Sonntag, 24. Dezember 2017

Kein Platz für Jesus: Die Leute in Bethehem waren böse?

Sie kommen ziemlich schlecht weg in
den meisten Weihnachtspredigten, die Leute von Bethlehem. Da wird so manches ausgemalt, insbesondere auch beim Krippenspiel: Von Haus zu Haus ziehen Josef und Maria, klopfen höflich an und bitten um ein Quartier, doch überall knallen ihnen die sonst doch so nett tuenden Bürger die Türe vor der Nase zu.
Niemand will diese Fremden, denen man wahrscheinlich nicht trauen kann, zu sich ins Haus lassen. Wer weiß, was man sich da an Stress einhandelt...
Doch man sollte vorsichtig sein, da allzu viel Egoismus oder gar Fremden-
feindlichkeit hinein zu interpretieren. Der biblische Befund gibt sowas nämlich nicht her. Da heißt es lediglich, dass "in der Herberge kein Platz für sie war". Dass Josef da von Haus zu Haus gezogen wäre, ist also biblisch gar nicht ausgesagt.
Zu dieser Zeit waren zahlreiche Bürger unterwegs, weil bekanntlich persön-
liches Erscheinen zur Volkszählung Pflicht war. Auch besonders arm waren Josef und Maria nicht, denn als Bauhandwerker wurde er ordentlich be-
zahlt und hätte auch den Platz in der Herberge bezahlen können.

Also: Die Leute von Bethlehem waren wohl nicht besser und nicht schlech-
ter als andere auch...

Kommentare:

  1. Ergänzend ein sehr guter Lesetipp
    dazu, der eine Erklärung liefert, die einleuchtet:

    http://www.benningen-evangelisch.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/KG_benningen/PDF_01/Bildung/Kein_Platz_in_der_Herberge.pdf

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    1. Zu ergänzen dazu wäre noch etwas, was aus dem Artikel nicht hervorgeht:
      Es handelte sich nicht so sehr um eine Volkszählung, bei der man wissen wollte, wie viele Menschen es gab. In diesem Fall wäre es auch idiotisch gewesen, die Leute nicht dort zu erfassen, wo sie aktuell lebten, sondern dort, wo ihre Vorfahren herkamen. (NB: Müsste ich in meinem Fall - ich lebe in Wien - dann nach Niederkreuzstetten, nach Hodonín oder gar nach Hroznová Lhota, die letzteren beiden im Ausland?). Nein, es ging um eine Steuerliste, und da sollte man sich selbstverständlich genau dort eintragen lassen, wo man seinen Besitz hatte, in diesem speziellen Fall also in Bethlehem.

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