Montag, 24. Oktober 2016

300 Euro Bußgeld? - Soll ein Schüler zum Moschee-Besuch gezwungen werden?

Derzeit macht der Fall eines 13-jährigen Schülers aus Rendsburg (Schleswig-Holstein) im Internet die Runde, weil er von der Schule angeblich ge-
zwungen werden soll, im Rahmen des Unter-
richts eine Moschee zu besuchen.
Aus den Dokumenten, deren Richtigkeit ich nicht überprüfen kann, geht demnach hervor, dass die Schulbehörde die Eltern sogar zu einem Bußgeld von 300 Euro verdonnert habe.
Nicht nur ein Rechtsanwalt äußert da deutliche Bedenken. Ich frage mich als ehemaliger Lehrer ebenfalls, ob es da nicht doch eine andere Lösung geben konnte, z.B. bei Nichtteilnahme für einige Stunden der Besuch des Unterrichts in einer Parallelklasse. Manchmal hat man den Eindruck, dass auch Schul-
p
olitik etwas dickköpfig betrieben wird...

Man lese und staune ---> HIER und HIER und ausführliche Stellung-
nahme des Rechtsanwaltes ---> pdf HIER !

Kommentare:

  1. Nanu?
    Wo bleibt denn der Aufschrei der Linksaußen-Katholiken,
    dass der "KREUZKNAPPE" diesmal auf zwei Seiten verlinkt,
    die nicht nach "PUBLIK-Forum" oder "Wir sind Kirche"
    aussehen? - Schlafen die noch?

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  2. Es ist zwar etwas mühsam,
    sich durch das umfangreiche Dokument des Anwalts
    zu arbeiten, aber es lohnt sich: Der Mann hat recht!
    Es ist nicht einsehbar,
    dass der Schüler beim Moschee-Besuch zwangsweise
    mit Islam-Parolen überhäuft werden muss.
    Ich bin gespannt auf den Gerichtsprozess.
    Die Schule hat sich unsäglich blamiert.

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  3. Wie der Rechtsanwalt schon richtig schreibt

    "Vor allem drängen sich drei Fragen auf:
    1.) Wie erschließt sich einem 13-jährigen Kind das Thema „Der Orient -Machtfaktoren Wasser und Erdöl“
    durch den Besuch einer Moschee in einer
    norddeutschen Kleinstadt" ???
    Es wird behauptet, der Unterrichtsbesuch sei Teil des
    Erdkundeunterrichts der Schule.
    Das ist absurd!

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  4. Der Anwalt argumentiert sehr stringent und klug, damit stellt er die Schule gehörig bloß. Ein Moscheebesuch im Geographieunterricht ist absoluter Dummfug.

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  5. Was eine Heuchelei! Der Schüler hätte jetzt ein Flüchtling sein müssen, der den Besuch einer Kirche verweigert. Hier wäre der Teufel los. Nur in eine völlig andere Richtung.

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  6. Ich halte die Berichterstattung bei MMNews und PaxEuropa für grob irreführend. Diese Geschichte ist insbesondere keineswegs ein Hinweis "wie tief der Islam bereits in unser Bildungssystem gedrungen ist".

    Eine Exkursion in ein Moschee ist auch keine religiöse Veranstaltung, genauso wenig, wie eine Exkursion in eine Kirche im Rahmen des Geschichts- oder Kunst- oder Wasweißich-Unterrichts eine religiöse Veranstaltung wäre.
    Ob die Exkursion in eine Moschee ein sinnvolles Lernelement im Rahmen einer Unterrichtseinheit "Der Orient - Machtfaktoren Wasser und Erdöl" ist, liegt im pädagogischen Ermessen des Lehrers. Darüber hinaus gehört es m.E. in der Tat zur Allgemeinbildung, eine Moschee mal von innen gesehen zu haben. Dass man dabei die Schuhe ausziehen muss, weil die Spacken das so wollen, ist noch keine religiöse Handlung. Das ist vergleichbar mit dem Abnehmen der Mütze bei Betreten eines katholischen Gotteshauses.

    Der Besuch der Moschee ist damit ganz normaler offizieller Schulunterricht. So wie das auch der Besuch eines Kernkraftwerks im Rahmen des Physikunterrichts wäre. Oder der Besuch eines Dinosaurier-Museums im Rahmen des Biologie-Unterrichts. Da kann auch nicht ein Fundi-Grüner in Birkenstock-Latschen kommen und sagen: "Das ist Propaganda für Kernkraft, das darf mmein Kind nicht sehen". Oder ein Kreationist mit vergeichbaren Vorbehalten beim Dino-Museum.
    Dass die Eltern den Schüler zum Schwänzen der Schule aufgefordert haben, ist dann in der Tat eine Ordnungswidrigkeit. Es ging ihnen dabei offenbar ums Prinzip, denn der Ausweg, das Kind krank zu melden, wurde ja absichtlich ausgeschlagen. Dass diese Ordnungswidrigkeit derartig heftig geahndet wurde, deutet darauf hin, dass dies nicht der erste Vorgang dieser Art war, sondern dass etwas in dieser Art schn öfter vorgekommen ist.

    Der Vortrag des PaxEuropa-Anwalt ist inhaltlich nicht geeignet, nachzuweisen, dass die Eltern den Schulbersuch verweigern durften. Der Ausführung, der Moscheebesuch sei durch den Lehrplan nicht gedeckt, ist zum einen irrelevant, weil das pädagogische Ermessen darüber dem Lehrer und der Schule zusteht. Zum Zweiten steht im Lehrplan explizit, dass "islamische Lebensformen" zum Thema Orient dazugehören. Und da liegt es nahe, sich die "islamische Lebensform" plastisch am Beispiel einer Moschee vor Augen zu führen: Eine kleine hässlich dunkle Abteilung für die Frauen, eine große helle Abteilung für die Männer, überall Teppische, Schuhe ausziehen, die Mädchen werden womöglich ihre Haare bedecken müssen. Das ist doch spannend und für die Schüler unvergeesslich. Dass das "Werbung" oder gar "Propaganda" für den Islam sein soll, kann ich nicht erkennen.

    Mein Fazit: Diese Eltern werden vor Gericht nicht Recht bekommen, und zwar mit Recht. Bestenfalls wird ihnen die Höhe des Bußgelds reduziert, weil der Anlass zu geringfügig war. Gegen die Geringfügigkeit spricht, dass der Staat es nicht zulassen darf, dass die Eltern rechtswidrig die Kinder schwänzen lassen, weil ihnen die jeweiligen Unterrichtsinhalte nicht passen. Wenn das Schule macht, dann werden die Musel-Mädchen reihenweise auf Geheiß der Eltern den Schwimmunterricht schwänzen.

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