Dienstag, 7. November 2017

FAZ über den Fall Weinandy: Wer Papst Franziskus kritisiert, wird kaltgestellt?!

Meine Leser kennen den Fall des bekannten US-Theologen schon seit vergangenem Donnerstag:
Pater Weinandy hat Papst Franziskus zuerst in einem Brief und dann öffentlich (weil er wohl über die fehlende Antwort enttäuscht war) ziemlich heftig kriti-
siert... ---> HIER !

Heute greift die "FAZ" das Thema in einem ausführlichen Kommentar auf
und kommt zu dem Schluss, bei den Kirchenleuten herrsche Schweigen zu Papst Franziskus, weil "die Angst vor dem Rausschmiss" grassiere, und so mühe sich jeder, zum "risikofreien Mainstream" rund um den Papst zu gehören.
Man müsse jedoch feststellen, dass die beklagte "Verwirrung" in der Kirche tatsächlich existiere, wenn die eine Bischofskonferenz so und die nächste anders entscheide. - Und dann fällt auch noch das böse Wort
von der "kirchlichen Klientelwirtschaft" unter diesem Papst mit der "autoritären Führungspersönlichkeit"...  Auweia !  ---> HIER !

Kommentare:

  1. Die katholische Kirche bietet ein jämmerliches Bild
    der Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit,
    ganz unabhängig von der Frage, ob der FAZ-Schreiber in der
    Beurteilung von P. Weinandy richtig liegt oder nicht...

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  2. Presse kann man sich abgewöhnen7. November 2017 um 18:58

    Wenn die "FAZ" fünf Tage danach auch zu einer eigenen
    Meinung kommt, dann sagt das vor allem etwas über die "FAZ"
    und die deutsche Mainstream-Presse aus.
    Welche Zeitungen haben das überhaupt auf dem Schirm?

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  3. Dass Kirchenführer ein besonders ausgeprägtes "WIR"-Gefühl haben und stets bemüht sind, nicht aufzufallen und in der Masse mitzuschwimmen, ist keine Besonderheit dieses Pontifikats, das gab es vorher schon, vielleicht nur nicht so auffallend.
    Ein System, in dem es undemokratisch zugeht und bei dem man
    auf das Wohlwollen der nächsthöheren Stelle angewiesen ist,
    wenn man etwas werden will, lädt geradezu dazu ein, sich
    zum Radfahrer und Duckmäuser zu entwickeln.

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  4. ... und wieder einmal dasselbe Grundproblem:
    Hätte Papst Franziskus dem Kritiker geantwortet, wäre ihm
    und uns das alles erspart geblieben. Aber er benimmt sich,
    als kenne er die Grundregeln des Anstandes nicht; man be-
    antwortet Anfragen, die einem gestellt werden, zumal diese
    mit viel Mühe und Liebe zur Kirche formuliert sind und von
    einem sehr engagierten Kirchenmann stammen!

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  5. Also die Beobachtung, dass sich viele Kirchenführer den Trends von oben auf eine etwas schleimige Art anpassen, gibt es auf jeden Fall. Das ist auch im ggw. Pontifikat nicht anders.

    In den USA liegt der Fall aber ganz anders.
    Die erzkonservativen Bischöfe dort, die aus demselben Umfeld wie Weinandy kommen, sind von Anfang an sehr skeptisch und papstkritisch gewesen und haben sich allenfalls aus Höflichkeit etwas zurückgehalten, in der Praxis aber ihre Politik von vorher fortgesetzt. In den USA werden ganze Kirchengemeinden von eifernden Jungpriestern regelrecht terrorisiert, die von den Bischöfen gedeckt werden und in ihren Postillen hemmungslos gegen die ältere, eher progressive Priestergeneration hetzen und Hass verbreiten, sei es auf Blogs oder in Konveniats (viele sind gespalten).

    Was denen nicht schmeckt, ist halt jetzt, dass dieses abartige Netzwerk religiöser Eiferer und Disneykatholiken aus dem rechtsreligiösen amerikanischen Sektor, die sich in den letzten Jahrzehnten im Aufwind fühlten, durch die geänderte Politik von oben immer mehr an Einfluss verliert. Nicht zuletzt, weil ihnen die Steckenpferde (Sexmoral und kulturkämpferische rechte Religionspolitik, euphemistisch "Religionsfreiheit" genannt) weggenommen werden und Rom in diesen Fragen jetzt eine andere Linie verfolgt, die nicht mehr.

