Montag, 13. März 2017

Ärgerlich für Zölibatsgegner: Die Zahl der Missbrauchsopfer in Deutschland ist gestiegen!

Die Diskussion - zumal im Internet - verlief in den vergangenen Jahren oft auf etwas simplem Niveau: Das schreckliche Übel des sexuellen Missbrauchs geschieht fast nur in der katholi-
schen Kirche, und da ist selbstverständlich der Zölibat schuld. Derart geknebelte Männer suchen sich dann halt...

Es hat sich zwar herumgesprochen, dass mehr als 95 % aller Missbrauchsfälle im engeren Um-
feld der Kinder geschehen, aber dass entgegen früheren Annahmen die Zahl der Missbrauchs-
opfer in den letzten Jahren sogar gestiegen ist, scheint doch eine unangenehme Überraschung zu sein... ---> HIER und HIER !
Ein Beispiel der ideologisch-medial verengten Debatte war kürzlich Australien. Da wurde die katholische Kirche lautstark an den journalisti-
schen Pranger gestellt, doch dabei übersah man geflissentlich einige Fakten... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Schade, die Welt war so einfach...

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  2. Schade, dass die Tradis diese billige und relativierende Ausrede brauchen. Ein Priester sollte doch einen anderen moralischen Anspruch haben als die Menschen in der Welt, oder ist das Entweltlichungsgeschwätz nur Bla? Wenn in der Kirche systematisch Missbrauch betrieben wurde und dieser auch systematisch vertuscht wurde, muss über die Ursachen in der Kirche nachgedacht werden, da darf man auch den Zölibat nicht aussparen!

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    1. Solch ein Griff in die Trickkiste
      zieht nicht, nedu!
      Es geht nicht um moralische Ansprüche,
      sondern um Unterstellungen dem Zölibat gegen-
      über. Und wie man sieht, geschehen die aller-
      meisten Missbräuche ganz ohne Zölibat.
      Leser Sebastian hat's erkannt - es sind in sehr
      vielen Fällen die eigenen Familienangehörigen.

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    2. Nun, leider unterscheidet sich der Missbrauch in der Kirche von dem in der Gesellschaft, in der Kirche sind überwiegend Jungs die Opfer, in der Gesellschaft die Mädchen. Sie machen es sich und dem Zölibat zu einfach.

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    3. Dieses klerikale Selbstverteidigungsgeschwätz ist mindestens ebenso ärgerlich wie pauschale Anschuldigungen gegen zölibatär Lebende. Natürlich ist der Zölibat bzw. die klerikale Lebensweise und Mentalität ein Faktor, der bei diesem Phänomen eine Rolle spielt (dazu gehören auch übertriebenes Anspruchsdenken an sich selbst, idealisierende Erwartungen der Umwelt generell und im Besonderen die Idealisierungen priestersüchtiger Traditionsanhänger. Natürlich auch der in seiner Tiefendimension häufig selbstsüchtige oder komplexbehaftete Erwähltheitsfimmel, der sich oft genug hinter dem traditionellen Berufungsdiskurs verbirgt).

      All das wird in einer guten Kleriker- oder Ordensausbildung auch thematisiert und im Idealfall auch heilsam bearbeitet und überwunden, aber Selbstreflexion ist eben nicht jedermanns Sache.

      Die Sargnägel für einen gesunden Klerus ist seine Attraktivität für komische Typen oder unreife Charaktere, die das Priestertum als Ausflucht für eine verkorkste Existenz erleben. Dass immer mehr unreife und kranke Elemente in den Berufsstand drängen, während er für Normalos heute keine ernsthafte Alternative mehr darstellt, macht ihn auf Dauer zu einem Reservoir für Perversitäten. Darunter sind nicht nur sexuelle Auffälligkeiten zu rechnen, die es im Klerus immer gab, sondern auch bspw. der zunehmende Fundamentalismus unter Jungpriestern.

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  3. Die meisten Täter stammen aus der eigenen Familie:

    http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_kindesmissbrauch-die-taeter_244.html

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  4. Der Zölibat ist so ausschlaggebend für Missbrauch
    wie die Straßenverkehrsordnung für den Bauzustand
    eines Hauses.

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