Montag, 6. März 2017

Da gehen die Wogen hoch: Ein Holzkreuz gegen einen Moscheebau in Erfurt

Es kommt wohl immer darauf an, und man sollte nicht Äpfeln mit Birnen vergleichen.
Bei uns im Ort ist eine sehr aktive muslimische Gemeinde tätig, und wenn die zum Freitags-
gebet oder zu Feiertagen einladen, dann kom-
men dort deutlich mehr Leute zusammen
als bei den evangelischen und katholischen Christen zusammen.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Schwierig-
keiten im örtlichen Miteinander gab es in über 20 Jahren noch keine.
Das mag andernorts ganz anders ausschauen. So gehen im Erfurter Stadtteil Marbach       seit Monaten die Wogen hoch wegen eines geplanten Moscheebaues. Empörte Aktivisten gegen die Moschee haben sogar ein Holzkreuz auf dem Nachbargrundstück errichtet, und das dürfte nicht unbedingt dazu beitragen, die Lage zu beruhigen.
Der evangelische Pfarrer vor Ort kritisierte die Kreuz-Errichtung öffent-
lich als inszenierten Kulturkampf "Kreuz gegen Minarett" und befand,
es handele sich somit nicht um ein christliches Kreuz, was wohl auch Ansichtssache ist. Die Aktivisten zelebrierten die Kreuz-Aktion jedenfalls regelrecht, wie ein Video bei "Facebook" belegt.

Jetzt mal unabhängig von wenig Begeisterung für Moscheebauten und unabhängig von demokratischen Protesten nur auf das Kreuz be-
zogen gefragt:
Ist solch eine Aktion wirklich sinnvoll?                    Ich bin auf vermutlich konträre Lesermeinungen gespannt...
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und Video HIER !

Kommentare:

  1. Wie kann man den Christen in Erfurt
    als angeblich katholischer Blogger nur derart
    in den Rücken fallen?
    Der Kulturkampf, von dem der Pfarrer schwafelt,
    findet doch längst statt, aber in umgekehrter
    Richtung !!!

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  2. Ordinariatsgeschädigter6. März 2017 um 12:10

    Die differenzierte Betrachtungsweise des
    "KREUZKNAPPEN" tut gut. Man kann durchaus gegen
    die Errichtung einer Moschee sein, ohne gleich
    einen offenen Konflikt heraufzubeschwören.
    Es gibt mit gutem Willen immer Kompromiss-
    möglichkeiten, z.B. was die Größe einer Moschee
    oder die Frage des Minaretts betrifft.

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  3. Man würde ja ganz gerne wissen, wer von diesen selbsternannten "Kreuzrittern" auch nur das Vaterunser und das Credo kennt und auswendig weiß. Ich fürchte, da sieht die Bilanz der Kämpfer für das Christliche Abendland eher kläglich aus. Was einem zugleich deutlich macht, was man von solchen "Aktionen" zu halten hat.

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  4. Ein Kreuz ist im Zweifelsfalle immer
    ein christliches Kreuz; da redet der Pfarrer
    also populistischen Unsinn.
    Trotzdem halte ich wenig von solchen Aktionen,
    ebenso wenig von diversen Schweinskopf-Würfen
    auf Moscheegelände.
    In einem demokratischen und toleranten Land geht
    man so nicht miteinander um.
    Warum fehlt eigentlich eine Stellungnahme des
    katholischen Pfarrers???

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  5. Ein Holzkreuz als "Zeichen für Identität" in Ossilandia.
    Das ich nicht lache.
    Klingt nach identitärer Vereinnahmung.

    Solche identitären Blogs, Twitteraccounts und Aktionen sind in den letzten Wochen schon viel zu häufig auf dem Kreuzknappen-Blog zu sehen gewesen. Man darf sich da nicht vereinnahmen lassen, auch der Knappe nicht. Es lebe die deutsch-muslimische Freundschaft!

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    1. "Deutsch-muslimische Freundschaft"
      - Was soll das denn sein?
      Dann gäbe es wohl auch eine
      "holländisch-buddhistische Freundschaft"
      und eine "türkisch-katholische Freundschaft".

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    2. Mich erinnert das an die Sprüche aus der Kommunistenzeit.
      http://www.suche-briefmarken.de/marken/ddr/ddr72032.html

      Die DDR-Vergangenheit prägt ja auch den Erfurter Diskurs.
      Daher die Assoziation.

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  6. Man weiß ja seit dem "berühmten" öffenlichen "Weihnachtsliedersingen" von Pegida im Dezember 2015, wie christlich die kämpferischen Retter des christlichen Abendlandes sind. Es mussten hektisch die Texte von "O du fröhliche", "Stille Nacht", "Macht hoch die Tür" hektografiert und ausgeteilt werden, weil mangels Kenntnis kein Mensch mitsingen konnte.

    So viel zum "wehrhaften Christentum" anno 2017.

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    1. Norbert,
      mir scheint, Sie waren die letzten 10 Jahre
      nicht mehr in einem Weihnachtsgottesdienst
      oder in der Osternacht.
      Sonst könnten Sie beobachten, dass viele Besucher
      die Lieder nicht mehr singen können. Wenn der
      Organist versehentlich die falsche Liednummer
      einblendet, bleibt die Mehrheit stumm,
      weil sie den Text nicht finden.

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  7. Wir leben NOCH in einem freien Land,
    und NOCH bleibt es jedem Bürger freigestellt,
    auf SEINEM Grundstück ein Kreuz zu errichten,
    auch wenn es dem muslimischen Nachbarn nicht gefällt.
    Wenn die Kreuzaufsteller die Genehmigung des
    Grundstückseigentümers haben, ist das also in
    Ordnung.
    Oder gilt jetzt schon Minarett = ja,
    Kreuz = Nein?!

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  8. Googlekontenloser meint:
    "Falscher "Feind""?
    Lt. Artikel plant die Ahamadiyya-Gemeinde die Moschee.
    Falls ich richtig informiert bin, wird diese - wg. angebl. Abweichung vom wahren Islam - von "linientreuen" Moslems als häretische Sekte verurteilt und in islamischen Ländern verfolgt und bekämpft.
    Lt. Wiki..
    ... wird entgegen anderslautenden Bekundungen die Ahmadiyya vom Verfassungsschutz „weder als extremistisch noch gewalttätig“ eingestuft. Sie wird eher mit den Attributen unauffällig, integrationswillig oder friedlich beschrieben. (Fußnote 249 zu "Ahmadiyya" in Wikipedia)...
    Werden hier also in Erfurt möglicherweise eher "natürliche Verbündete" gegen die vermeintliche Islamisierung bekämpft?

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    1. Die Ahamadiyya-Leute sind für Mainstream-Moslems ungefähr sowas wie die Mormonen für uns.

      Ganz unproblematisch sind die auch nicht (weil sie anders als normale Muslime sehr sektiererisch-missionarisch auftreten, daher auch die weltweite Moscheebauaktion), aber für den gesellschaftlichen Frieden in Erfurt anders als die identitären Pseudochristen völlig harmlos.

      Das und die betonte Friedfertigkeit dieser Sekte wurde in Erfurt auch vom allerersten Augenblick an ständig kommuniziert, nur interessiert das in islamfeindlichen Kreisen keinen. Da geht's nur um Feindbilder.

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  9. Nun sind also doch noch beide Kirchen
    dagegen:

    https://www.kath.ch/newsd/kirchen-ruegen-kreuz-protest-gegen-geplante-moschee-in-erfurt/

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