Mittwoch, 8. November 2017

Kardinal Müller kritisiert Papst Franziskus wegen Verantwortungs-Verschiebung auf Bischofskonferenzen!

Kardinal Müller kann man nicht so leicht in eine Schub-
lade einsortieren; er argu-
mentiert sehr differenziert:
Erst kürzlich hatte er Papst Franziskus gegen Kritiker in Schutz genommen ---> HIER !

Heute erschienen in einigen Medien Vorausmeldungen auf einen Artikel, der am morgigen Donnerstag in der "Passauer Neuen Presse" erscheinen wird.
Darin kritisiert Kardinal Müller die Entscheidung des Papstes, die Übersetzung liturgischer Texte quasi den diversen Bischofskonferenzen zu überlassen. Die letzte Autorität müsse beim Vatikan liegen und nicht vor Ort, wo einmal so und einmal anders entschieden werde; das zerstöre die Einheit im Glauben.

Man lese ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Müller hat eine naive Vorstellung von Glaube und Einheit, beides ist so komplex und so schwierig in andere Kulturen und Sprachen zu übersetzen, dass eine zentralistische Vorgabe völliger Wahn ist

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    1. Sic! Man muss nur die Historie unvoreingenommen anschauen, um zu erkennen, dass Zentralismus überall, wo er galt, irgendwann zum Kollaps des jeweiligen Systems geführt hat.
      Der Mensch lässt sich nicht zentralistisch führen, und das ist auch gut so.

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  2. Kardinal Müller war langjähriger Glaubenspräfekt
    und hat da hautnah miterlebt und mitgelitten, wenn vor Ort
    vor sich hin gewurstelt wurde, hier heißt es hü, da heißt es
    hott. Verständlich, dass er warnen will, aber es ist zu
    spät und auf gute Ratschläge hört dieser Papst sowieso nicht.
    Das war wahrscheinlich wieder eine seiner einsamen und
    spontanen Entscheidungen ohne Rücksprache.

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  3. Alles fließt, und die Kirche fließt unter Franziskus
    immer eifriger mit - und zwar in den Abgrund.
    Da wo alles gleich gut und gleich möglich ist, da ist es
    nur noch eine Frage der Zeit, bis sich nicht nur liturgisch
    immer mehr und größere Missbräuche einschleichen.
    Es war immer die Stärke der katholischen Kirche im Vergleich
    zu den Splitter-Kirchen der Protestanten, dass hier bei uns
    Einheit herrschte.
    Ich stelle mir schon die Frage, ob ich nicht gleich zum
    Protestantismus konvertieren sollte.

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    1. Die angebliche "Einheit" der RKK vor dem Konzil ist eine Chimäre. Das kann nur behaupten, wer keine Ahnung von Kirchengeschichte hat. Katholizismus hieß von Anfang an Vielfalt.

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  4. Mittlerweile geht es in der katholischen Kirche zu
    wie bei den sprichwörtlichen Kesselflickern.
    Statt sich auf das Seelenheil zu konzentrieren, wie Jesus
    es ausdrücklich aufgetragen hat, macht man die Kirche
    zur Unmweltschutzorganisation und zum Politik-Ersatz.
    Auch in den Pfarreien herrscht mittlerweile Zwietracht
    oder Resignation.
    Weil wir uns im PGR wegen Papst Franziskus immer mal wieder
    in die Wolle gekriegt haben, hat der Pfarrer darum gebeten,
    dieses Thema künftig nicht mehr in der Sitzung anzupacken.

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    1. Naja, ohne Umweltschutz nutzt das Seelenheil freilich wenig.

      Was soll man mit dem Seelenheil anfangen, wenn es keine Seelen mehr gibt, weil die Natur zerstört ist?

      Vor allem künftige Generationen betrifft das ja nun vital. Die haben kein Seelenheil mehr, wenn wir heute nichts ändern.

