Freitag, 13. Oktober 2017

Mehr Service, bitte! - Pfarrer bald auf Kundenjagd mit Sonderangeboten in der Heiligen Messe?

Eine Studie von 2014 alarmierte nicht nur evangelische Pfarrer: Die Mehrheit der Gottesdienstbesucher benimmt sich bei der Entscheidung für oder gegen eine Gottesdienstteil-
nahme immer häu-
figer wie Kunden beim Einkauf.
So jedenfalls ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung von 2.000 Gläubigen, die vom "Evangelischen Institut für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst" präsentiert wurde.
Immerhin besuchten die Befragten nach eigenen Angaben durchschnittlich zweimal monatlich den Gottesdienst. Das zeigt, dass hier nicht Gelegen-
heitsbesucher, sondern mehr oder weniger regelmäßige Gottesdienst-
teilnehmer interviewt wurden
.
Das Ergebnis ist daher umso alarmierender: Die Bedürfnisse der Men-
schen, die kirchliche Leistungen in Anspruch nähmen, würden immer individueller. Das gelte insbesondere für Amtshandlungen wie
z.B. Taufen und Trauungen. 


               Kirchenkunden kommen, wenn gut geheizt ist
Erstaunlich: Etwa die Hälfte der Befragten macht die Entscheidung zum Gottesdienstbesuch vom Prediger abhängig. Auch ausreichendes Hei-
zen sowie genügend Parkplätze und Toiletten seien für die Entscheidung von großer Bedeutung, heißt es.

Na super, denke ich mir da: Der Trend ist also klar erkennbar und wohl auch kaum mehr umkehrbar. Der maßangefertigte Gottesdienst wird kommen, passend für jeden Bedarf.
Die Katholiken haben dabei kaum Grund, auf die vorauseilenden evan-
gelischen Mitchristen herabzuschauen. Auch bei uns gibt es inzwischen die Tendenz zum Wohlfühl- und Spezialgottesdienst. Hauptsache, die Leute kommen...
Die evangelische Studie ---> KLICKEN !

Schauriger Gothic-Gottesdienst ---> KLICKEN !
Heilige Messe in Mundart ---> KLICKEN !

Gottesdienst speziell für Taucher ---> KLICKEN !
Bänke raus, Stuhlkreis rein ---> KLICKEN !
Erstkommunion mit Starwars-Schwert ---> KLICKEN !

                    Umfragen zum Wohlfühl-Gottesdienst
Am besten macht man eine Umfrage, wie gut denn der Service schon funktioniert und was noch zur Steigerung des Wohlbefindens angeboten werden könnte.
Ob es überhaupt sinnvoll und verantwortbar ist, die Gottesdienstqualität von der "Kundschaft" bewerten zu lassen, ist in Fachkreisen umstritten. Kritiker befürchten wohl nicht ganz zu Unrecht, dass damit ein Konkur-
renzdenken zwischen Pfarrern gefördert wird, wer die vollere Kirche hat - mit der verhängnisvollen Konsequenz, dass das Niveau immer mehr den Umfrage-Wünschen angepasst werden könnte.
Pfarrer wissen dann: Wenn ich nur fünf Minuten predige und dann auch nur Nettes sage, dann werde ich gut beurteilt...

Man schaue z.B. ---> HIER und HIER und HIER !

         Bistum Essen fragt, ob Lieder zur Stimmung passten
Ganz aktuell: Gestern fand sich im Internet die Meldung, dass das Bistum Essen mit dem Testen einer geplanten größeren Umfrage
in einer Test-Pfarrei begonnen hat. So wollte man z.B. per Fragebogen
von den Gottesdienstbesuchern wissen, ob der Gottesdienst überhaupt
"zu meinem Leben und Glauben" gepasst hat und ob die ausgewählten Lieder "zur Stimmung" der Messe gepasst haben.

