Donnerstag, 7. Dezember 2017

"Authentisches Lehramt" bei "katholisch.de"- Hat Papst Franziskus seinen Kritikern jetzt ein Redeverbot erteilt?

Na, das ist ja spannend:
Wenn ich den heutigen Artikel bei "katholisch.de" etwas eng auslege, dann will man uns Katholiken damit sagen, dass wir nun den Mund zu hal-
ten haben,
wenn wir bezüg-
lich des Kommunionganges von wiederverheiratet Geschiede-
nen anderer Meinung sind als der Papst.

Ich lese da, nachdem gestern (siehe meinen Artikel und die Leserbriefe ---> HIER !) die Erklärung aus dem Vatikan kam, die neueste Papst-Stellungnahme zur Fußnote 351 von "Amoris Laetitia" sei "authentisches Lehramt",
dass man dies bei "katholisch.de" so interpretiert, dass man dies "ehr-
fürchtig anerkennt"

Von den Gläubigen werde gefordert, heißt es da wörtlich, "sich zunächst äußerlich an die verkündete Lehre zu halten. Das bedeutet auch, "sorg-
sam zu meiden, was ihr nicht entspricht", wie es im Kirchenrecht heißt"
, schreibt "katholisch.de"  ---> HIER !

Das sei Gehorsamspflicht, und die hartnäckige Leugnung sei "unter Strafe verboten". - Also Leute, wer das anders sieht - ab sofort den Mund halten !?
Aber stimmt diese Droh-Interpretation von "katholisch.de" so überhaupt?

Kommentare:

  1. Absoluter Quatsch, diese Drohkulisse, die "katholisch.de"
    da aufpumpt.
    Es gibt bekanntlich Differenzierungen im Lehramt, und was
    der Papst da als Fußnote verkündet und bestätigt hat,
    ist nicht "ex cathedra"!

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  2. Das wird ja immer heftiger, jetzt also schon durch "katholisch.de"
    angedrohte Strafe, wenn man es noch wagen sollte, gegen den
    Papst zu argumentieren.
    Leute, das ist krank !!

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  3. Die Interpretation des "katholisch.de"-Autors
    ist wohl etwas unglücklich formuliert, und da sind
    Fragen und Missverständnisse vorprogrammiert.
    Es kommt eben nicht nur darauf an, was man schreibt, sondern
    auch, wie es verstanden werden kann.
    Und da muss ich dem Kreuzknappen zustimmen, dass man bei
    "enger" Auslegung des Artikels diesen als Verbotshinweis
    interpretieren kann.
    Dem Autor ist es insbesondere nicht gelungen,
    die verschiedenen Stufen der Verbindlichkeit lehramtlicher
    Aussagen für jeden Leser verständlich rüberzubringen.
    Daher hier mal auf die Schnelle - ich bin unterwegs zu
    einem Mandantentermin - ein paar Linkhinweise:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissheitsgrade_der_Dogmatik

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Lehramt

    https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit

    http://www.kath-info.de/traditionn.html

    Ganz klar darf man anderer Meinung sein als der Papst,
    und man darf es auch äußern. Wie überall macht der Ton die
    Musik, das heißt, dies soll respektvoll geschehen.

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  4. Solche Verbalakrobatik wie bei "katholisch.de"
    hilft niemandem wirklich.
    Jeder Katholik ist seinem Gewissen verpflichtet, und wenn
    er dadurch zu der Erkenntnis kommt, dass der Papst in einer
    Frage, die nicht ex cathedra geklärtist, leider irrt,
    so hat der Katholik die Pflicht, seinem Gewissen zu folgen.
    Aber mehr noch:
    "katholisch.de" zitiert unvollständig und sinnentstellend,
    denn in den einschlägigen Canones steht z.B. ausdrücklich,
    dass man gegenteilige Ansichten erst dann nicht mehr äußern
    darf, wenn man vom Apostolischen Stuhl oder vom Ortsbischof
    ausdrücklich schriftlich verwarnt worden ist.
    Dies ist in keinem der bisher in dieser Sache bekannten
    Fälle so gewesen.
    Hätte man bei "katholisch.de" den Can 752 genau gelesen, wäre
    dort aufgefallen, dass es ausdrücklich heißt: "Nicht Glaubenszustimmung, wohl aber religiöser Verstandes und Willensgehorsam ist einer Lehre entgegenzubringen..."
    Es wird also gar nicht erwartet, dass man dem gläubig zu-
    stimmt, sondern man soll lediglich den Schnabel halten.

