Dienstag, 5. September 2017

Kundenfreundlicher Verwöhn-Gottesdienst: Taucher, Singles, Prostituierte, Tierfreunde...

Nicht nur bei vielen Firmen, sondern auch bei der katho-
lischen wie evange-
lischen Kirche lässt der Kundenservice noch zu wünschen übrig.
Es gibt in den Kirchen weder Raucherlogen noch Computer-Ecken, kein WLAN, ja noch nicht einmal gepolsterte Sessel. Und die Predigten dauern meistens mehr als acht Minuten, bei den Evangelischen sogar teilweise über 20 Minuten. - Das verlangt der immer geringer werden sonntäglichen Kundschaft schon einiges ab!

Dabei ergab schon eine Studie aus dem Jahre 2014, dass ein Großteil der Besucher sich so ähnlich verhält wie Kunden: Man wählt aus, man pickt sich die Sonderangebote raus, man will ganz individuelle Leistungen z.B. bei Taufen und Hochzeiten, mit Ideen für Lieder und Texte, die so man-
chem Pfarrer den Schlaf rauben...

Für die ganz regelmäßigen Gottesdienstbesucher, die auch bei mangel-
haftem Service des göttlichen Bodenpersonals kommen, trifft das natürlich nicht zu, aber insgesamt ist die Anspruchshaltung deutlich gestiegen:
Wer predigt kürzer? Wo bekommen wir eine Extrawurst? Wo kann man besser parken? Wo ist besser geheizt?

Man schaue meinen früheren Artikel ---> HIER !
Gleichzeitig versucht die Kirche, mit sogenannten "Spartengottes-
diensten"
wieder mehr Kundschaft zu "generieren", wie man heute
so sagt. Da gibt es spezielle Angebote für Taucher, für Singles, für Motorradfahrer, für Homosexuelle, ja sogar für Prostituierte.
Da ist an weiteren Ideen das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

Doch zumindest in internen Kreisen räumt man inzwischen auch da ein, dass man zwar erhebliche Anstrengungen personeller Art investieren musste, sich das aber auf Dauer unterm Strich nicht wirklich gerechnet hat... ---> HIER !
Wie wär's denn mit einer vermutlich völlig abwegigen und sehr unge-
wöhnlichen Idee, nämlich der, die traditionellen Gottesdienste noch
besser vorzubereiten und es mal damit zu versuchen?

Kommentare:

  1. Das ist der Preis, den die Kirche dafür zahlt,
    dass Hinz und Kunz einfach so aufgenommen werden,
    ohne sich weiter um deren Betreuung und Schulung zu
    kümmern.
    Das Ergebnis sind Gottesdienst-Konsumenten, die sich
    die Rosinen rauspicken, wenn überhaupt...

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  2. Man versetze sich einmal in die Lage eines Pfarrers:
    Wenn es im Pfarrgemeinderat um das Thema Kirchenbesuch geht,
    kommen mit garantierter Sicherheit die üblichen Vorschläge,
    es doch mit speziellen Angeboten für Jugendliche, für Fami-
    lien, für Senioren, für Frauen usw. zu versuchen.
    Da ist dann der Schritt auch nicht mehr groß, Gottesdienste
    für Homosexuelle oder Hobbyangler oder sonstwas anzubieten.
    Ich möchte DEN Pfarrer erleben, der sich dauerhaft
    gegen solche Ideen wehren kann!
    Er ist doch in den Augen seiner Frommen an allem schuld!

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  3. Diese Entwicklung ist schlicht eine Folge der von Papst
    und Bischöfen geförderten Entwicklung, Gottesdienste nicht
    hauptsächlich für Gott, sondern zur Freude der Menschen zu
    machen.
    Da ist es nur konsequent, möglichst viele Lustgewinne und
    Spaßelemente einzubauen, also möglichst viel Trara, aber
    immer schön unverbindlich.
    Und die Fürbitte für die versaute Umwelt bloß nicht vergessen!

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  4. Wir haben doch heute schon die Spar-Version in
    Deutschland.
    Beispiel: Obwohl nur für pastorale Notlagen zulässig,
    verzichtet man mit Einverständnis der Bischofskonferenz
    auf die obligatorische dritte Lesung, mit der abenteuer-
    lichen Begründung, die Leute seien für drei Lesungen nicht
    aufnahmefähig genug.
    Seltsam - in fast allen anderen Ländern sind die Katholiken
    durchaus aufnahmefähig genug.
    In Deutschland bleibt für viele einfach nur noch der
    Schritt, trotz oft weiter Anreise eine "alte" Messe zu
    besuchen, um eine würdige Feier miterleben zu können.

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