Naja...  ---> HIER

Haben Sie, liebe Leser, vielleicht
ernsthaft oder ironisch gemeinte Verbesserungsvorschläge für attraktive Gottesdienste? - Dann lassen Sie uns das bitte wissen.

Übrigens: Der Vorschlag, den Gottesdienst für eine Raucherpause zu unterbrechen, hat man bereits in die Realität umgesetzt! ---> HIER

Kommentare:

  1. Googlekontenloser meint:
    Nun ja, als regelmäßiger Messbesucher weiß ich im Regelfall, ob ein Prediger das Wort Gottes beherzigenswert auslegt oder eher "Mainstream-Blabla" zu erwarten ist.
    Wenn in den Gottesdienst-Ordnungen der jeweilige Zelebrant genannt wäre, würde ich mich schon entsprechend orientieren.

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  2. Die "Abstimmung mit den Füßen" findet längst statt.
    Man sieht das besonders deutlich in größeren Orten mit
    mehreren parallelen Gottesdienstangeboten am Sonntag.
    Während die Hl. Messe bei Pfarrer A noch relativ gut besucht
    ist, weil er sich beeilt und nie länger als 45 Minuten
    braucht, ist die Messe in der Nachbbarpfarrei bei Pfarrer B
    nur schlecht besucht, weil er immer 55 Minuten braucht.
    So hier bei uns in Mainz längst Praxis.

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  3. Wie die Linktipps des Kreuzknappen zeigen, gibt es da kein
    einfaches JA oder NEIN, sondern man sollte vieles bedenken.
    Manche Pfarreien bieten - meines Erachtens sind es viel zu
    wenige und die machen es viel zu selten! - einmal im Monat
    nach der Hl. Messe ein Predigtgespräch im Pfarrsaal an,
    wo man sich über die Predigt und dann automatisch auch
    über die Kirchenprobleme insgesamt austauschen kann.

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  4. Teilweise gibt es für die Jugend doch jetzt schon
    "Smartphone"-Gottesdienste, bei denen man mit dem
    Gerät Rückmeldungen während des laufenden Gottesdienstes
    geben kann.
    Jeder Vernunftbegabte kann sich selbst ausrechnen, wie
    andächtig die Besucher solcher Gottesdienst sind...!

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  5. Also ich bin für vorgewärmte Sitzplätze und einen kleinen
    Snack zur Begrüßung. Außerdem wäre mir WLAN für meinen
    Laptop ganz angenehm und die Vorlage der Predigt in
    schriftlicher Form!
    ,-)

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  6. Hier die Meldung in der Bistumszeitung:
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/bistum-essen-startet-feedback-projekt-zur-gottesdienst-qualitaet/

    Auffallend: Nicht die Gottesdienstbesucher haben den Wunsch
    zu dieser Umfrage geäußert, sondern "Das Bistum Essen wünscht sich von seinen Mitgliedern eine Rückmeldung zur Qualität seiner Gottesdienste."

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  7. Was mich wirklich stört und was dringend verbessert werden
    sollte, ist die schlechte Sprachkompetenz vieler ausländischer Priester.
    Bei uns ist ein Priester aus Indien eingesetzt, der so
    schlecht deutsch spricht, dass man sogar das Evangelium
    kaum erkennen kann, die Predigt ist eine Qual!

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    1. An dem massenhaften Einsatz radebrechender, anderspigmentierten Inder und Afrikaner zeigt sich einmal mehr die Menschenferne unserer zeitgeisthörigen linksgrünen Bistumverwaltungs-Wasserköpfe. Wenn man die Legionen an Priestern, die sich in den Ordinariaten den Hintern wund sitzen in bequemen Sesseln, in die Pastoral zu richtigen Menschen entsenden würde, hätten wir keinen sog. "Priestermangel" mehr.

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  8. Wenn ich beim Hören der Predigt das Gefühl habe, einen Parteitag der Grünen zu besuchen, dann weiß ich, daß ich mich verlaufen habe.

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