    Dieser Konflikt lässt sich nicht durch schleimende Bischöfe oder einen zu autoritären Papst erklären, vielmehr geht es da wirklich ums Grundsätzliche. Entweder ein Katholizismus, wie ihn sich Bannon oder das TFP wünschen, oder wie ihn der Papst versteht, beides geht nicht. Je mehr die Rechtskatholiken in Amerika sich aufregen, desto richtiger liegt der Papst.

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    1. Diese Disneypriester in den USA orientieren sich längst mehr an ihrem weltlichen Präsidenten als am Papst und am Vatikan, gegen die sie nur hetzen.

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    2. Das ist natürlich ein absoluter Schmarrn, Franzl.
      Nennen Sie doch mal ein paar konkrete Namen!

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  6. Niemand hat jenen Pater gezwungen, mit seiner Kritik am Papst
    an die Öffentlichkeit zu gehen. Nun soll er sich auch nicht
    beschweren, wenn er abgesägt worden ist.
    Die dauernde und schwere Kritik führt beim Papst und seinen
    Getreuen verständlicherweise dazu, dass sie drastische Maßnahmen ergreifen müssen, um die Reformen nicht zu gefährden.

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    1. Der Brief an sich war eigtl. gar nicht soo tragisch, jedenfalls was den Papst betrifft nichts, was man nicht von konservativen Kirchenmännern öfters hört.
      Weinandy ist auch kein Hassblogger oder sowas, sondern
      schon ein renommierter und seriöser Typ.

      Was zu seinem Rücktritt geführt hat ("Rauswurf" ist zumindest formal falsch, er ist freiwillig von seinem Beraterposten bei der Bischofskonferenz zurückgetreten, nachdem er ein Gespräch mit deren Vorstandschef hatte), war eher die wirklich untergriffige Kritik an den Bfen. vonseiten eines Mannes, der ein offizieller Berater der Bischofskonferenz ist. Vorgeworfen hat man ihm wohl auch nicht seine Position, sondern seinen Tonfall und die Art und Weise, sich damit an die Öffentlichkeit zu drängen.

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  7. Dieser Mr. Weinandy mag als Theologe renommiert sein, das kann ich nicht beurteilen. Aber dass er seinen Brief öffentlich gemacht hat, spricht charakterlich absolut gegen ihn. Wie beiden sog. "Dubia"-Kardinälen. Insofern ist es sehr verständlich, dass die Bischöfe ihn von seiner Aufgabe entbunden haben.

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    1. Die Formulierungen sind auch nicht schön und souverän, aber als Wutausbruch oder Ausrutscher würde ich das noch tolerieren. Er ist halt sehr enttäuscht, dass seine Linie nichts mehr zu sagen hat.
      Ob er deswegen wirklich gleich gehen muss, weiß ich nicht, aber es ist verständlich und man sollte auch nicht immer sagen, er sei rausgeworfen worden, besser sowas wie "man hat sich getrennt".
      Er ist halt ziemlich unverschämt und ungerecht über die Bischöfe hergezogen, deren Berater er eigentlich sein sollte.

      Das ist ungefähr so, als hätte Pater Langendörfer während der kath.net-Kampagne gegen Marx, Schick und Bedfort wegen des Tempelbergbesuchs ein polemisches und mit AfD- und z.T. Gossensprache durchsetztes, ungerechtes und unverschämtes Pamphlet über die "kreuzverleugnenden Bfe." oder sowas geschrieben und dann bei Christ&Welt veröffentlicht. Ich denke, dann hätte man sich auch getrennt.

      Das eigtl. Problem ist aber nicht Weinandy, sondern das viel extremere Spektrum, das jetzt eine Riesenkampagne aus dem Fall macht und sogar Legenden über ein Wunder verbreitet, dass Weinandy angeblich erlebt haben und das ihn zu seinem Schritt ermutigt haben soll.

      https://www.lifesitenews.com/news/us-bishops-conference-hammered-for-sacking-theologian-critical-of-pope
      Lifesitenews, Rorate, Breitbart und diese Leute.
      Die schrecken in der Brutalität und Aggressivität ihrer Kampagnen vor nichts zurück und nutzen diesen Fall nat. gnadenlos für Stimmungsmache.
      Das ist der Teufel persönlich, man kann nur hoffen, dass diese "Freunde" von Weinandy niemals mehr in der Kirche etwas mitzureden haben. Insofern kein Mitleid mit Weinandy, der solche Typen hypt und sich von ihnen zum Opfer stilisieren lässt.

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