Samstag, 23. Dezember 2017

Finanz-Vorwürfe gegen Kardinal Maradiaga: Alles nur Bluff und heiße Luft?

Die Vorwürfe sind massiv,
und wie man gestern las, gebe es auch 50 Zeugen dafür. Drum haben die Zeitungen (und auch ich) das Thema aufgegriffen - man schaue in meine gestrigen Artikel.
Nun schlägt der oberste Papst-Berater zurück: Alles er-
stunken und erlogen! 

Wie man bei "katholisch.de" aktuell nachlesen kann, hat der Kardinal den Vorwürfen vehement wider-
sprochen, das seien alles nur Halbwahrheiten und Lügen, die schon seit einem ganzen Jahr bekannt seien.
Man wolle ihn nur kurz vor seinem 75.Geburtstag sabotieren, an dem er dem Papst seinen Rücktritt anbieten müsse (der Papst solle quasi genötigt werden, das Rücktrittsangebot anzunehmen) ---> HIER !
Es wird mal wieder kompliziert, aber das gehört nun mal dazu: Alles hat zwei Seiten...

Kommentare:

  1. Muss man erstmal so zur Kenntnis nehmen.
    Das Ganze bleibt aber undurchsichtig.
    Grundsätzlich wäre es durchaus denkbar, dass Maradiaga Recht hat und die Vorwürfe haltlos sind (vor allem wenn das Geld gar nicht für ihn persönlich war, sondern fürs Bistum),
    und dass das von interessierten Gegnern lanciert wurde,
    davon hat er nämlich genug.

    Gegen seine Version, die Veröffentlichung sei nur dazu gedacht, der Reformpolitik des Papstes zu schaden, und erfolge deshalb auch gerade jetzt, um seinen Rücktritt zu beschleunigen, sprechen aber zwei Dinge:

    1. Die Papstgegner wirken mir viel zu überrascht von der Sache und fangen gerade erst an, das Ganze für sich auszuschlachten.
    Wenn das eine Intrige aus dem US-amerikanischen Lebensschutzmilieu wäre (grds. durchaus denkbar, zum Stil dieser Leute passt das), deren Feindbild Nummer eins Maradiaga seit langem ist, wäre das m.E. viel früher hochgekocht (spätestens mit dem Diktator-Buch), denn die nutzen alles, was sie gegen den Papst in die Hände kriegen, sofort aus.

    2. Emiliano Fittipaldi ist eher nicht der Typ, der papstfeindliche Narrative bedient, und er ist im Umfeld des Papstes sehr gut vernetzt. Er interessiert sich für Wirtschaftskriminalität und Korruption, relativ egal, wen das betrifft. Bekanntlich hat er auch zur Aufklärung Machenschaften Kdl. Bertones mit den Geldern des Kinderkrankenhauses nicht unwesentlich beigetragen. Möglicherweise überzieht er bisweilen mit seinen Verdächtigungen, aber eine Schädigung der Reformpolitik des Papstes liegt grds. nicht auf seiner Linie.
    Wenn er also nicht bloß von Papstgegnern instrumentalisiert worden ist (was grds. nat. auch denkbar wäre), halte ich seine Recherche eher nicht für ein Werk der Reformgegner.

    Dass Maradiaga versucht, sich auf diese Weise zu verteidigen, ist aus seiner Sicht taktisch auch nicht unlogisch.
    Ich denke, man muss v.a. abwarten, was faktisch an den Vorwürfen dran ist. Wenn sich wirklich herausstellt, dass das viele Geld gar nicht für Maradiaga persönlich bestimmt war und das enorme Monatsgehalt die Erfindung eines geschassten Uni-Mitarbeiters ist, wäre er natürlich tats. entlastet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Analyse von Leser "Jorge" wirkt ziemlich
      überzeugend, finde ich.
      In der Tat sieht das nicht nach einer wohlvorbereiteten
      Inszenierung aus, aber die Verteidigungslinie des Kardinals ist clever - er tut so, als ginge es nur um
      seinen Rücktritt.
      Dubios ist das Ganze schon.
      Die volle Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.

      Löschen
  2. Ordinariatsgeschädigter23. Dezember 2017 um 11:49

    Naja, eine andere Reaktion vom Angeschuldigten
    wäre ja auch merkwürdig gewesen.
    Der Journalist, der das zum passenden Zeitpunkt in
    Italien unter die Leute gebracht hat, ist aber kein Dummer,
    sondern nach aller Erfahrung sehr gut informiert.
    In italienischen Quellen steht eben auch, dass er Zeugen
    dafür hat.
    Es steht also Aussage gegen Aussage. Ob jemals wirklich
    Licht ins Dunkel kommt, ist auch fraglich, falls z.B.
    Papst Franziskus seine schützende Hand über Maradiaga hält
    und dafür sorgt, dass bei den Überprüfungen nichts raus-
    kommt oder nicht bekannt wird.
    Ich gehe jede Wette ein, dass der Papst das Rücktrittsge-
    such von Mariadiaga NICHT annehmen wird, auch aus taktischen
    Gründen nicht.

    AntwortenLöschen
  3. Nicht nur "katholisch.de" berichtet darüber,
    werter "Kreuzknappe", viele andere auch, so z.B.
    das Kölner domradio!

    AntwortenLöschen
  4. Hat er wirklich "erstunken und erlogen" gesagt? Das hatten wir doch schon mal ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Neee, ich habe das doch nicht in "Redezeichen"
      gesetzt...!

      Löschen
    2. Na ja es waren ja nur Halbwahrheiten. Vielleicht hat er nur die Hälfte verdient. Ist aber immer noch ein schönes Gehalt.

      Löschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================