      Für einen selber mag es ja tröstlich sein, dass man noch eine funktionierende Natur miterleben durfte. Vor allem wenn man schon was älter ist, kann einem die Zukunft der Nachgeborenen ja im Grunde egal sein.
      Nur, wenn man so denkt, ist das Seelenheil sowieso futsch.
      So ein egozentrisches Seelenheil, das an der Rettung der eigenen "Seele" interessiert ist und dem die anderen Menschen egal sind, ist kompletter Selbstbetrug.
      Leute, die sowas anstreben oder daran glauben, kommen nie in den Himmel und sind schon im Ansatz gescheitert.

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  5. In dem Fall ist Kardinal Müller m.E. relativ leicht in eine Schublade einzusortieren. Er ist durch und durch auf Autoritätshörigkeit und Zentralismus gepolt, das war immer so und ist auch der Grund, warum Ratzinger ihn nach Rom rief.
    Dass er ein scharfer Gegner der Dezentralisierungsbestrebungen des jetzigen Papstes in jeder Beziehung ist, ist da nicht überraschend.

    Das ändert auch nichts daran, dass er sich in anderen Punkten durchaus unterschiedlich positioniert und nicht immer in diese oder jene Schublade einordnen lässt.

    Widerstandsloser Gehorsam und bloß kein Aufmucken oder Abweichen war immer eine wichtige Maxime seines Denkens.

    Das zieht er auch in unterschiedlichsten Kontexten durch, sei es gegen allzu selbstständig agierende PGRs, gegen Piusbrüder oder progressive Theologen in Regensburg, gegen die Proteste in Chile wegen skandalös von Bergoglio im Amt gehaltener Skandalbfe., gegen extremistische AL- und Papstkritiker aus den USA, gegen Frauenordinationsbefürworter in Bamberg oder nun halt auch gegen den Papst selber. Immer geht es bei Müller ums unbedingte Gehorchen auch gegen besseres Wissen und Gewissen, weil er diese Kadavermentalität für das Rückgrat und Wesen der Kirche hält, wie er Georg Kraus gegenüber eingestanden hat.

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    1. Ja, lieber Jorge, das scheinen Sie oft zu tun: Menschen in Schubladen einzusortieren (gar derart: "kommen nie in den Himmel und sind schon im Ansatz gescheitert.", s.o.).

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    2. Nein, Schubladen gehören nicht zu meinem Handwerkszeug. Zupackende, zuweilen auch überspitzte Charakterisierung schon.

      Man muss die Leute da packen, wo sie es verstehen.
      Ist nur zu ihrem Besten.

      Anders als Müller verlangt prophetische Rede von niemandem Autoritätsgehorsam, schon gar nicht gegen bessere Einsicht.
      Vielmehr führt sie den Leuten Dinge vor Augen, auf die sie selbst vielleicht nicht kommen, die sie aber zur besseren Einsicht bringen könnten, wenn sie es denn wollen. Das ist der Unterschied. Die Sache mit der Natur und dem Seelenheil ist doch ein gutes Bsp. Eine ältere Dame regt sich auf, weil zuviel von Umwelt und zuwenig von Seelenheil die Rede sei. Dass sie ihr eigenes Seelenheil dadurch verspielt, merkt sie gar nicht. Wenn man's ihr nicht sagt.

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  6. Das BVG verfügt den Eintrag eines dritten Geschlechts für die, die man nicht klar dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen kann. Die Bischofskonferenz hat keine Kritik daran.
    Jetzt flippen die Tradis total aus. Für die gibt es solche Menschen ja einfach nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Im Zweifelsfall nicht lang rummachen und einfach brutalstmöglich zum Mann oder zur Frau operieren.

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    1. Ich weiß ja nicht, in welchen Kreisen Sie als
      angebliches "Tradi-Opfer" so gerne verkehren, aber ich
      habe noch niemanden erlebt, der deswegen ausgeflippt ist.

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    2. Dann haben Sie die Äußerungen der fanatischen Damen Kelle, Kuby und Beverfoerde noch nicht zur Kenntnis genommen.

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