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  5. Das „authentische Lehramt“ von Franziskus widerspricht direkt dem „authentischen Lehramt“ des Katechismus der Katholischen Kirche.
    Dort heißt es in Nummer 1650, dass sich „die Kirche dem Wort Jesu Christi verpflichtet fühlt“ und darum eine neue Verbindung von Geschiedenen nicht als gültig anerkennen kann, wenn die Ehe gültig war.
    Und: „Falls Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetze Gottes objektiv widerspricht.“

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  6. Wenn das so zuträfe wie von "katholisch.de" angedacht,
    dann könnten komplette Bischofskonferenzen dicht gemacht
    werden, die wie z.B. die polnische eine andere Auffassung
    hat als die Prüfung in jedem Einzelfall.
    Es ist deprimierend, wenn direkt mit der Keule gedroht wird
    wie in jenem Artikel. Wie bitte wären unter solchen Bedin-
    gungen Diskussionen in Synoden und Konzilien überhaupt möglich?
    Der Artikel scheint mir nicht zu Ende gedacht zu sein.

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  7. Mir scheint das ein ziemliches Windei zu sein,
    dass da von einigen katholischen Medien gelegt worden ist.
    Was soll denn da Sensationelles passiert sein?
    Der Papst hat lediglich bestätigt, dass sein Schreiben an die
    argentinischen Bischöfe und deren Interpretation der Unter-
    scheidung lehramtliche Gültigkeit bekommen sollen.
    Aber was besagt das inhaltlich?

    "Inhaltlich besagt die Orientierungshilfe der argentinischen Bischöfe Folgendes: Kein „unbeschränkter Zugang zu den Sakramenten“ für Katholiken in jedweden Lebensumständen; Rücksicht auf Empfindlichkeiten in Pfarrgemeinden; Festhalten an der Lehre der Unauflöslichkeit der Ehe; Ermutigung von wiederverheirateten Geschiedenen zu sexueller Enthaltsamkeit oder einer Teilnahme am kirchlichen Leben ohne Sakramente - und, in Einzelfällen sowie nach einem „Weg der Unterscheidung“ zusammen mit einem Geistlichen, die Möglichkeit, die Hilfe der Sakramente, der Versöhnung und der Eucharistie zu suchen."

    So nachlesbar beim "ORF"
    http://religion.orf.at/stories/2796410/

    Mit anderen Worten: Der Kommuniongang für diese Gläubigen
    wird die Ausnahme im Einzelfall bleiben, und diese sind
    sorgfältigst seelsorglich zu begleiten und sollen unter
    anderem sexuell enthaltsam leben, wenn die erste Ehe
    kirchenrechtlich noch Gültigkeit hat.
    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Ganz klar ein medialer Sturm im Wasserglas bei "katholisch.de", und der "Kreuzknappe" ist darauf herein-
    gefallen und sorgt auch noch für mehr Klicks bei denen.

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  8. Diözesaner Bürohengst7. Dezember 2017 um 18:38

    Ich finde, die Art und Weise, wie der Papst hier seine
    Sicht der Dinge durchboxt, ist ebenso bemerkenswert wie
    der Inhalt.
    Da wird monatelang, wenn nicht jahrelang, diskutiert und
    gestritten, da gibt es Briefe usw., und er reagiert nicht
    oder nur um die Ecke durch Mittelsmänner.
    Dann werden Bischofskonferenzen ermuntert, selbst pastorale
    Lösungen zu finden, die regional passen, und jetzt erfährt
    man ganz nebenbei durch einen simplen Eintrag im Amtsblatt:
    Hallo Leute, ich habe lehramtlich gesprochen, und aus die
    Maus!
    Dazu dann noch die Aufforderung des Kirchenrechtlers Schüller, der Papst fordert damit Gläubige mit anderer
    Meinung zum SCHWEIGEN auf,
    und schon sind wir fast wieder im Mittelalter bei den
    autoritären Kirchenfürsten, die dem Volk das Maul verbieten.
    Ein Trauerspiel!

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