Montag, 13. März 2017

Kommunionempfang: Ist eine gemischt konfessionelle Ehe bereits eine Notsituation?

Der Kirchenrechtler Prof.
Dr. Thomas Schüller hat
mal wieder laut nachgedacht. In einem Interview mit "katholisch.de" erklärt er richtig, dass evangelische Christen die Eucharistie
(sofern sie das katholische Eucharistieverständnis teilen, Herr Professor!) in Todes-
gefahr
oder einer anderen schweren Notsituation empfangen dürfen, wenn das von einem Bischof oder der Bischofskonferenz so festgelegt worden ist.

Wann aber liegt solch eine ganz schlimme Notlage vor? 
Da erinnert Prof. Schüller daran, dass der Kommunionempfänger "einen Spender seiner eigenen kirchlichen Gemeinschaft nicht erreichen kann" (worauf er aber nicht näher eingeht) und folgert, der Notfall nach Can. 844 § 4 liege irgendwie dann vor, wenn Paare die Situation für sich und ihre Kinder als "geistlich bedrängend" erlebten. Er verstehe nicht, warum die deutschen Bischöfe noch zögerten, denn die Sache sei sei seit Jahren "ausdiskutiert"...  ---> HIER !
Ist das wirklich so, dass der Einzelne bestimmen kann, was eine Not-
situation ist und was nicht? - Liegt die Notsituation schon vor, wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man evangelisch bleibt oder katholisch wird? ---> HIER !

Meinen Lesern ist Prof. Schüller bereits durch frühere Artikel bekannt, man schaue nur mal ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Alte Handwerker-Regel:
    Was nicht passt, wird passend gemacht!

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  2. Sorry, aber ich empfinde die Sichtweise des
    Professors als einseitg. Wenn dem so wäre, wie er
    behauptet, hätten die deutschen Bischöfe sicherlich
    schon längst nach diesem Strohhalm gegriffen, um
    das Thema, das sie seit Jahren verfolgt, elegant los-
    zuwerden.
    Schade nur, dass "katholisch.de" nur DIESE Meinungs-
    äußerung abdruckt und nicht auch eine Gegenmeinung
    eines anderen Theologen einholt.

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  3. Wenn eine konfessionsverschiedene Ehe
    bereits eine Notsituation ähnlich der Todes-
    gefahr ist, wie der Kirchenrechtler das sieht,
    dann wäre es die dringendste Verpflichtung aller
    Bischöfe und Priester, solche Eheschließungen
    zu untersagen und nicht zu dulden.

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  4. Ordinariatsgeschädigter13. März 2017 um 19:57

    Frage an Prof. Schüller:
    Warum wollen evangelische Ehepartner
    an der Heiligen Messe teilnehmen, obwohl sie
    am evangelischen Glauben festhalten?
    Wäre es da nicht naheliegender, wenn sie schon
    an das katholische Eucharistieverständnis glauben
    (das ist in jedem Falle Bedingung für den Empfang
    des Leibes Christi), dass sie konvertieren?

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    1. Frage an Ordinariatsgeschädigten:
      Warum wollen katholische Ehepartner am Abendmahl teilnehmen, obwohl sie am katholischen Glauben festhalten? Wäre es da nicht naheliegender, dass sie konvertieren und evangelisch werden?

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  5. Uns Katholiken wurde angesichts der Heiligkeit
    der Eucharistie eingeschärft, dass wir diese
    würdig empfangen sollen.
    Im Falle von Sünden, insbesondere schwerwiegenden,
    ist daher das Bußsakrament vorgesehen, bevor man
    zum Tisch des Herrn treten darf.
    Offenbar befinden sich evangelische Ehepartner
    vollautomatisch im Stande der heiligmachenden
    Gnade, wenn sie einfach so dazutreten dürfen.

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    1. Evangelische befinden sich immer im Stande der heiligmachenden Gnade, das ist doch gerade der Clou des reformatorischen sola fidei. Von daher besteht da keine Gefahr einer Entehrung des Sakramentes.

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    2. Nein, als Häretiker befinden die evangelischen sich natürlich im Stande der Todsünde.

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    3. Wer's glaubt...

      Das ist reiner Konfessionalismus. Im Kern eine protestantische Ideologie, gar nicht wirklich katholisch.
      Muss man sich ganz klar machen. Am besten Dominus Iesus meditieren oder sowas, dann begreift man schnell: Ökumene ist katholisch, Antiökumenismus ist immer antikatholisch (egal ob er von eingefleischten Protestanten kommt, die in dem Punkt dann tatsächlich "Häretiker" sind, oder von Katholiken, die in der Kontroverstheologie des 17. Jh. steckengeblieben und in dem Sinne dann ebenso "häretisch" sind wie ihre prot. Kollegen).

      Also eigtl. dürften Menschen wie @Siri dann auch nicht zur Kommunion, weil sie die Ökumene (dafür steht ja dieses Sakrament in besonderer Weise) sind.

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  6. Dieses Notsituations-Geschwätz wurde schon lange
    als Versuch entlarvt, Bequemlichkeit anstelle von
    Wahrheit zu setzen.
    Alle nötigen Argumente wurden eigentlich schon im
    GRÜN verlinkten Vorgänger-Artikel des Kreuzknappen
    von ihm und den Leserzuschriften aufgeführt.

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    1. Achwas, Weishaupt vertritt eine traditionalistische Außenseitermeinung und ist vollkommen überholt. Diese extrem enge Auslegung der "Notsituation", die den Rechtsbegriff noch enger auslegt als es der Wortlaut von EE45 überhaupt verlangt, hat er schon 2012 veröffentlicht. Das waren andere Zeiten. Sein Trick ist halt, dass er den Begriff so eng fasst, dass es letztlich überhaupt keine "Not" mehr geben kann und Evangelische allerhöchstens in der Sterbestunde bei uns kommunizieren dürften. Das hat schon Papst Benedikt nicht mehr mitgetragen. Weishaupts damaliger Text zielte damals auch gerade darauf, die Zweideutigkeiten in Papst Benedikts Verhalten zugunsten der traditionalistischen (konfessionalistischen) Lesart auszuräumen. Heute geht es in eine ganz andere Richtung, Konfessionalismus ist nicht katholisch.


      Die "Not" (Papst Benedikt sprach von "einem schwerwiegenden Bedürfnis im Hinblick auf das ewige Heil einzelner Gläubiger") liegt natürlich schon darin, dass eine gemischtkonfessionelle Familie nach konfessionalistischem Verständnis dann nicht gemeinsam zur Eucharistie gehen könnte oder sonntags mehrere Gottesdienste besuchen müsste. Das widerspräche vollständig dem Geist der Ökumene, wie ich das sehe auch in der abgespeckten Version von Benedikts "Hermeneutik der Einheit". Natürlich kann das ein legitimes "Not"-Bedürfnis solcher Familien sein, gemeinsam zum Gottesdienst zu gehen und zu kommunizieren. Das bringt zum Ausdruck, dass sie jenseits der konfessionellen Meinungsverschiedenheiten eben eine christliche Familie sind. Das gleiche gilt in gemischten Ordensgemeinschaften.

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