Mittwoch, 1. November 2017

Als Heilige sind wir alle noch kleine Lichter: Pfarrer tadelt Küsterin während der Messe!

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Es ist leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Man soll ja auch mal auf den Balken
im eigenen Auge schauen, ich weiß.
Dennoch darf und sollte ein katholischer Blogger - so meine ich - auch die Funktion eines Feuermelders haben und Alarm geben, wenn da ein Brand droht oder gar schon ausgebrochen ist.
In unserer Verwandt- und Bekanntschaft wimmelt es von Katholiken, und auch von solchen, die sich sehr für die Kirche einsetzen, beruflich oder ehrenamtlich. Und da ist es unvermeidlich, dass bei Ge-
sprächsrunden bei Besuchen spätestens nach einer Viertelstunde das Thema "Kirche" fällig ist, mit allen Höhen und Tiefen, und mit allen Verletzungen, die Vertreter der Amtskirche bewusst oder eher unbe-
wusst anrichten.
Gestern erzählte eine ehemalige Küsterin, die rund um die Kirche vielerlei erledigte und dafür wöchentlich regelmäßig mehr als 10 Stunden opferte (davon vier vom Ordinariat anerkannt und bezahlt) von ihren Erlebnissen. Es tut weh, wenn man eine mittlerweile über 70 Jahre alte Dame plötzlich weinen sieht und hört, aber sie konnte nicht anders,
als sie von den vielen kleinen Verletzungen sprach, die ihr der Pfarrer zugefügt hatte.
Besonders weh tat es ihr, wenn sie während der Heiligen Messe öffentlich per Mikrofon zurechtgewiesen wurde: Ja, sie hatte ei-
nen Fehler begangen, der kaum passieren kann, wenn man als Küster (ich selbst war ja auch mal einer) bei der Vorbereitung der Messe konzentriert bei der Sache ist.
Aber es war eben passiert, und so musste sich die Dame, die so viel Zeit und Herzblut für die Kirche geopfert hat, zusammen mit 150 Kirchgängern die Durchsage des Priesters anhören: "Oh, wie ich gerade sehe, werden wir ein paar Minuten warten müssen, bevor wir die Lesung hören können, denn leider hat Frau M. beim Lektionar das falsche Lesejahr erwischt...!"

Frage aus der Ferne:  Von dieser Flegelei mal abgesehen - wäre es nicht auch Aufgabe des Priesters gewesen, bereits kurz vor der Messe mal einen Blick in die Bücher zu werfen?

Kommentare:

  1. Herr, erneuere deine Kirche - und fange bei mir an!

    http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=1073.0

    Ein über den Zwischenfall eines Mitbruders betrübter

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  2. Selbstverständlich hätte der Priester vorher seine Nase in die
    Bücher stecken müssen!
    Die öffentliche Zurechtweisung ist peinlich - aber mehr für diesen "Geistlichen" als für die Küsterin.
    Man kann in solchen Fällen den betroffenen Laien eigentlich
    nur raten, sein Amt niederzulegen.
    Soll sich dieser Priester einen anderen Dummen suchen!

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    1. 'Caesarea' meint:
      Nun ja, sollte der Pfarrer tatsächlich einen Dummen finden leidet man am Ende noch selber darunter, wenn es sich um die eigene Pfarrgemeinde handelt.
      Nicht jeder kann sich schließlich eine Fahrgemeinde suchen.

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    2. Nein, der Priester ist der Vicarius Christi und hat Wichtigeres und Besseres zu tun als vorher "seine Nase in die Bücher zu stecken".
      Er muss erwarten können, dass die Mesnerin die Bücher entsprechend vorbereitet hat, dazu ist sie da.
      Der Ärger ist vollkommen verständlich. Die öffentliche Blossstellung allerdings war unglücklich. Das hätte der Pfarrer sein lassen können, statt dessen hinterher fristlose Kündigung.

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    3. 'Caesarea' sagt:
      Ich war Küsterin in sieben Kirchen und in jeder Kirche hat jeder Priester bei jeder Hl. Messe vorher das Missale, Lektionar, die Fürbitten und bei Bedarf das Benediktionale überprüft. Und dies gewissenhaft.

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    4. 'Caesarea' korrigiert
      vor Veröffentlichung der Antwort an 'Martyria':
      hat jeder Priester ... vorher in ... geschaut.
      Danke

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  3. Da passt ja der Spruch:
    "Abgesehen von seinen heiligen Weihen ist dieser
    Pfarrer ein Esel"!

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  4. Hochwürden scheint noch den Uralt-Lehrsatz aus dem 4. Laterankonzil verinnerlicht zu haben: "Die Laien sind die Feinde des Klerus."

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  5. Entscheidend ist die Frage:
    War der Pfarrer gläubig oder Modernist?

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  6. Sich gegenüber Küstern schlecht zu benehmen, ist leider eine weit verbreitete Unsitte. Ob Laientheologe oder "Geweihtes Gefäß", Schlips-und-Kladden-Kleriker oder Birettiner ist egal. Entscheidend ist die (mangelnde) Kinderstube und die vermeintliche Größe des Egos.

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