Montag, 30. Mai 2016

Hat er das überhaupt wirklich so gesagt? - Medien-Shitstorm gegen AfD-Mann Gauland wegen Bemerkung über Fußballer Boateng

Was die "FAZ" und ihren sonntäglichen Ableger "FAS" betrifft, haben wir ja erst in jüngster Zeit einen Aufreger erlebt, als man es für nötig hielt, eine Schlagzeile rauszuhauen, die da lautete: "Zweifel an Christenverfolgung in Flüchtlingsheimen". Sie erinnern sich?
---> HIER und HIER !
Nun haben also zwei Journalisten der von auffallenden Auflagenverlusten geplagten "FAZ" ( ---> HIER !) ein vielleicht verkaufs-
förderndes Detail aus einem von Herrn Gauland als vertraulich bezeichneten Hintergrundgespräch veröffentlicht.        
"Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." - Das soll er
also wörtlich gesagt haben. Geradezu ein Empörungs-Tsunami breitete
sich gestern rasend schnell durch das Internet aus.
Während die beiden Journalisten bei ihrer Aussage bleiben, er habe das
so gesagt, streitet Gauland  ab, Boateng beleidigen zu wollen; er kenne den Fußballspieler doch gar nicht. Der Name könne auch durch die Journa-
listen genannt worden sein. ---> HIER und HIER und HIER !

Anmerkung meinerseits:  Er habe nur die Einstellung mancher Leute beschrieben, nicht seine eigene, beteuert Gauland. Das ist clever. Dies er-
innert mich an einen momentan auf die Schnelle nicht auffindbaren Inter-
netlink, in dem Rechtsanwälte ihren Mandanten Tipps geben "So beleidigt man legal" - es kommt eben immer ganz genau auf eine Formulierung drauf an. So ging der Streit um die Formulierung "Soldaten sind Mörder" bis zum Bundesverfassungsgericht. Ergebnis: Das sei keine Beleidigung,
da nicht eindeutig ersichtlich sei, wer damit gemeint ist...

Was nun Herrn Gauland betrifft, so haben viele ihn schon in einigen Fernsehdiskussionen erlebt. Er macht keinen dummen Eindruck. - Man könnte für das konkrete Zitat, so er es denn so gesagt hat, auch andersrum rückschließen, er habe Boateng ganz im Gegenteil gelobt: Die Leute aner-
kennen seine fußballerische Leistung. - Aber da auch von "fremd" die Rede war, halte ich das für unwahrscheinlich.

Ring frei also für die Exegese der kleinen Bröckchen, die uns die "FAZ" hingeworfen hat, statt die komplette Aussage durch ihre Tonbandaufzeich-
nungen auf den Tisch zu legen.

Was wollte Gauland sagen? - Etwas ironisch vielleicht dieser Deu-
tungsv
orschlag: Er könnte auch diejenigen Leute gemeint haben (ich pro-
voziere etwas), die einerseits öffentlich immer ach so ausländerfreundlich auftreten, dann aber ihre eigenen Kinder lieber doch auf eine Privatschule schicken, weil in der öffentlichen Grundschule so viele Ausländer sind...

Man könnte das auch weiter spinnen: Die Leute könnten auch Dieter Bohlen gut finden, aber wollten vielleicht einen Dieter Bohlen dann doch lieber nicht als Nachbarn haben...   
Aber mal im Ernst: Fußballspieler Boateng wohnt in einem Münchner Luxusviertel. Anwohner, auch ärmere, beschreiben ihn keineswegs als "fremd", sondern als freundlich, auf dem Teppich geblieben, als guten, unauffälligen Nachbarn. Man könnte ja mal fragen, ob man Herrn Gauland dort als Nachbarn haben wollte.
Und im übrigen, liebe Journalisten und Internet-Herzinfarktgefährdete:
In China ist angeblich ein Sack Reis umgefallen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass mal wieder ein Aufreger konstruiert wurde...