Dienstag, 16. Mai 2017

Kirche als Vorbild: Neue Initiative "Wir sind Fußball!"

"Wir sind Kirche" - das hat
man irgendwie schon mal gehört. Und dass die Kirche
(in einigen Diözesen mehr,
in anderen weniger) stuhl-kreisen und dialogisieren kann, das hat sie gerade in Deutsch-
land in jüngster Zeit unter Beweis gestellt.

Nicht nur die BILD-Zeitung hat ihre Informanten überall sitzen, der "KREUZKNAPPE" selbstver-
ständlich auch. - Und so will ich hier kurz berichten, was mir aus zuver-
lässiger Quelle zugetragen wurde: Im Weltfußballverband "FIFA" ent-
wickelt sich nach dem Vorbild gewisser Kreise innerhalb der katholischen Kirche eine zur Zeit noch interne Protestbewegung "Wir sind Fußball", deren Erstarken den Verantwortlichen den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Einige ihrer umstürzlerischen Ideen seien hier unter dem Siegel
der Verschwiegenheit (vielen Dank, Donald Trump!) verraten:

"1.) Dass etwa 20 Spieler einem einzigen Ball hinterher rennen müssen,
ist ein Relikt aus vordemokratischer Zeit. Wir fordern daher mindestens vier Bälle in verschiedenen Größen und Farben.
2.) Die verknöcherten alten Herren von FIFA und DFB haben keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit des Fußballvolkes. Wir fordern daher einen demokratischen Dialog über alle Fußballregeln. Insbesondere die Abseitsregel ist diskriminierend und minderheitenfeindlich. Die Stürmer leiden unter dieser dogmatischen Entscheidung, die durch ein neu einzu-
berufendes Fußball-Konzil unverzüglich aufzuheben ist.
3.) Es ist nicht einzusehen, dass nur die fest angestellten Profis bei Meisterschaften antreten. Wir alle sind Fußballvolk und verlangen vor allem die Öffnung der Fußballfelder für alle, die Sport studiert haben
und für Frauen.
4.) Die jetzige Größe der Tore bedeutet eine Ausgrenzung aller, die nicht
so gut zielen können und verstößt damit gegen die Menschenwürde. Wir fordern daher aus Barmherzigkeitsgründen die Anpassung der Torgröße
an das tatsächliche Schussvermögen der Mitspieler.
5.) Fußball ist immer noch frauenfeindlich. Wir fordern daher den Er-
satz des patriarchalischen Begriffes „der Fußball“ durch „das laufende Runde“ oder „die Bällin“. Ferner ist auf dem Spielfeld eine Frauenquote von mindestens 51 % einzuführen, und zwar auch als Schiedsrichter- innen und Torwärtinnen." 

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(Hinweis: Auch wenn manche Leser, Leserinnen und geschlechtsneutral Lesende das nicht vermuten werden: hier handelt es sich um Satire. Die Wirklichkeit ist noch nicht so weit...)