Dienstag, 20. September 2016

Die neue Einheitsübersetzung: Mit "Apostelin" Junia, dafür aber ohne "Jungfrau" Maria!

In den letzten Tagen ist schon viel über
die lange angekündigte neue Einheitsüber-
setzung geschrieben und diskutiert worden; heute gab es im Rahmen der Vollversamm-
lung der Deutschen Bischöfe in Fulda ein Pressegespräch dazu. 

Für Aufregung sorgte z.B. ein Artikel in
der "WELT" vom 15. September unter der Überschrift "Neue Bibel distanziert sich vom Wort Jungfrau" - Leider ist nur der Anfang des Artikels kostenlos lesbar --> HIER !
Auch die heutige Stellungnahme der Vertreterin des Katholischen Bibelwerkes enthält tendenziell Aufregendes, so etwa, wenn sie erklärt, der Apostel Paulus wende sich nicht etwa an einen "vermeintlichen Junias", also einen Mann, sondern "an die herausragende Apostelin Junia" - eine interessante Pointierung und Wertung durch das Urteil "herausragend". ---> HIER !

Nun will natürlich auch das Katholische Bibelwerk nicht ernsthaft be-
haupten, neben den 12 Aposteln, wie wir sie kennen, habe es als Nr. 13 noch eine "Junia" gegeben.  

Aus dem Statement von Dr. Katrin Brockmöller geht leider nicht hervor, wie sie den Begriff "Apostel" versteht. Beispiel:  Im alltäglichen Sprach-
gebrauch reden wir ja auch z.B. gerne von einem "Gesundheitsapostel".  

Es soll wohl in der neuen Einheitsübersetzung gemeint sein im Sinne
des altgriechischen Wortursprunges, also ist ein Apostel lediglich ein "Gesandter". -- Aber die Selbstverständlichkeit, mit der die "Junia" präsentiert wird, ist nicht ganz so unumstritten, wie da getan wird.
Es gibt auch Stimmen, die die "Apostelin Junia" als an den Haaren herbeigezogen ansehen, z.B. ---> HIER und HIER !

Was mich betrifft:  Ich werde jetzt nicht lauthals "Alarm, Alarm!" schreien und allen, die 10 Jahre daran gearbeitet haben, eine falsche Interpretation unterstellen. Bis jetzt wurden uns ja lediglich kleinste Appetithäppchen vorgelegt, mehr nicht. Um sich wirklich ein Urteil
bilden zu können, braucht man denn doch ein bisschen mehr. Ich für meinen Teil warte also auf "mein" Exemplar...

Vielleicht hilft Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dies hier vorläufig
schon ein wenig weiter ---> HIER und HIER und HIER und HIER
und HIER !
 

 

Kommentare:

  1. Nun, werter Knappe, Sie wollen doch dem Paulus wohl nicht den Aposteltitel verwehren? Er war jedenfalls keiner der 12!

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  2. Ich für meinen Teil komme auch weiterhin
    gerne ohne eine gegenderte Bibel aus!

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  3. Wieso denn Einheitsübersetzung?
    Das ist doch Vorspiegelung falscher Tatsachen,
    die Evangelischen sind doch aus dem gemeinsamen
    Projekt ausgestiegen und machen wieder mal ihr
    eigenes Ding!

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  4. Antworten
    1. Zumindest einer
      fällt mir beim Lesen Ihres Kommentars
      spontan ein, Arminius.

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  5. Es ist erfreulich, dass der KREUZKNAPPE
    im Gegensatz zu den bereits seit Tagen hyper-
    ventilierenden Tradi-Seiten ruhig Blut bewahrt
    und erst mal abwartet.
    So halten wir es in der Pfarrei auch, und wir
    überlegen vom Pastoralteam aus gerade, ob es sogar
    Sinn machen könnte, das Thema im Rahmen eines
    Informationsabends über die Bibel anzupacken.

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  6. Die Borniertheit der Tradis ist unfassbar. Kein einziger Kirchenvater hat Junia als Mann verstanden, diese Fehlübersetzung ist erst im Mittelalter entstanden. Die neue Einheitsübersetzung beruft sich also in gutem Sinne auf kirchliche Tradition!

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    1. Gewissen Leuten kann man nur empfehlen,
      die Linkverweise des KREUZKNAPPEN
      auch tatsächlich zu lesen.

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    2. Leider verlinkt der Knappe nur exegetische Stümper.

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  7. Liebe Linkskatholiken,

    die Bibel fälschen kann jeder. Seinen Genderquatsch in eine gefälscht Bibel einzubetten, ist auch kein Problem. Aber euer großes Vorbild, der Friedensnobelpreisträger Hussein Obama, der kann noch viel mehr: Er bringt es fertig, sich vor der UN-Voll(idioten)versammlung als Kollege Gottes zu präsentieren. Was ist dagegen schon eine Apostelin?

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  8. Ist natürlich Unsinn. Nur weil es vielleicht grammatisch möglich ist, in »Junias« sowohl eine männliche als auch aine weibliche Namensform zu lesen, wird hier von interessierter Seite eine weibliche Form vorausgesetzt, obwohl aus dem neutestamentlichen Kontext völlig zweifelsfrei die Absurdität weiblichen Apostolats erkennbar ist.

    Es wird immer wieder Leute geben, die ihre vorgefaßten Meinungen nachträglich anhand der Schrift rechtfertigen wollen und hierfür Begründungen mit der Lupe suchen. Wer umgekehrt herangeht und erst liest, um sich dann eine Meinung zu bilden, wird nie auf die Idee kommen, es könne eine Apostelin gegeben haben, es sei denn, wir alle,
    die wir als Lektoren, als Lehrer, als Eltern den Glauben
    verkünden, sind allesamt Gesandte und damit "Apostel".

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  9. "Wayne Grudem schreibt hierzu:
    „Der Kirchenvater Chrysostomus (gest. 407 n. Chr.)
    sprach von dieser Person als einer Frau, aber der Kirchenvater Origenes (gest. 252 n. Chr.) sah in
    dieser Person einen Mann, und der frühe Kirchenhistoriker
    Epiphanius (gest. 403) verwendet ausdrücklich ein
    männliches Pronomen für Junia und schien spezifische Informationen über ihn zu haben, wenn er sagt,
    dass ‚Junias, den Paulus erwähnte, Bishof von Apameia
    in Syrien wurde."
    (aus dem Linkhinweis des Kreuzknappen)

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    1. Der "Kirchenvater" Eiphanius ist dadurch berühmt geworden, dass er es als seine Lebensaufgabe ansah, Häresien zu "sammeln" und Ketzer zu jagen. Über 6.300 Häresien meinte er bis zu seinem Tode feststellen zu müssen.
      Deshalb ist er sozusagn der Ur-Tradi und bei den Möchtegern-Ketzerjägern unter den Tradis so populär.

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  10. Dass Origenes den Namen männlich übersetzte ist eine Lüge!

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  11. Es ist übrigens ein Mythos, dass in der neuen Einheitsübersetzung die "Jungfrau" zur "jungen Frau" würde:
    http://catholicism-wow.de/pivot/entry.php?id=603

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