar ganz umformuliert.

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  4. Vielleicht wird "Radio Vatikan"
    das noch nachholen oder den Artikel ganz
    verschwinden lassen. Sowas kommt ja auch vor... :-)

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