Samstag, 23. April 2016

Deutschland und Kirche: Nur noch Nörgler und Depressive? -- Freiburger Erzbischof warnt beim Kongress "Freude am Glauben"

Ist es wirklich so schlimm?  - Deutschland, ein Land der Nörgler und Depressiven, auch in der Kirche, bei der noch Dialogverweigerung und Lagerdenken hinzukommt? - Klar, der Freiburger Erzbischof  Stephan Burger hat es netter verpackt, als deutscher Ober-
hirte muss man ja immer diplomatisch formulieren.
Aber wenn ich die wenigen Sätze über seine Ausführungen beim Kongress "Freude am Glauben" richtige interpretiere, dann ist der Kirchenmann unzufrieden mit der Lage. Es wird gemeckert und mies gemacht, und sowieso sind an allem immer die anderen schuld, auch und gerade in der Kirche. Man lese sehr ähnlich formuliert ---> HIER und HIER !

Solche Vorwürfe sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, zumal sie alle paar Wochen von jemand anderem in ähnlicher Weise kritisch vorge-
bracht werden. Erst kürzlich konnte man von einer  Podiumsdiskussion im Bistum Essen lesen unter der heftigen Schlagzeile "Pöbeleien und Hetze in kirchlichen Grabenkämpfen" (wobei die Überschrift mehr verspricht, als der Artikel halten kann)... ---> HIER !
Einige sind da nicht sehr zimperlich: Aus Konservativen werden in der Formulierung z.B. im Nu "Rechte", und da ist es wohl nur noch ein kleiner Schritt, bis katholischen Bloggern wie mir Rechtsextremismus unterstellt wird. Ein Bloggerkollege beklagt den Zustand bei "kath.net" ---> HIER !
Ist es wirklich schon so schlimm um uns Katholiken in Deutsch-
land bestellt?

Kommentare:

  1. Pfarrgemeinderatsmitglied23. April 2016 um 17:35

    Wenn man die Leserbriefe hier im Blog
    und anderswo zugrunde legt und so manche Erklärung
    liest (von Professoren, vom ZdK, vom Forum deutscher
    Katholiken usw. usw.) muss man sagen: Ja, es steht
    so schlimm.
    In der nichtveröffentlichten und nichtakademischen
    Realität liegt die Grenzziehung manchmal ganz woanders.
    Da sind auf der einen Seite die, die nur reden,
    und auf der anderen Seite diejenigen, die den Glauben
    in Treue leben.
    Um es ganz anschaulich zu machen: In einem Pfarrgemeinde-
    rat, den ich kenne, sind 12 Mitglieder.
    Davon sind ganze drei regelmäßige Kirchgänger, die man
    jeden Sonntag sieht, weitere zwei kommen ab und zu,
    wenn es ihnen gerade passt.
    Sieben von 12, also die Mehrheit, erscheinen nur alle
    paar Monate mal, zumeist zu den Festtagen.
    Die wirklichen Probleme unserer Kirche scheinen mir
    eher in der Praxis zu liegen statt in irgendwelchen
    Verlautbarungen und Leserbriefen.

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  2. Wer will ernsthaft bestreiten, dass die selbsternannten
    "katholischen" Blogger inclusive Obertradi "Kreuzknappe"
    das Feuer aus rechtskonservativer Ecke ständig und in
    unverantwortlicher Weise schüren?!
    Der "Kreuzknappe" sollte seine Leser nicht für dumm
    verkaufen, auch er weiß bestimmt von der Studie über
    die Blogger, die deren rechtes Geedankengut dokumentiert:

    http://www.zap-bochum.de/content/ZAP_Workingpaper_1_Heiliger_Blogger.pdf

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    1. Sie wissen bestimmmt auch, Herr Grünspecht,
      dass die von Ihnen verlinkte Studie sehr
      umstritten ist. Sie weist einige Schwachstellen
      auf und wurde im Internet konträr besprochen.
      Ich möchte jetzt in die Vorabendmesse,
      aber Sie haben sicher mehr Zeit und
      können die Kritik-Belege auch zitieren...!

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    2. Wenn ich da mal ein wenig aushelfen darf;
      das Thema wurde in der "Blogoezese" lebhaft
      diskutiert.
      Ein Beispiel für die Problematik der Studie:
      Sie ist nicht repräsentativ. Nur gerade mal
      ein Fünftel aller katholischen Blogger hat
      überhaupt bei der zugrunde liegenden Umfrage
      mitgemacht. Ich übrigens auch nicht, weil
      ich die Fragen z.T. ..... fand.

      http://kreuzknappe.blogspot.de/2015/03/die-katholischen-blogger-sind.html

      http://www.intellektuellesweichei.de/in-der-blogoszese-ist-der-teufel-los/

      http://www.durchgedacht.net/2015/05/haben-katholische-blogger.html

      Am besten fragt man Kardinal Marx,
      der ist bekanntlich Experte für Blogger:

      http://kreuzknappe.blogspot.de/2015/09/lustig-kardinal-marx-kennt-keine-blogs.html

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    3. Naja, dass den rechten Bloggern die Studie nicht passt, sollte nicht verwundern, das alleine bestätigt eher ihre Aussage noch!

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  3. Erzbischof Stephan hat sehr genau gewußt, wo und wem er hier den Spiegel vorählt. Hervorragend!

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    1. Ich habe auch den Eindruck, dass da eine gezielte (natürlich heilsame) Provokation beabsichtigt war. Musste sehr lachen, als ich im domradio den Satz las:

      Zugleich erinnerte Burger an einen Beschluss der Würzburger Synode, nach der der Weg der Kirche ein Weg der gelebten Hoffnung sei.

      Die Zuhörer beim Gindert-Kongress an die Würzburger Synode zu erinnern, ist ja beinahe Realsatire. Genauso gut hätte man am Hof Ks. Konstantius' an das Konzil von Nizäa erinnern können :-)

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    2. Erinnere mich noch gut, wie die "Konservativen" vor zwei Jahren, als Burger überraschend Erzbischof von Freiburg wurde, allgemein jubelten. "Endlich einer von uns", hieß es damals.
      So kann man sich täuschen, wenn man sich dem sterilen Lagendenken verschrieben hat. :-)

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